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Das haben Tösstaler Sek-Schüler über Nachrichten gelernt

«Ist das ein Fake?» So lernen Schüler der Sek Turbenthal, wie sie gar nicht erst auf Fakenews hereinfallen.

Redaktorin Bettina Schnider hält eine Präsentation vor einer Schulklasse in Turbenthal.

Foto: PD/Rolf Hug

Das haben Tösstaler Sek-Schüler über Nachrichten gelernt

Schulbesuch in Turbenthal

Sind Fake News verboten? Schülerinnen und Schüler der Sek Turbenthal-Wildberg wollten es von Redaktorin Bettina Schnider genau wissen.

Mein Arbeitstag startet in der Regel gegen 8 Uhr. Am Dienstagmorgen war es anders: Um 7.20 Uhr beginnt nämlich bereits der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler der 3. Sek Turbenthal-Wildberg – und ausnahmsweise galt das auch für mich.

Im Fach Medien und Informatik geht es unter anderem ums Thema Fake News. Im Rahmen dieser Unterrichtseinheit hat Lehrerin Barbara Schoch mich als Journalistin für eine Präsentation eingeladen.

Ich stellte meinen Berufsalltag als Redaktorin bei der Zürcher Oberland Medien AG vor. Zudem gab ich den Schülerinnen und Schülern auf Basis von eigenen Erfahrungen einige Tipps, wie sie Fake News erkennen und aus dem Weg gehen können.

Einer davon lautet: Vor allem auf Tiktok verbreiten sich Videos zu Kriegen und Konfliktsituationen sehr schnell – es ist schwierig, die Fakten zu überprüfen. Deshalb sollte man die chinesische App besser zu Unterhaltungszwecken nutzen (das mache ich auch so) und News auf anderen Plattformen konsumieren.

Im Anschluss an die Präsentation konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen. Eine kleine Auswahl ist hier zusammengetragen:

Was war das bizarrste Ereignis, über das Sie geschrieben haben?

Bettina Schnider: An einem Montagabend im Juli kam ich zu Hause an und sah, dass es in der Umgebung des Bahnhofs Kempten in Wetzikon brannte. Sofort machte ich ein Foto und informierte meinen Kollegen, der noch im Büro war. Später schnappte ich mir mein Velo und fuhr zum Brandort, um weitere Bilder zu machen. Bei Schweissarbeiten in einer Autogarage war ein Feuer ausgebrochen. Am Mittwoch, also zwei Tage nach dem Brand, erfuhren wir dann, dass die Polizei anscheinend Hanfpflanzen aus dem Gebäude entfernt hatte. Auf Nachfrage wurde dies uns bestätigt. Es war also nicht nur eine Autogarage, sondern auch eine illegale Hanfplantage. Über den ganzen Vorfall habe aber nicht nur ich berichtet, Journalismus ist Teamwork. Aber diese unerwartete Wendung war sehr speziell.

Brand
Mit diesem Foto informierte Bettina Schnider ihren Kollegen über den Brand in Wetzikon.

Gibt es Leute, die auf die Berichterstattung Einfluss nehmen wollen?

Vor allem im Lokaljournalismus sind wir darauf angewiesen, dass uns Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Tösstal informieren, wenn etwas in der Gemeinde passiert. Aber auch dann müssen wir unvoreingenommen an Themen herangehen, sorgfältig recherchieren und entscheiden, wie und in welcher Form wir als Redaktion darüber berichten. Wenn wir jemanden zitieren, darf er oder sie die Zitate gegenlesen und gegebenenfalls anpassen. Aber nur die: Der Rest ist mein Text, mein Name steht darunter. Es ist nicht immer einfach, dies den Leuten zu vermitteln.

Sind Sie auch schon auf Fake News hereingefallen?

Fake News sind manipulative, vorgetäuschte Nachrichten, die sich meistens viral im Internet verbreiten. Ich bin privat auch schon auf solche Nachrichten gestossen und habe sie zum Glück schnell erkannt. Bei der Arbeit im Lokaljournalismus spielen Fake News aber keine grosse Rolle – vermutlich ist das Tösstal nicht «viral» genug dafür. Das heisst aber nicht, dass ich nicht vorsichtig bin. Auch an mich wurden schon Dinge herangetragen, die nicht stimmen. Doch ich konnte schnell herausfinden, dass dies der Fall ist. Eine Falschmeldung habe ich meines Wissens noch nicht verbreitet. Immer, wenn wir einen Fehler machen, korrigieren wir diesen und übernehmen die Verantwortung. Das «fuchst» zwar jeweils, aber das gehört dazu.

Sind Fake News verboten?

Wenn ich als Redaktorin in einem Text Leute beleidige oder beispielsweise Unwahrheiten über sie verbreite, dann kann ich dafür bestraft werden. Aber das will ich natürlich nicht, deshalb gehe ich vorsichtig vor. Wenn wir aber von Fake-News-Seiten oder -Plattformen sprechen, dann sieht es anders aus. Oft ist unklar, wer dahintersteckt. Die Server befinden sich meist im Ausland. Und es ist nicht verboten, im Internet «Blödsinn» zu verbreiten. Meiner Meinung nach sollten Plattformen wie Facebook oder Tiktok in die Pflicht genommen werden. Sie dürften solche Inhalte nicht ausspielen. Aber es ist schwierig, das zu überwachen. Und ich glaube nicht, dass es bald eine Lösung gibt. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle wissen, wie wir Fake News erkennen können.

Tipps und Tricks, wie man Fake News erkennen kann, findet man beispielsweise auf der Website der Pro Juventute.
Die Stiftung warnt besonders vor Nachrichten zu Kriegen und Konflikten auf der Plattform Tiktok: «Vielfach ist auf Tiktok die ursprüngliche Quelle eines Videos nicht mehr ersichtlich. Und neben echten Videos kursieren auch Videos, in denen Ton- und Bildaufnahmen aus anderen Konflikten oder Videospielen zusammengeschnitten wurden.»

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