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Gesellschaft

Stadt plant Grossüberbauung mit Wohnungen für Familien

Für das Projekt will der Stadtrat das Land im Baurecht abgeben. Nun wurden eine Projektskizze und die Partner vorgestellt.

Wo jetzt Mais wächst, soll eine Grossüberbauung für Familien entstehen.

Foto: Thomas Bacher

Stadt plant Grossüberbauung mit Wohnungen für Familien

Ambitionierte Pläne in Dübendorf

270 Wohnungen, eine Park für alle, Gemeinschaftsräume, ein Café: Der Stadtrat will günstigen Wohnraum schaffen und gleichzeitig das ganze Gumpisbüel-Quartier aufwerten. Doch da gibt es noch einige Hürden.

Neben dem Leepünt-Areal ist es das letzte grosse Stück Land der Stadt Dübendorf: 28’500 Quadratmeter zwischen Chriesbach und Gumpisbüelstrasse, ein Acker, ein Wäldchen und eine etwas vernachlässigte Grünfläche, auf der seit Anfang Jahr eine biodiverse Wiese kultiviert wird.

Hier plant der Stadtrat eine Grossüberbauung, wofür er das Land im Baurecht abgeben will. Diese Woche nun wurden eine erste Projektskizze und die beteiligten Partner vorgestellt.

20 Prozent günstiger

Vorgesehen sind mehrere Baukörper mit rund 270 Wohnungen mit Fokus auf Familien, aber auch neuere Wohnformen wie Cluster- oder Atelierwohnungen sowie Gemeinschaftsräume soll es geben. Geplant ist weiter eine Gewerbenutzung, ein Café, ein Laden und eine Kita.

Zwei Drittel der Wohnungen sollen in Kostenmiete, also ohne Gewinnabschöpfung angeboten werden. «Damit würden die Mieten rund 20 Prozent unter den Marktmieten für neue Wohnungen in Dübendorf liegen», sagte Rolf Geiger an der Präsentation des Vorhabens am Mittwoch im Stadthaus.

Geiger ist Präsident der Wohnbaugenossenschaft «Wir sind Stadtgarten», eine der Partnerinnen der Stadt. Zweite Bauträgerin ist die Raiffeisen-Pensionskasse, die ihre rund 90 Wohnungen zu Marktmiete anbieten will.

Plan der Überbauung.
Auf diesem fast 30’000 Quadratmeter grossen Stück Land will die Stadt eine Überbauung realisieren.

Der Anteil Marktmiete hat dabei laut Finanzvorstand Martin Bäumle (GEU/GLP) positive Auswirkungen auf die Höhe des Baurechtszinses, der in die Stadtkasse fliesst. Anders als beim städtischen Grundstück Hoffnig neben dem Bahnhof Stettbach, wo bei der Baurechtsvergabe gemäss Bäumle der hohe Ertrag im Vordergrund stand, habe man im Gumpisbüel aber andere Prioritäten.

Das Konsortium wurde gemäss Bäumle nicht in einem eigentlichen Submissionsverfahren auserkoren. «Anstelle des besten wirtschaftlichen Angebots haben wir die Partner ausgesucht, mit denen sich die Ziele der Stadt am besten erreichen lassen.»

Da ist noch die Volksinitiative

«Die Überbauung soll der bis jetzt fehlende Schwerpunkt in dem Gebiet werden und das ganze Quartier aufwerten», sagte Hochbauvorstand Dominic Müller (Die Mitte). Denn neben dem vergünstigten Wohnraum will die Stadt einen Freiraum schaffen, den alle Quartierbewohner nutzen können.

Zum einen soll das bestehende Wäldchen erhalten bleiben. Zum anderen ist da das unbebaute Stück Land am Chriesbach, das zu einem naturnah gestalteten Park umfunktioniert werden soll, wobei auch Urban Gardening eine Option ist.

Damit nehmen die Planer einen Teil der Forderungen einer Volksinitiative aus den Reihen von Aufrecht auf. Die Bürgerrechtsbewegung will auf den betroffenen Grundstücken ein Naherholungsgebiet realisieren und so eine Überbauung verhindern. Voraussichtlich im Herbst oder Winter kommt die Initiative ins Parlament.

Darlehen für Neu-Genossenschafter

Die geplante Grossüberbauung befindet sich in einer noch relativ frühen Phase, weshalb die Stadt weder die detaillierte bauliche Umsetzung noch die Höhe der Miete kommunizieren kann.

In den nächsten Monaten wird nun erst einmal ein Richtprojekt entstehen, darauf basierend erarbeiten die Verantwortlichen den Gestaltungsplan. Dieser kommt dann wohl als Paket zusammen mit dem Baurechtsvertrag in den Gemeinderat. Frühester Baubeginn ist 2026.

Bereits heute steht jedoch fest, dass die Einwohner Dübendorfs bei der Vergabe der Genossenschaftswohnungen bevorzugt werden, wenn sie seit mindestens fünf Jahren in der Stadt wohnen.

Doch da wäre noch das Problem der Finanzierung, kostet der Einkauf in eine neue Genossenschaft doch schnell mal ein paar 10'000 Franken. Vor dem Hintergrund, dass die Planer eine gute soziale Durchmischung in der Siedlung möchten, will der Stadtrat deshalb in einem noch nicht bestimmten Umfang Darlehen ermöglichen.

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