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Die Wilemer Pizzeria bleibt Familiensache

Seit 24 Jahren ist das «Don Giuseppe» eine feste Grösse in Wila. Nun kommt es zum Besitzerwechsel. Der neue Chef will den Kunden Bewährtes bieten.

Gabriel Prandi (links) hat das Pizzahandwerk von seinem Onkel José «Giuseppe» Wagner gelernt.

Foto: PD

Die Wilemer Pizzeria bleibt Familiensache

«Don Giuseppe» in neuen Händen

Gabriel Prandi übernimmt die Pizzeria Don Giuseppe in Wila von seinem Onkel. Er hat grosse Pläne, will es aber trotzdem ruhig angehen.

Gabriel Prandi ist sich für keine Aufgabe zu schade: Seit zehn Jahren arbeitet der umtriebige 35-Jährige beim Pizzalieferdienst Don Giuseppe in Wila. Er steht in der Küche, hilft beim Putzen oder liefert die Pizzas aus.

Bald ist Prandi aber nicht mehr nur einfacher Angestellter. Ab Juli übernimmt er die Pizzeria von seinem Onkel José «Giuseppe» Wagner.

Wagner gründete die Pizzeria vor 24 Jahren. «Jetzt hat er das Pensionsalter erreicht», erzählt Prandi. «Und ich darf übernehmen.»

Ein Argentinier mit italienischem Pass

Prandi lebt seit elf Jahren in der Schweiz. Er ist nicht etwa – wie man bei seinem Namen oder seiner Tätigkeit erwarten würde – in Italien aufgewachsen, sondern in Argentinien. «Dorthin sind sehr viele Italiener ausgewandert», erklärt er. Deshalb besitzt er auch den italienischen Pass.

In seiner südamerikanischen Heimat hatte er mit dem Pizza-Machen noch wenig am Hut. «Ich habe nur gegessen», sagt er lachend. Er absolvierte stattdessen eine Ausbildung als Elektroinstallateur.

Das Handwerk, um gute Pizzas herzustellen, lernte er erst bei seinem Onkel in der Schweiz. Und es gefällt ihm bis heute. «Ich arbeite sehr gerne hier.»

Wohnen und arbeiten unter einem Dach

Als ihn sein Onkel gefragt hatte, ob er die Pizzeria übernehmen will, musste er trotzdem kurz überlegen. Prandi ist nämlich verheiratet und Vater von zwei schulpflichtigen Kindern. «Aber meine Frau steht hinter der Entscheidung, die Pizzeria zu übernehmen», sagt er.

Schon bald wird die Familie auch direkt über der Pizzeria eine Wohnung beziehen. «Das macht es dann alles etwas einfacher», sagt er.

Denn seine Frau wird ab Juli ebenfalls bei «Don Giuseppe» tätig sein. Die neue Wohnung sorgt dafür, dass die Eltern auch bei der Arbeit immer in der Nähe sind. Denn die Tage in der Pizzeria sind lang.

«Ich bin oft gegen 10 Uhr morgens hier und arbeite meistens bis nach 23 Uhr», erklärt Prandi. Zwar habe die Pizzeria nach der Mittagspause geschlossen. Doch als künftiger Chef muss er sich in dieser Zeit auch oft um Administration oder Einkäufe kümmern.

Besonders viel Betrieb herrscht in der kalten Jahreszeit oder bei schlechtem Wetter. Dann gehen pro Tag 100 bis 120 Pizzas durch den Ofen.

Ein Familienbetrieb

Wenn Prandi von diesen anstrengenden Arbeitstagen erzählt, schwingt trotzdem Freude in seiner Stimme mit. Die Pizzeria ist seine Leidenschaft geworden – und er ist stolz, dass er als Neffe den Betrieb seines Onkels weiterführen kann. «Die Familie ist wichtig», betont er.

Ich will das weiterführen, was mein Onkel begonnen hat.

Gabriel Prandi

neuer Inhaber von «Don Giuseppe»

Neben seiner Frau wird auch sein Bruder in der Pizzeria eine wichtige Rolle einnehmen. Ob das nicht manchmal zu familiären Konflikten führen könnte? Prandi verneint. Während andere niemals mit Familienmitgliedern arbeiten wollen, sieht er darin einen grossen Vorteil.

«In der Familie können wir Probleme ausdiskutieren», sagt er. Für ihn sei das optimal.

Ein langsamer Einstieg

Im ersten Halbjahr möchte Prandi als neuer Eigentümer Fuss fassen. «Ich will das weiterführen, was mein Onkel begonnen hat.»

Erst danach möchte er andere Dinge anpacken. So plant er beispielsweise, das kleine Gastlokal beim Zentrum Wila sanft zu renovieren. Ausserdem will er das Geschäft stetig weiterentwickeln – zu viel verraten möchte er aber noch nicht.

Er habe auch noch etwas Zeit. «Ich habe vor, noch ein paar Jahre hierzubleiben», sagt er und fügt mit einem Lachen hinzu, «bis zu meiner Pensionierung.»

Salami und Margherita

Den Kundinnen und Kunden will er das Gleiche bieten wie sein Onkel. «Wir sind hier im Tösstal sehr gut vernetzt», sagt er. «Unsere Gäste und Kunden wissen, welche Qualität sie bei uns erhalten.»

So werde der Teig stets frisch gemacht. Die Tomatensauce, ausschliesslich mit Zutaten aus Italien, werde in der Küche in Wila verfeinert. Wie genau? Dieses Geheimnis hütet der argentinische Pizzaiolo.

Was er hingegen gerne verrät, sind die Pizzavorlieben seiner Kunden. «Pizza Salami ist sehr beliebt», sagt er. «Und Pizza Margherita.»

Er selber sei nicht sehr wählerisch. Einzig eine Pizza, wie sie in Argentinien üblicherweise hergestellt wird, möchte er nicht mehr essen: «Dort hat es viel zu viel Käse drauf.»

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