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Dreister Dieb klaut Lämpchen von Wetziker Grab – zum zweiten Mal

Ein Langfinger hat sich schon zweimal am selben Grab in Wetzikon bedient. Der Familie geht der Diebstahl von Solarlämpchen besonders nahe.

Bereits zweimal sind Solarlämpchen vom Grab verschwunden.

Foto: Bettina Schnider

Dreister Dieb klaut Lämpchen von Wetziker Grab – zum zweiten Mal

Angehörige sind fassungslos

Zweimal innert kurzer Zeit sind Solarlämpchen von einem Grab im Wetziker Friedhof verschwunden. Die Trauerfamilie leidet darunter – und fühlt sich hilflos.

Die Trauer ist Lorena Bianchi (Name geändert) immer noch anzusehen, wenn sie am Grab ihres Mannes in Wetzikon steht. Mitte Juli ist er mit nur 46 Jahren völlig unerwartet gestorben.

Wenige Tage später wurde der zweifache Familienvater auf dem Friedhof in Wetzikon beigesetzt. «An der Trauerfeier waren über 300 Leute in der Kirche», sagt Bianchi. «Mein Mann hat so vielen Menschen etwas bedeutet.»

Umso unverständlicher ist für die Witwe, was kurz nach dem Begräbnis geschah. «Nur zehn Tage später fehlten auf einmal elf Solarlämpchen, die wir auf dem Grab aufgestellt hatten.»

Eine Idee des Sohns

Die Familie traute ihren Augen nicht. «Die Situation ist schwer genug für uns alle», sagt die Witwe fassungslos. «Wieso macht man uns damit das Leben noch schwerer?»

Denn die Lämpchen haben für die Familie eine grosse Bedeutung. «Mein Mann wollte am Abend immer, dass noch ein Licht brennt.»

Es geht um das, was sie uns bedeuten.

Lorena Bianchi

Witwe

«Unser elfjähriger Sohn hat deshalb den Vorschlag eingebracht, Lämpchen auf dem Gras aufzustellen. Damit es der Vater auch am Abend auf dem Friedhof hell hat.»

Das Unverständnis über den Diebstahl ist gross. Die Lämpchen hätten keinen grossen materiellen Wert. «Man kriegt sie ganz günstig im Mehrfachpack, darum geht es aber gar nicht», betont Bianchi. «Es geht um das, was sie uns bedeuten.»

Am helllichten Tag

Sie ist deshalb überzeugt, dass ein dreister Dieb am Werk war, der den Trauernden schaden will. «Wenn man elf Solarlämpchen klaut, muss man eine Tasche mitnehmen. Da ist jemand gekommen, um Dinge zu stehlen.»

Nach dem ersten Diebstahl besorgte die Familie wieder neue Lichter. Doch vergangene Woche, etwa zwei Monate nach dem Begräbnis, verschwanden erneut sechs Stück. Die Familie vermutet, dass dieselbe Person am Werk war.

Eingang des Friedhofs
Diebstähle auf dem Friedhof seien selten, sagt die Stadtverwaltung.

«Es muss am helllichten Tag passiert sein», glaubt die Witwe. Ihr Schwager habe am Morgen das Grab besucht, da seien die Lämpchen noch da gewesen. «Als ich am Nachmittag kam, habe ich es sofort bemerkt und bin in Tränen ausgebrochen.»

Kein Einzelfall

Bianchi kann sich nicht erklären, wieso die Lämpchen bereits zum zweiten Mal verschwunden sind. Trotzdem geht sie nicht davon aus, dass nur das Grab ihres Mannes gezielt bestohlen wird.

Die Stadt entschuldigt sich dafür.

Luzia Zollinger

Fachfrau Kommunikation der Stadt Wetzikon

Denn sie weiss auch von anderen Diebstählen auf dem Friedhof. Selbst einen Rosenkranz aus dem Vatikan habe jemand bei einem anderen Grab einfach mitgenommen.

Diebstähle auf Gräbern sind auch der Stadt Wetzikon bekannt. «Sie kommen selten vor. Aber es ist schade, dass sie überhaupt geschehen», lässt Luzia Zollinger, Fachfrau Kommunikation der Stadt Wetzikon, verlauten. «Die Stadt entschuldigt sich dafür.»

Eine Installation von Überwachungskameras ist laut Zollinger jedoch nur bedingt erlaubt. Im sanierten und erweiterten Friedhof werde es aber bald Schliesszeiten geben. «Doch ein Diebstahl lässt sich damit leider auch nicht komplett verhindern», sagt sie.

Lämpchen bleiben

Die Familie hat die gestohlenen Lämpchen der Polizei gemeldet. «Aber machen kann die auch nichts», sagt Lorena Bianchi ernüchtert. «Wir sind völlig hilflos.»

Sie hat nun trotzdem wieder neue Lämpchen auf dem Grab angebracht – ihr Mann soll es weiterhin am Abend hell haben.

Etwas Halt gibt ihr die Gewissheit, dass sie in ihrer Trauer nicht allein ist. Sie zeigt auf die zahlreichen Engel und Tafeln mit letzten Wünschen am Grab. «Die kommen nicht nur von der Familie, sondern auch von Freunden und Bekannten», sagt sie. «So viele Leute vermissen ihn.»

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