Wirt Charly Engelhard übernimmt das Bubiker «Bahnhöfli»
Er kann es nicht lassen
Vor nicht allzu langer Zeit legte er nach 25 Jahren im «Sternen» in Rüti seine Kochschürze ab. Nun zieht er sie für das Bubiker «Bahnhöfli» wieder an.
Er könne einfach nicht ruhig sitzen und sei mit 69 Jahren noch zu jung im Kopf – dies ist die Antwort von Wirt Charly Engelhard auf die Frage, weshalb er sich nochmals in die Gastronomie stürzen wolle. Und das, obwohl er gerade eine Leistenoperation hinter sich hat und nicht allzu lange stehen kann.
Er meint: «Bubikon braucht einfach eine gute Dorfbeiz für alle.» Er denke dabei nicht nur an den Feierabend, wenn die Leute vom Bahnhof her direkt für einen Apéro vorbeikämen, sondern auch an die Zeit in der Früh. Dann möchten die Arbeiter schon um 7 Uhr ihren Kaffee mit einem Gipfeli.
Etwas Neues musste her
Nach einem Vierteljahrhundert im Restaurant Sternen in Rüti, wo viele Gäste nur seinetwegen gekommen seien, habe er irgendwann genug gehabt. Hinzu kam die Pandemie, die an ihm wie bei vielen anderen in der Gastronomie auf die Dauer zehrte. «Die Zeit hat mich zermürbt, und ich wollte nicht mehr.»
Knapp eineinhalb Jahre später hat es ihn aber wieder «gejuckt», wie er sagt. «Ich erfuhr, dass das ‹Bahnhöfli› schliesst, und kontaktierte umgehend das Besitzerpaar.» Während der Besitzer Wilfried Forster noch in den Ferien weilte, hat er die Beiz mit dessen Frau besichtigen können.
Kurze Zeit später führte er mit dem Ferienrückkehrer ein kurzes Telefonat und unterzeichnete nur zwei Stunden später einen befristeten Pachtvertrag über fünf Jahre. «Das lief glücklicherweise alles sehr unkompliziert», sagt Engelhard.
Dennoch musste er für die Neueröffnung zirka 50'000 Franken in die Hand nehmen, um alles gezielt aufzuwerten. Dies galt beispielsweise für Kleinigkeiten in der Küche oder den hochwertigen Fernseher für Liveübertragungen.
Kulinarisch breit aufgestellt
Wie früher wird Charly Engelhard wieder in der Küche stehen. Das Rad völlig neu erfinden will er nicht: «Natürlich übernehme ich ein paar Menüs, die ich schon in Rüti anbot.»
Aber er möchte auch ein paar Highlights hinzufügen, die nicht überall serviert werden. Beispielsweise Kutteln will er auf der Karte haben. «Es soll aber auch immer Fisch, Vegetarisches und Veganes geben.»
Er denkt dabei an fünf verschiedene gutbürgerliche Menüs: etwas für den «Büezer», etwas Gehobenes, etwas Saisonales und eben Fisch und Vegetarisches. Die Preise sollen zwischen 18 und 24 Franken variieren.
Zudem steht bald die Wildsaison vor der Tür. Für ein gutes Rehpfeffer müssten die Gäste dann mit 25 Franken rechnen.
Zusätzlich möchte er nachmittags eine verkleinerte Karte anbieten. «Mir ist wichtig, dass man bei jeder Tageszeit etwas zu essen bestellen kann.» Ein Ruhetag ist im «Bahnhöfli» übrigens nicht geplant.
Für Vereine attraktiv
Stand jetzt bietet das «Bahnhöfli» 60 Gästen Platz. Hinzu kommt ein Saal im oberen Stock, der sich gemäss Engelhard perfekt für private Feste und Vereinssitzungen eignet. Dazu kommt bei schönem Wetter die kleine Terrasse.
Was den Saal im oberen Stock betrifft, wird Engelhard diesen für die Vereine kostenlos zur Verfügung stellen. «Ich möchte die Vereine wieder etwas in den Vordergrund stellen und habe mit diesem grossen Saal beste Voraussetzungen dazu.»
Für ihn sei dies eine Dienstleistung, die ihm nicht nur als Wirt ein Anliegen sei: «Für Vereine gibt es in Bubikon nicht viele Treffpunkte, da möchte ich Abhilfe schaffen.»
Kleines Eröffnungsfest
Um sich bei den Vereinen in der Umgebung und der Bevölkerung etwas ins Gedächtnis zu bringen, veranstaltet das «Bahnhöfli» am Freitag, 6. Oktober, ein Eröffnungsfest.
Livemusik darf dabei nicht fehlen, wie Engelhard findet. «Mir ist kurzfristig zwar eine Liedermacherin abgesprungen, aber ich habe bereits eine neue Überraschung in petto.»
Das Festmenü wie auch die Antwort auf die Frage, ob Engelhard dem «Bahnhöfli» langfristig neues Leben einhauchen kann, bleiben vorerst noch ein Geheimnis.
