Die VZO feiern ihren 75. Geburtstag
Grosses ÖV-Jubiläum
Heute vor 75 Jahren rollten die ersten VZO-Busse durchs Oberland. Vier Busse auf einer Strecke waren es damals. Heute sind 104 Busse unterwegs – einige davon bald auch elektrisch.
Vor genau 75 Jahren, am 3. Oktober 1948, nahmen vier Busse der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) auf der Strecke Hinwil–Rüti–Stäfa mit vier Bussen und sieben Chauffeuren ihren Betrieb auf. Mittlerweile befördern die VZO mit 339 Mitarbeitenden und 104 Bussen über 23 Millionen Passagiere pro Jahr.
Des einen Erfolg ist des anderen Misserfolg
Die Geburtsstunde der VZO war der Misserfolg der ehemaligen Bahnen zwischen dem Oberland und dem Zürichsee. Nach den Betriebsverlusten der Uerikon-Bauma-Bahn, der Wetzikon-Meilen-Bahn und der Uster-Oetwil-Bahn wurde nach neuen Verkehrskonzepten gesucht.
Die Reorganisation der Nebenbahnen im Zürcher Oberland wurde vom Stimmvolk an der Volksabstimmung vom 26. Mai 1946 gutgeheissen, worauf die VZO als Aktiengesellschaft ins Leben gerufen wurden. 800’000 Franken brachten die 14 damaligen Vertragsgemeinden im Einzugsgebiet sowie Bund und Kanton als Aktienkapital ein.

Spezielle Aktion zum Jubiläum
Als grosse Geburtstagsüberraschung lancierten die Verkehrsbetriebe eine aussergewöhnliche Jubiläumsaktion. Die VZO lassen sich als Jubilar nicht beschenken, sondern verschenken für alle Menschen in der Region 75 total verrückte Geschenke.
Ein VZO-Tattoo, ein Znüni mit einem Buschauffeur oder eine eigene Bushaltestelle gehören zu den möglichen Preisen. Am heutigen Jubiläumstag werden die Geschenke verlost.
Neues Elektrozeitalter
Vor 75 Jahren ging das Zeitalter der elektrisch betriebenen Strassenbahnen in der Region zu Ende. Seit diesem Zeitpunkt bedienen die VZO den öffentlichen Verkehr mit ihrer Dieselbusflotte. Bis ins 2035 wollen die VZO ihre Verkehrsleitung emissionsfrei erbringen und haben dazu im vergangenen Jahr ihre E-Bus-Strategie präsentiert.
Zum Jubiläum soll nun die Inbetriebnahme der ersten drei Elektrobusse erfolgen. Bis Ende Oktober treffen die drei neuen Elektrobusse in Grüningen ein und sollen ab dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember im Linienverkehr unterwegs sein.

Wechsel an der Spitze
Auch in der Unternehmensführung stehen im Jubiläumsjahr Veränderungen an. Der Verwaltungsrat der VZO hat im vergangenen Frühling Joe Schmid zum neuen Direktor ernannt. Er wird ab 1. November die Nachfolge des langjährigen Direktors Werner Trachsel antreten, der nach 30 Jahren freiwillig zurücktritt.

In seiner Amtszeit führte Trachsel unter anderem den Viertelstundentakt ein, was eine Verdoppelung der Busse und eine dreimal grössere Belegschaft erforderte. Zudem liess er Holzsitze in Busse einbauen und in Wetzikon ein Busdepot mit Schulhaus erstellen.
Bis auf die Corona-Jahre wurde während 30 Jahren nie ein Verlust geschrieben. Die Kunden erteilten währenddessen regelmässig Höchstnoten für die gute Servicequalität – ein Ziel, das die VZO wohl auch in den kommenden Jahren weiterhin anstreben. (lda)
Von 8,4 auf 23,2 Millionen Passagiere in 25 Jahren
In ihrem zehnten Betriebsjahr (1958) beförderten die VZO 1,7 Millionen Fahrgäste. Ein neues Zeitalter für die VZO und den öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich überhaupt folgte mit der Gründung des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) im Jahr 1990. Die VZO reagierten mit einem noch nie da gewesenen Fahrplanausbau und einem auf die damals eingeführten S-Bahnen abgestimmten Fahrplan. 1998 feierten die VZO ihr 50-Jahr-Jubiläum mit einer Rekordpassagierzahl von 8,4 Millionen Fahrgästen. Im letzten Jahr beförderten die VZO mit ihren 339 Mitarbeitenden und 104 Bussen 23,2 Millionen Passagiere.
