Das bietet die neue Alters-WG in Robenhausen
Wohnen im Alter in Wetzikon
Eine Wohngemeinschaft ist nicht nur für Studenten gedacht. In Wetzikon plant der Verein Viva Robenhausen eine Alters-WG. Das müssen Sie zum zukunftsweisenden Projekt wissen.
Was entsteht in Robenhausen?
Im Wetziker Ortsteil öffnet im Sommer eine begleitete Alters-Wohngemeinschaft (WG) mit vier Plätzen ihre Türen – und zwar an der Dorfstrasse 58 im Zentrum. Die 5½-Zimmer-Wohnung ist ebenerdig und rollstuhlgängig.

Ebenso wird ein Generationentreffpunkt gebaut. Dieser bietet auf 25 Quadratmetern auch eine kleine Küche für Veranstaltungen. Er soll zudem als erweitertes «Wohnzimmer» der WG dienen und gleichzeitig ein Quartiertreffpunkt für Robenhausen werden.
Damit Gäste von WG-Bewohnern ebenfalls eine Übernachtungsmöglichkeit haben, entsteht oberhalb des Treffpunkts ein kleines Studio.
Wer steht hinter dem Projekt?
Die inzwischen pensionierte Hausärztin Claudia Landerer, die seit 1982 in Robenhausen wohnt, hat den baufälligen Hausteil samt Garagengebäude an der Dorfstrasse vor knapp vier Jahren gekauft.
Sie wollte darin aber nicht einfach eine normale Mietwohnung bauen und hatte die Idee einer Alters-WG. «Damit möchte ich etwas gegen die Vereinsamung im Alter tun und einen Mehrwert für die ältere Bevölkerung bieten», sagt sie.
Sie trägt die finanzielle Last der Umbaukosten. Für die Alters-WG zuständig ist der Verein Viva Robenhausen, der 2022 gegründet wurde. Landerer ist dort Co-Präsidentin im fünfköpfigen Vorstand.
Der Verein wird Mieter der Räumlichkeiten werden. «Und es ist mein Ziel, mich dann von Viva Robenhausen zurückzuziehen», sagt sie. «Wenn es läuft, dann muss man loslassen können.»
Für das Projekt haben sich Landerer und ihre Mitstreiter bei anderen, ähnlichen Einrichtungen erkundigt. «Aber wir konnten nicht einfach Copy-and-paste machen», meint Landerers Co-Präsident Daniel Müller. Das Konzept der WG mit Treffpunkt ist gemäss dem Verein bisher einzigartig.
Für wen ist die Alters-WG gedacht?
In die WG von Viva Robenhausen dürfen Menschen ab dem AHV-Alter einziehen. «Nach oben haben wir keine Limite gesetzt», sagt Müller. Solange die ambulante Pflege zu Hause möglich ist, sollen die Bewohnerinnen und Bewohner bleiben dürfen.
Für die Pflege kann der Verein auf die Unterstützung durch die Spitex Bachtel zurückgreifen. Auch Palliative Care vor Ort ist möglich.
Die primäre Zielgruppe sind Personen aus Robenhausen und Wetzikon. «Es muss aber einfach passen», sagt Kassierin Elisabeth Blöchlinger. In Workshops und Treffen sollen sich die möglichen Bewohnerinnen und Bewohner austauschen – über Erwartungen und Vorstellungen des Zusammenlebens. «Das Ziel ist, dass sich die Gruppe selber formt.»
Ob das klappt? Blöchlinger sagt trocken: «Das gseh mer dänn.»
Es müssen im Sommer noch nicht alle vier Plätze belegt sein. «Wir können auch mit zwei oder drei Personen starten», sagt Daniel Müller.
Wer sorgt für das reibungslose WG-Leben?
Der Verein Viva Robenhausen will die WG nicht einfach sich selbst überlassen. Das Ziel ist es, eine «Gastgeberperson» anzustellen. «Wir brauchen einen Allrounder oder eine Allrounderin», sagt Müller.
Die Person muss sich um die administrativen Belange des Vereins kümmern und als Betriebsleitung beispielsweise den Kontakt mit Institutionen wie der Spitex regeln. Gleichzeitig ist sie für den Generationentreffpunkt und das Studio zuständig.
«Wir haben kein festgeschriebenes Profil, wer sich auf diese Stelle bewerben kann», erläutert Müller. «Wir verlangen keine bestimmte Ausbildung, es muss einfach passen.» Die Person soll idealerweise in der Nähe wohnen und die Philosophie des Vereins mittragen.
Zudem muss sie bei Problemen in der WG vermitteln und an den regelmässigen Sitzungen der Bewohnerinnen und Bewohner teilnehmen. «Wir wissen es alle: Ältere Leute haben oft ihre festen Meinungen und Überzeugungen», sagt Claudia Landerer. «Da ist es wichtig, dass eine neutrale Person vermitteln kann.»
Wer trägt das Projekt mit?
Obwohl Claudia Landerer als Bauherrin die Kosten für die Wohnung trägt, musste der Verein auf Geldsuche gehen. «Wir haben private Spenden erhalten und Gelder von Stiftungen», sagt Co-Präsident Müller.
Damit kann der Verein den Aufbau des Projekts finanzieren, bis dann die ersten Mieteinnahmen kommen. Ausreichen wird das noch nicht ganz.
Gleichzeitig gibt es Unterstützung von der Stadt Wetzikon für den Betrieb – geplant ab diesem Sommer. Sie hat mit dem Verein eine Leistungsvereinbarung für die nächsten vier Jahre abgeschlossen. Denn im Rahmen der Altersstrategie 2035 will die Stadt ein breites Angebot an altersfreundlichen Wohnformen fördern.
Die Vorstandsmitglieder von Viva Robenhausen sind von ihrem Konzept überzeugt. Ob der Verein dereinst sogar eine weitere WG aufbaut, steht aber noch in den Sternen. Initiantin Claudia Landerer hofft, dass das Projekt auch andere auf den Plan ruft: «Wir sind immer bereit, unser Wissen zu teilen.»
Das erste Mitwirk-Treffen
Der Verein Viva Robenhausen beginnt jetzt mit der Suche nach künftigen WG-Bewohnerinnen und -Bewohnern. Der erste Mitwirk-Anlass für Interessierte findet am Samstag, 27. Januar, statt – und zwar von 11 bis 13 Uhr in der «Schür» der Genossenschaft Ob dä Höll an der Dorfstrasse 29 in Robenhausen.
Neben Informationen zum Projektstand wird zusammen mit den möglichen zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern an Fragestellungen rund um das WG-Leben gearbeitet, und Interessenten können sich ein erstes Mal gegenseitig beschnuppern.
Eine Anmeldung ist bis zum 22. Januar auf der Website des Vereins unter www.vivarobenhausen.ch möglich. Ebenso kann man sich per E-Mail info@vivarobenhausen.ch oder unter Telefon 079 772 93 18 anmelden.
