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Oberländer sind noch nicht bereit für «Edgar»

Sind Sie in den sozialen Medien auch schon über den «Edgar-Cut» gestolpert? Was dahinter steckt.

Cheyne Lewin Hofer (Hintergrund) wurde mit seinen Edgar-Kreationen über die Landesgrenzen berühmt.

Foto: Beat Mathys

Oberländer sind noch nicht bereit für «Edgar»

Frisurentrend auch im Oberland?

Ein Trend-Haircut geht seit geraumer Zeit in den sozialen Medien viral. Bei den Coiffeur-Geschäften der Region allerdings scheint der Hype noch nicht angekommen zu sein.

«Einmal Edgar bitte mit Dauerwelle, Taperfade und Hairline» – Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Keine Angst, Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft.

Das Oberland scheint laut Aussagen verschiedener Coiffeur-Geschäfte nämlich noch weitestgehend von diesem Boom verschont geblieben zu sein – weder in Wetzikon noch in Pfäffikon, Illnau-Effretikon oder Uster war der Edgar bisher ein Thema.

Coiffeur Cheyne Lewin Hofer aus dem solothurnischen Zuchwil ist mit seinen umstrittenen Frisurentrends in den sozialen Medien berühmt geworden.

https://www.instagram.com/p/CwPxVYzNocn/

Es geht um einen Haarschnitt, dessen Ursprünge in die USA zurückzuführen sind und der vermutlich nach dem Schauspieler und Model Edgar Ramirez benannt wurde. Der ursprünglich klassische Schnitt des Schauspielers zeichnet sich durch eine klare Linie aus, die entlang der Seiten und des Nackens verläuft. Das obere Haar trägt er etwas länger und voluminös gestylt.

Topf-Frisur anno dazumal

Die derzeit trendige Variante, der sogenannte «Edgar-Cut» allerdings ist weitaus eigenwilliger: «Der charakteristische Pilzhaarschnitt erinnert an frühere Zeiten, als die Haare wie unter einem Topf gradlinig abgehackt wurden», erklärt Mandy Michler, angehende Geschäftsführerin von Angela Coiffeur m-two in Wetzikon. Als ungewöhnlich beschreibt sie auch die Kombination von geradem mit gelocktem Haar, «normalerweise entscheidet man sich für eines von beidem.»

Sie und ihr Team sind nicht unglücklich darüber, dass bisher noch kein Kunde nach diesem Schnitt gefragt hat. «Nicht jede Person kann diesen doch sehr aussergewöhnlichen Haarschnitt tragen», ist sich Michler sicher, «das Gesamtpaket muss stimmen.» Für erfahrene Hairstylisten sei es unabdingbar, die Kundschaft zu beraten, wenn eine Frisur nicht zum persönlichen Typen passen würde.

Ähnlich sieht man es auch beim Atelier Handwerk am Haar in Uster. «Nicht jeder Trend steht jedem Typen Mensch», so Hairstylistin Sarah Hofstetter. Grundsätzlich versuche man, sich den Kundenwünschen anzupassen, «der Haarschnitt sollte aber idealerweise zum Kunden passen».

Gewappnet für Anfragen

In Wetzikon ist man auf Trends eingestellt. So würden die Stylisten laufend die Entwicklungen auf sozialen Medien verfolgen, um für entsprechende Kundenwünsche gewappnet zu sein. «Hält ein Trend länger an, wird er auch an Weiterbildungen zum Thema», erklärt Mandy Michler, die im Oktober 2023 die Geschäftsführung von Angela Coiffeur m-two übernehmen wird. Bis dahin versuche man, mit Anschauungsmaterial dem Kundenwunsch möglichst nachzukommen.

Bei Apropos Coiffure in Effretikon ist der Edgar-Trend ebenfalls noch nicht angekommen. Laut Inhaberin Claudine Iseli sei man offen für Kundenwünsche, die am besten mit Bildern aufgezeigt würden.

«Im Grunde genommen ist Haareschneiden Geometrie», bringt es Nic von Gin Barber in Pfäffikon auf den Punkt, «es geht um das Ableiten eines Grundhaarschnitts, das Kombinieren verschiedener Schnitte.» Anhand von Bild- oder Videomaterial seien diese verschiedenen Varianten gut ableitbar. Allerdings habe bisher auch im Pfäffiker Coiffeur- und Barbergeschäft noch kein Kunde einen Edgar gewünscht.

Bleibt also abzuwarten, ob die Oberländer Spätzünder sind, oder sich diesem Hype gar nicht erst anschliessen werden.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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