Depotareal des DVZO in Bauma soll in regionalen Richtplan
Für mehr Planungssicherheit
Die Gemeinde Bauma stellt sich hinter das Grossprojekt des Dampfbahn-Vereins und will für mehr Planungssicherheit sorgen. Trotzdem gibt es noch viele Fragezeichen.
Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) hat grosse Pläne: Auf dem Depotareal in Bauma will er Schweizer Bahnkultur erlebbar und zahlreiche Zeitzeugen der Eisenbahngeschichte wieder zugänglich machen.
Das Projekt ist verbunden mit der Revitalisierung der Töss, die der Kanton anstrebt, sowie dem Umzug des alten Güterschuppens der SBB vom Bahnhof Wollishofen ins Tösstal.

Der Baumer Gemeinderat will nun, dass die Pläne für das Areal im regionalen Richtplan eingetragen werden. «Das gibt Planungssicherheit», erklärt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos).
Um die zukunftsgerichtete Entwicklung des Depotareals Bauma zu sichern, erachtet der Gemeinderat einen Eintrag im regionalen Richtplan als wichtig. «Wir sind der Meinung, das Projekt ist eine gute Sache», betont er.
Regional oder doch kantonal?
Den Eintrag im Richtplan kann die Gemeinde aber nicht selber vornehmen. Diesen muss sie bei der Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) beantragen. In diesem Zweckverband sind zahlreiche Gemeinden aus dem Oberland vertreten. Seine Aufgabe ist es, die gemeinsame und geordnete räumliche Entwicklung im Verbandsgebiet zu fördern.
Zudem ist die RZO für den regionalen Richtplan zuständig, der den kantonalen Richtplan ergänzt. Letzterer ist das behördenverbindliche Steuerungsinstrument des Kantons, um die räumliche Entwicklung langfristig zu lenken.
Sudler hofft, dass das Depotareal im regionalen Richtplan eingetragen wird. Denn über diesen kann die RZO bestimmen. Der Eintrag muss dann lediglich noch vom Regierungsrat genehmigt werden.
«Es könnte aber auch sein, dass es sogar ein Projekt für den kantonalen Richtplan ist», meint Sudler. «Denn es hat ja durchaus Ausstrahlungskraft über die Region hinaus.»
Sollte das zutreffen, müsste am Schluss der Kantonsrat über den Eintrag befinden. «Und dann würde halt alles viel länger dauern», meint der Gemeindepräsident. «Aber das Projekt wird ja auch nicht heute und morgen umgesetzt», ergänzt er.
Ein Meilenstein ist erreicht
Dass es noch etwas länger dauert, bestätigt auch Florian Vogel. Er ist beim DVZO für das Projekt zuständig. «Wir drei Bauherren sind kurz davor, die Bewilligungsunterlagen einzureichen.» Dazu gehören neben dem Dampfbahn-Verein auch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) des Kantons sowie die SBB.
Dieser Schritt ist nun möglich, da im Sommer ein Meilenstein erreicht wurde: Der Dampfbahn-Verein konnte für sein Teilprojekt den Landerwerb abschliessen. 85 Prozent des benötigten Bodens erwarb der Verein von den SBB. Langwieriger waren die Verhandlungen mit privaten Grundeigentümern.

Für die Prüfung des Gesuchs sind nach der Einreichung der Kanton und das Bundesamt für Verkehr zuständig. Der DVZO begrüsst, dass die Gemeinde Bauma das Vorhaben im Richtplan eintragen will. «Das festigt das Projekt», ist Vogel überzeugt.
Der Projektleiter hofft darauf, dass sie drei Jahre nach der Eingabe mit dem Bauen beginnen können – konkret im Frühjahr 2027. Wie lange die Umsetzung dann dauert, ist noch offen.
Eigene Strecke als Vorteil
Auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt. «Wir sind für das Depotareal auf Unterstützung von Gemeinden, Privaten und Stiftungen sowie weitere Fördergelder angewiesen», sagt der Projektleiter. Bisher war der Dampfbahn-Verein stets erfolgreich mit der Suche nach Geldgebern, beispielsweise für die Vorstudie oder das Bewilligungsverfahren.
Doch jetzt geht es dann um einen grösseren Betrag, Vogel rechnet mit Kosten von rund 10 Millionen Franken. Aber er zeigt sich zuversichtlich, dass das Geld zusammenkommt. «Bauma ist ein wichtiger Ort für die Eisenbahngeschichte», betont er.
Denn der Dampfbahn-Verein habe einen entscheidenden Vorteil. «Wir können hier unsere historischen Eisenbahnen fahren», erklärt Vogel.
Auf der DVZO-Stammstrecke zwischen Bauma und Hinwil fahren nämlich keine regulären S-Bahnen und Züge. Viele andere Museumsbahnen hätten im dicht getakteten Fahrplan Mühe, Fahrten anzubieten.
«Das merken auch wir, wenn wir unsere Züge und Loks in die Remise nach Uster bringen müssen», sagt Vogel. Das gehe eigentlich nur mitten in der Nacht, wenn die S-Bahnen nicht fahren würden.
Auch hier könnte das Depotareal Abhilfe schaffen. «Wir wollen nicht nur ein Freilichtmuseum schaffen, sondern auch unsere betrieblichen Abläufe verbessern.» So soll beispielsweise eine neue Reparaturwerkstatt entstehen.
Es ist ein grosses Projekt für einen Verein, der von Freiwilligenarbeit getragen wird. Ein zehnköpfiges Projektteam, zu dem auch Florian Vogel gehört, kümmert sich um das Depotareal. Ohne diese Fronarbeit wäre das Vorhaben gar nicht zu stemmen. «Wir haben schon 6000 Arbeitsstunden gratis investiert», sagt Vogel. Und bis zur Vollendung werden noch einige mehr dazukommen.