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Pfäffikon legt Kezo-Fernwärmeprojekt auf Eis

Fernwärme der Kezo ist keine Option mehr für die Gemeinde Pfäffikon. Das sind die Gründe – und die Alternativen.

Die Wärme der Kezo wird in Pfäffikon keine Häuser beheizen.

Foto: Seraina Boner

Pfäffikon legt Kezo-Fernwärmeprojekt auf Eis

Zu teuer, zu unsicher

Fernwärme der Kezo ist für die Pfäffiker Werkkommission zu teuer. Deshalb will sich die Gemeinde nicht mehr am Projekt beteiligen und sucht jetzt rasch nach Alternativen.

Die Werkkommission der Gemeinde Pfäffikon hat ein grosses Projekt sistiert: Die Gemeinde wird keine Fernwärme der Kehrichtverwertungsanlage Kezo in Hinwil beziehen. «Es birgt ein zu grosses finanzielles und terminliches Risiko», schreibt die Werkkommission in einer Mitteilung.

Gründe dafür sind unter anderem Änderungen in der Projektplanung: Ursprünglich war Pfäffikon zusammen mit Bubikon, Dürnten, Hinwil, Rüti, Wetzikon und der Energie Uster AG Teil des Projekts «Fernwärme Zürcher Oberland». Zudem zeigte auch die Stadt Rapperswil-Jona Interesse.

Anfang Jahr wurde dieses Projekt zweigeteilt: in einen Süd-Ast und einen West-Ast, dem Wetzikon, Pfäffikon und Uster angehören.

Wetzikon will nun aber sein Fernwärmenetz unabhängig von den anderen Gemeinden realisieren. Im Juni hatten die Stimmberechtigten der Stadt einen Rahmenkredit für den Aufbau eines Netzes bewilligt.

Teure Transportleitung

Noch im März hatte die Pfäffiker Werkkommission entschieden, dass die Gemeinde via Wetzikon und nicht wie geplant via Uster an das Fernwärmenetz angeschlossen werden soll.

In der Folge führten die Gemeindewerke Pfäffikon verschiedene Gespräche. Neue Berechnungen hätten dann ergeben, dass der Gesamtbedarf der acht interessierten Gemeinden die Kapazität der Kezo übersteige.

Wir hätten gerne mitgemacht.

Alex Kündig (EVP)

Werkvorsteher von Pfäffikon

Deshalb müsste zusätzlich noch Biomasse als Wärmeerzeuger genutzt werden. Die Kosten für die Energie würden sich damit beinahe verdoppeln.

«In den ersten Studien hat alles noch sehr gut ausgesehen», sagt Pfäffikons Werkvorsteher Alex Kündig (EVP). «Deshalb haben wir auch so lange an diesem Projekt festgehalten, wir hätten gerne mitgemacht.»

Keine Hilfe vom Kanton

Doch jetzt gehe die Rechnung für Pfäffikon nicht mehr auf. Hinzu kämen nämlich gemäss der Mitteilung auch hohe Kosten für das Transportnetz.

Die Gemeinde müsste gemäss einer Schätzung für das gemeinsame Transportnetz bis zum Übergabepunkt in Kempten rund 7,3 Millionen Franken bezahlen. Die ganze Leitung würde gar rund 12 Millionen Franken kosten.

«Die Kosten allein für die Transportleitung sind sehr hoch», erklärt Kündig. «Im Gegensatz zu anderen beteiligten Gemeinden im Projekt können wir diese auch nicht aufteilen, da wir uns am Ende der langen Transportleitung befinden.» Zudem bedauert er auch, dass der Kanton keine finanzielle Unterstützung in Aussicht stellen wollte.

Suche nach Alternativen

Das ganze Projekt würde unter diesen Bedingungen für Verbraucher in Pfäffikon einen hohen Energiepreis bedeuten. Erste Berechnungen von Energie Zukunft Schweiz haben ergeben, dass der Wärmepreis für Pfäffiker Bezüger rund 26 Rappen pro Kilowattstunde betragen würde.

Bei einem verzögerten Ausbau erhöhte sich der Preis sogar auf etwa 30 Rappen pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Aktuell bezahlt man in Pfäffikon für Fernwärme 12 Rappen pro Kilowattstunde.

Nach heutigem Kenntnisstand ist die Kezo frühestens 2030 bereit, Wärme zu liefern.

Alex Kündig (EVP)

Werkvorsteher von Pfäffikon

«Unter diesen Umständen ist ein wirtschaftlicher Betrieb mit der Kezo-Fernwärme nicht möglich und der Wärmepreis nicht konkurrenzfähig», schreibt die Werkkommission.

«Der Druck auf die Liegenschaftsbesitzer ist hoch, ihre fossilen Heizungen zu ersetzen», sagt Gemeinderat Kündig. «Nach heutigem Kenntnisstand ist die Kezo frühestens 2030 bereit, Wärme zu liefern.» Und in dieser Zeit hätten sich viele bereits nach anderen Lösungen umgesehen und beispielsweise Wärmepumpen installiert.

Jetzt sucht die Werkkommission nach Alternativen. Sie hat dafür eine Studie in Auftrag gegeben. So will sie beispielsweise die Nutzung von Abwärme der Pfäffiker Abwasserreinigungsanlage prüfen.

«Wir betreiben bereits drei Fernwärmenetze in Pfäffikon», sagt der Werkvorsteher. So zum Beispiel den Wärmeverbund Schanz, der Wärme aus Holzschnitzeln nutzt. «Wir werden dort das Potenzial nochmals anschauen.» Auch die Option, den Pfäffikersee als Wärmequelle zu nutzen, werde nochmals überprüft.

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