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Am Freitag ist Jassabend in Bauma – seit 1987

Fünf Freunde, vier Farben: Jede Woche treffen sich die Mitglieder des «Trumpf Buur» zum gemeinsamen Jassen. Ausnahmsweise haben sie sich in die Karten blicken lassen – ausser bei einem Thema.

Mit ihren Jassrunden füllen die fünf Herren ihre Jasskasse – und gehen damit jedes Jahr auf eine Reise. 2024 aber zum letzten Mal.

Foto: Bettina Schnider

Am Freitag ist Jassabend in Bauma – seit 1987

Jassclub «Trumpf Buur»

Seit über 35 Jahren treffen sich die Mitglieder des Jassclubs «Trumpf Buur» zum gemeinschaftlichen Jassen in der Beiz. Heute fallen die Spielabende kürzer aus als früher – Spielfreude und Kampfgeist tut das aber keinen Abbruch.

Wenn man am Freitagabend das Restaurant Schwendi in Bauma betritt, ist es laut. Die Leute plaudern angeregt an ihren Tischen, die einen geniessen ihr Abendessen, die anderen das Feierabendbier.

Laut wird es manchmal auch am ersten Tisch. Dort sitzen die fünf Männer vom Jassclub «Trumpf Buur». Man merkt auf den ersten Blick: eine eingefleischte Bande. Sie beherrschen ihr Handwerk. Zackig berechnen sie beim Differenzler ihre Punkte.

«1987 hat alles angefangen, damals haben wir den Jassclub gegründet», erzählt Christian Rüegg. In den Anfängen gehörten sieben Spielbegeisterte der Gruppe an.

Nur mit Bedienung

Die Männer, alle wohnten damals im gleichen Quartier in Saland, trafen sich jeweils im Restaurant Krone zur Jassrunde. Als dieses zwei Jahre nach der Klubgründung schloss, nutzten die Herren kurzzeitig das Restaurant Lenzen als Treffpunkt, ehe sie ihr neues Quartiert in der «Schwendi» fanden.

Von den ursprünglichen sieben Mitgliedern ist neben Rüegg nur noch Walter Kirchmeier dabei. «Manche sind weiter weggezogen, und es kamen wieder neue Leute dazu», sagt Rüegg. «Und einer ist ja auch schon gestorben», ergänzt Kirchmeier.

An diesem Abend sitzen im Baumer Restaurant fünf Herren am Tisch – Vollbesetzung. Vor ihnen liegt ein Jassteppich mit dem Bild der «Schwendi». Und nicht fehlen dürfen auch die Getränke: Wein für die einen, Mineralwasser für die anderen. «Zu Hause jassen geht nicht», meint Rüegg. «Dort haben wir ja keine Bedienung.»

Am Schluss gibt man sich die Hand

Auf die Frage, wer denn der talentierteste Jasser am Tisch sei, haben die fünf keine Antwort. «Wir können es alle ziemlich gut», meint Martin Ess. Er ist mit 66 Jahren das jüngste Mitglied. Sein Kamerad Rolf Kessler ist 11 Jahre älter und damit der Älteste. Dieser ergänzt: «Und wir wissen ja auch, wie die anderen so ticken.»

Da kann es auch manchmal laut werden. Während den Runden kennen die fünf gar nichts. «Nell abstechen», nennt Walter Kirchmeier das Stichwort. Beim Differenzler gehört es nämlich zum Ehrenkodex, dass man das Nell in den ersten zwei Stichen nicht mit dem Puur absticht. Eine festgeschriebene Regel ist es aber nicht.

Klar, gehen da die Wogen hoch. «Aber am Schluss gibt man sich immer wieder die Hand», sagt Jasser Willi Kuhn. Und schliesslich gehe es ja nicht nur ums Kartenspiel, sondern auch um die Geselligkeit.

Gegen Ende des Jassabends werden die Spielkarten ohnehin beiseite gelegt. «Früher waren wir manchmal bis nach Mitternacht hier», erinnert sich Walter Kirchmeier.

Heute beginnen die Jassabende bereits etwas früher, dafür sind die fünf dann auch etwas früher zu Hause. «Wir werden halt auch nicht jünger», ergänzt er.

Das ist auch der Grund, wieso sie nächstes Jahr zum letzten Mal auf Jassreise gehen. Immer einmal im Jahr verbringen die fünf Jasser ein verlängertes Wochenende zusammen.

«Und das seit 1989», betont Christian Rüegg, der auch schon bei der ersten Reise an den Ägerisee dabei war. «Das war auch das erste und das letzte Mal, dass die Frauen am Samstagabend dabei waren. Das gab nur Ärger.» Seither sind die Männer stets unter sich.

Nur einen Ausfall

Bezahlt werden die Reisen stets aus der Jasskasse. «Immer am letzten Freitag im Monat ist obligatorisch», sagt Rolf Kessler, der als Kassier das Geld hütet. «Dann wird in die Kasse gejasst.» Wer nicht kommt, muss ebenfalls zahlen.

Ihre Reisen führten die Jasser vom Tessin übers benachbarte Ausland bis nach Berlin und Wien. In die beiden Grossstädte verschlug es die Oberländer 2013 und 2018 zur 25. beziehungsweise zur 30. Reise. «Meistens reicht das Geld, ganz selten mussten wir noch etwas nachschiessen.»

Nur gerade 2020 fiel der jährliche Ausflug ins Wasser. «Das holten wir dann aber im nächsten Jahr nach», sagt Martin Ess, der damals für die Organisation zuständig war.

Man sieht fünf Männer vor einem Turm, der in einem See steht.
Die letzte Jassreise führte nach Resch in Italien.

Die gemeinsamen Reisen plant nämlich immer ein anderes Mitglied – und der Ort ist stets eine Überraschung. So auch im nächsten Jahr bei der 35. und voraussichtlich letzten Jassreise. «Es gibt immer eine Packliste, und mehr nicht», erklärt Christian Rüegg.

Er ist nächstes Jahr am Zug und lässt sich noch nicht in die Karten blicken. «Aber es gibt schon etwas Spezielles zum Abschluss», verspricht er. Und so viel lässt er bereits durchblicken: «Wanderschuhe stehen nicht auf der Packliste.»

Und auch nach der letzten Reise wollen die fünf weiterjassen. «Und anstatt einer Reise machen wir dann Tagesausflüge.»

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