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Gesellschaft

Jeder Quadratmeter Blumenwiese zählt

Illnau-Effretikon und Lindau ziehen gegen sterile Rasenflächen ins Feld. Mit einer Flyeraktion laden sie Hausbesitzer ein, der Natur mehr Raum zu geben.

Marc Weiss setzt sich im Namen der Stadt Illnau-Effretikon für mehr Natur im Siedlungsraum ein. Mit der Anlage von Blumenwiesen wie hier beim Schulhaus Hagen in Illnau geht diese mit gutem Beispiel voran.

Foto: Marc Dahinden

Jeder Quadratmeter Blumenwiese zählt

Biodiversität im Siedlungsraum

Illnau-Effretikon und Lindau ziehen gegen sterile Rasenflächen ins Feld. Mit einer Flyeraktion laden sie Hausbesitzer ein, der Natur mehr Raum zu geben.

Almut Berger

«Blumenwiesen und -rasen sind wahre Hotspots der Biodiversität», sagt Marc Weiss. «Sie bieten Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tierarten und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.» Weiss leitet seit November den Bereich Naturschutz bei der Stadt Illnau-Effretikon. Und er hat den Flyer mit konzipiert, der in diesen Tagen in alle Briefkästen von Illnau-Effretikon und Lindau verteilt wird.

Unter dem Motto «Jeder Quadratmeter zählt» rufen die beiden Gemeinden Haus- und Gartenbesitzer dazu auf, auf ihren gepflegten Rasenflächen mehr Wildwuchs zuzulassen. Und damit im immer stärker verdichteten Siedlungsraum ökologisch wertvolle Oasen zu schaffen.

Der Verzicht auf Dünger, Herbizide und Pestizide schont die Umwelt, aber auch das Portemonnaie.

Marc Weiss, Leiter Naturschutz

«Für die Natur sind diese Oasen sehr wertvoll, selbst wenn die Flächen noch so klein sind», erklärt Weiss. Von etwas mehr «Laisser-faire» würden nicht nur Flora und Fauna, sondern auch der Gärtner oder die Gärtnerin profitieren. Je extensiver und naturnaher eine Grünfläche nämlich gepflegt werde, desto weniger Zeit und Energie benötige man. «Der Verzicht auf Dünger, Herbizide und Pestizide schont die Umwelt, aber auch das Portemonnaie.»

Ruderalflächen rund um die Schulhäuser

Die beiden Gemeinden rufen aber nicht nur zu mehr Wildnis auf den Rasenflächen auf, sie gehen auch mit gutem Beispiel voran. So werden bei Neugestaltungen von Kindergärten in der Regel Blumenrasen angelegt. Und auf den grossen Flächen rund um Schulanlagen, die nicht für Sport und Spiel genutzt werden, entstehen Schritt für Schritt Blumenwiesen und Ruderalflächen. Dazu kommt eine Gratisberatung für all diejenigen Einwohner, die für die Umgestaltung ihrer Grünflächen Rat benötigen.

Die Aktion «Jeder Quadratmeter zählt» ist Bestandteil einer auf vier Jahre angelegten Informationskampagne des Ressorts Naturschutz. Diese wurde letztes Jahr mit dem Thema «Invasive Neophyten» gestartet. Im Zuge einer kostenlosen Ausreissaktion wurden damals über 12 Tonnen Kirschlorbeer aus privaten Gärten entfernt.

Marc Weiss erhofft sich nun auch bei «Jeder Quadratmeter zählt» eine gewisse Kettenreaktion. «Wenn der Nachbar links plötzlich das Gras wachsen lässt, überlegt es sich vielleicht auch der Nachbar rechts, ob er wirklich Samstag für Samstag Rasen mähen will.»

Rundgang Biodiversität

Marc Weiss zeigt auf einem Rundgang durchs Quartier an konkreten Beispielen, wie in Gärten Biodiversität gefördert werden kann: 28. Juni, 19 bis 20 Uhr, Ottikon beim Volg / 7. Juli, 18 bis 19 Uhr, Illnau, Max-Binder-Platz.

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