27 Millionen für Museum Neuthal
Regierungsrat spricht Kredit
Fabrikbauten sollen instand gesetzt und die Infrastruktur ausgebaut werden. Und nicht nur das. Auch eine alte Turbine soll wieder zum Leben erweckt werden.
Die ehemalige Spinnerei Neuthal zwischen Bäretswil und Bauma soll zu einem bedeutenden Museum der Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der Schweiz werden. Der Zürcher Regierungsrat hat dafür einen Rahmenkredit von 27,1 Millionen Franken bewilligt.
Das sechsgeschossige Spinnereigebäude beherbergt bislang eine Museumsspinnerei, eine Webmaschinensammlung und eine Handmaschinenstickerei.
Es ist eine der weltweit grössten Sammlungen an funktionsfähigen Textilmaschinen. Freiwillige kümmern sich um den Museumsbetrieb. Jährlich besuchen bis zu 5000 Personen das Industrieensemble Neuthal, wie der Regierungsrat mitteilte.




Das intakte Industrieensemble ist ein Ortsbild von nationaler Bedeutung und gehört zum grossen Teil dem Kanton Zürich.
Es umfasst das Spinnereigebäude, Lager- und Ökonomiegebäude, Wasserkraftanlagen, Kosthäuser, eine Fabrikantenvilla und Parkanlagen. Entstanden ist die Spinnerei im Zeitraum von 1827 bis 1890.
Nun sollen die Fabrikbauten instand gesetzt und die Infrastruktur ausgebaut werden. Unter anderem wird die 1960 stillgelegte historische Francis-Turbine zu Demonstrationszwecken wieder in Betrieb genommen, wie es in der Mitteilung heisst. Ein Besucherzentrum und Räume für Bildungsangebote sind geplant.
Eröffnung 2027 geplant
Der Regierungsrat erwartet durch den Ausbau in einem ersten Schritt eine Verdoppelung der Besucherzahlen auf 10'000 Personen pro Jahr. Entsprechend sollen ein Besucherzentrum sowie neue Parkplätze entstehen.
Langfristig soll das Museum zu einem Zentrum für die «Geschichte der Textilindustrie» der Schweiz und zu einem Etappenpunkt der Europäischen Route der Industriekultur werden.
Erste bauliche Massnahmen sind noch im laufenden Jahr vorgesehen. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2026 geplant, damit die neue Ausstellung zum 200-Jahr-Jubiläum der Baumwollspinnerei im Jahr 2027 eröffnet werden kann.
Mehr Geld für die Betreiber
Das Museum mit Schaubetrieb wird vom Verein Neuthal Textil- und Industriekultur (NIK) betrieben. Rund 100 Freiwillige engagieren sich in diesem Verein, darunter viele Spezialisten aus der Textilindustrie.
Der Verein zur Erhaltung alter Handwerks- und Industrieanlagen im Zürcher Oberland (VEHI) erhält als Dachorganisation einen jährlichen Betriebsbeitrag von 200’000 Franken aus dem Denkmalpflegefonds. Davon fliessen 165’000 bis 180’000 Franken direkt weiter an den NIK für den Betrieb des Museums.
Für die Jahre 2023 bis 2026 soll der jährliche Betrag an den VEHI auf 370’000 Franken praktisch verdoppelt werden. Davon fliessen 235’000 Franken an den NIK. (sda/sco)