Wilemer Konditorei will grössten Nussfladen der Welt produzieren
Rekordversuch am Dorffest
Der Nussfladen ist ein Kassenschlager der Wilemer Konditorei Janz. Jetzt streben der Mitinhaber und sein Team mit dem Produkt einen Weltrekord an.
Das Team der Konditorei Janz in Wila hat Grosses vor, im wahrsten Sinne des Wortes: Am Wilemer Dorffest vom 19. und 20. August will es den grössten Nussfladen der Welt präsentieren.
«Es war eigentlich eine Schnapsidee, die wir nun in die Tat umsetzen», sagt Christian Deppeler Janz. Er ist Bäcker und Mitinhaber der Konditorei.
Aufgekommen ist sie Anfang Jahr. «Wir mussten für eine Kundenbestellung zig Bleche Fladen herstellen», erinnert er sich. Und da habe er sich gedacht: «Wieso machen wir nicht den grössten Fladen der Welt?»
Eine Tonne Teig und Füllung
Der Nussfladen ist eines der beliebtesten Produkte der Konditorei Janz. Er besteht aus Lebkuchen mit lokalem Wilemer Honig und einer Nussfüllung, die zur Hälfte aus Haselnuss besteht.
Am Dorffest will das Team der Konditorei einen Nussfladen in der Grösse von 64 Quadratmetern produzieren. Natürlich nicht an einem Stück.
«Es werden vermutlich etwa 130 Bleche sein, die wir in den Ofen schieben», sagt Janz. In anderen Worten: Etwa 500 Kilogramm wird der Teig wiegen. Und etwa nochmals so viel die Füllung.
«Etwa eine Tonne insgesamt», schätzt Deppeler Janz. Die genauen Pläne sind noch nicht erarbeitet. Es wartet aber eine anstrengende Vorbereitungsphase auf seine Mitarbeitenden.
In der Woche vor dem Dorffest müssen sie alle arbeiten. «Am Montag und Dienstag bereiten wir die Füllung vor», sagt Deppeler Janz. Am Donnerstag wird dann Teig hergestellt und gebacken, damit am nächsten Tag der Fladen fertiggestellt werden kann.
Und das alles neben der normalen Produktion. «Auch in dieser Woche haben wir unser normales Sortiment im Angebot», betont Janz. «Aber etwa Pralinés oder so werden wir keine herstellen.»
Formular um Formular
Der Konditorei-Mitinhaber und sein Team werden den Fladen im ehemaligen Provisorium des Volg im Zentrum Wila zusammensetzen. «Auf Festbänken», erklärt Deppeler Janz. Damit er die Vorschriften für die Lebensmittelsicherheit einhalten kann, werden diese speziell eingepackt.
Immerhin muss er sich keine Sorgen wegen des Wetters machen. «Der Nussfladen übersteht hohe Temperaturen und schmeckt auch, wenn es etwas kälter ist», sagt der Bäcker mit einem Lachen. Damit eignet er sich auch für einen Weltrekordversuch im August.
Deppeler Janz hofft, dass seine Konditorei mit dem grössten Nussfladen der Welt bald im Guinnessbuch der Rekorde aufgeführt wird. «Wir haben den Weltrekordversuch angemeldet», sagt er.
Das sei mit viel Bürokratie verbunden gewesen. «Wir mussten viele Formulare ausfüllen», erzählt er. Umfangreich mussten sie nämlich die Details des Weltrekordversuchs beschreiben. Einen vergleichbaren Rekord hat der Bäcker nicht gefunden. «Wir sind wohl die Ersten, die das probieren.»
Ein Erlebnis für alle
Eine Eingangsbestätigung der englischen Firma hat Deppeler Janz in der Zwischenzeit erhalten. «Und sie haben uns gesagt, jemand werde sich melden.»
Bisher ist das aber noch nicht passiert. «Wenn ich nicht bald etwas höre, frage ich noch einmal nach», sagt er. Die Hoffnung, dass ihr Nussfladen tatsächlich bei Guinness World Records aufgeführt wird, ist gross.
Doch für Christian Deppeler Janz und sein Team geht es nicht nur darum. Der Fladen vom Dorffest wird verkauft. Der Erlös deckt einen Teil der Unkosten, den Rest will die Konditorei spenden. Je zur Hälfte an den Turnverein, der am Dorffest sein 100-Jahr-Jubiläum feiert, und an die Spitex Mittleres Tösstal. «Es wäre schön, wenn wir beiden gut 2500 Franken geben können», sagt Deppeler Janz.
Wir können zeigen, dass wir auch als kleine Bäckerei ‹hinten› aus Wila Grosses machen können.
Christian Deppeler Janz
Mitinhaber Konditorei Janz
Zudem ist der Weltrekordversuch nicht nur für die Besucherinnen und Besucher am Dorffest als Spektakel gedacht. Das ganze Team freue sich darauf. «Es soll auch für sie ein Erlebnis sein», sagt der Chef.
Es ziehen alle am selben Strick, auch wenn eine anstrengende Woche auf sie wartet. «Ich sage immer, dass ich das beste Team der Welt habe, und das zeigt sich jetzt wieder.»
Connections aus dem Zivilschutz
Natürlich sei ein solcher Rekordversuch auch immer gute Werbung fürs Geschäft, für ihn stehe das jedoch nicht im Vordergrund. «Aber wir können zeigen, dass wir auch als kleine Bäckerei ‹hinten› aus Wila Grosses machen können.»
Um das Ereignis würdig zu feiern, tritt der Bubiker Musiker Dom Sweden in Wila auf. «Sein Manager ist ein Kollege aus dem Zivilschutz», sagt Deppeler Janz.
«Er hat uns einmal wegen einer Torte angerufen, und dann habe ich ihn angefragt, ob Dom nicht am 20. August Zeit hätte.» Der Musiker sagte zu – und ist jetzt auch Fladen-Pate.
Bis es so weit ist und der Fladen prämiert werden kann, steht für Deppeler Janz und sein Team noch einiges an Planungsarbeit an. «Wir hoffen natürlich, dass wir an alles gedacht haben», sagt er. «Und wenn nicht, dann sind wir gut im Improvisieren.»
Der Fladen wird am Dorffest Wila vom 19. und 20. August im Nebengebäude des Volg ausgestellt. Am Sonntag, 20. August, findet um 11.15 Uhr die Prämierung statt, und der Fladen wird angeschnitten. Im Anschluss spielt Fladen-Pate Dom Sweden von 12.30 bis 13 Uhr.
