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«Der Streik ist ein Mittel, um sanften Druck aufzusetzen»

Auch in Wald ist eine Demonstration zum feministischen Streik geplant. Das wollen die Veranstalterinnen damit erreichen.

In Wald gab es 2021 eine spontane Aktion zum feministischen Streik. Dieses Jahr hat ein Kollektiv grössere Pläne.

Foto: PD

«Der Streik ist ein Mittel, um sanften Druck aufzusetzen»

Frauenstreik in Wald

In Wald findet dieses Jahr eine Demonstration zum feministischen Streik statt. An die Gemeinde haben die Organisatorinnen klare Forderungen.

Laura Kieser, eine Aktion zum feministischen Streik erwartet man eher in urbanen Zentren. Was hat Sie und Ihre Mitstreiterinnen veranlasst, auch in Wald eine Demonstration zu organisieren?

Laura Kieser: Einerseits ist die Gemeinde Wald zu einer ruralen Kleinstadt herangewachsen, andererseits gibt es hier in unseren Augen noch viel zu tun. Wir denken, dass vor allem in ländlichen Gebieten das klassische Familienmodell überwiegt und die sogenannte Care-Arbeit Frauensache ist. Aus Sicht der Lohngleichheit gibt es auf dem Land ebenfalls mehr zu tun – auch wenn wir das nicht mit Statistiken belegen können.

Sie sprechen von «wir». Wer steht hinter der geplanten Aktion in Wald?

Wir bezeichnen uns als feministisches Kollektiv. Die ganze Planung habe ich zusammen mit zwei weiteren Frauen begonnen. Wir sind Mütter von kleinen Kindern und deshalb mit völlig neuen gesellschaftlichen Themen konfrontiert, für welche es aus Sicht von uns Frauen viel zu tun gibt.

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Was wollen Sie mit dem Streik erreichen?

Primär geht es uns um die finanzielle und gesellschaftliche Aufwertung der Arbeit von Frauen, mehr Zeit und Geld für Betreuungsarbeit sowie Respekt statt Sexismus am Arbeitsplatz. Das sind die Forderungen des feministischen Streiks auf nationaler Ebene. Wir haben sie für Wald noch etwas angepasst.

Inwiefern?

Wir erarbeiten einen Forderungskatalog für die Gemeinde. Diesen wollen wir am 14. Juni der Gemeindeverwaltung übergeben. Dazu gehört beispielsweise, dass Wald die Gehaltsstrukturen auf der Verwaltung durchleuchtet. Wir fordern auch höhere und transparentere Gemeindebeiträge für die familienergänzende Kinderbetreuung, damit die Erwerbstätigkeit beider Elternteile nicht an den Betreuungskosten scheitert.

Und erreicht man das wirklich mit einem Streik?

Was wir bereits erreicht haben, ist, dass darüber geredet wird. In der Familie, im Umfeld, im Yogakurs, beim Einkaufen et cetera. Mit dem Streik möchten wir nochmals sichtbarer werden. Ja, wir sind überzeugt, der Streik ist ein Mittel, um sanften Druck aufzusetzen. Es gibt uns ein Gefühl von Zusammenhalt und davon, gemeinsam stark zu sein.

Wie viele Leute erwarten Sie?

Das ist wirklich sehr schwer vorauszusagen. Es gab um 1991 auch in Wald eine kleine Demo. Dann wurde im Rahmen des grossen nationalen Frauenstreiks im Jahr 2019 wieder etwas veranstaltet. Zudem gab es eine spontane kleine Aktion 2021. Wir haben also noch keine Erfahrungswerte.

Sie haben gesagt, Wald sei politisch gesehen eher konservativ. Wie ist bisher das Echo in der Gemeinde?

Wir wollen natürlich auf unsere Aktion aufmerksam machen und verteilen zum Beispiel Flyer. Gewisse Leute sind schon eher zurückhaltend, aber wir erhalten auch positive Reaktionen. Da wir in der Region die einzige Streikveranstaltung sind, hoffen wir natürlich, dass sich auch Leute aus anderen Gemeinden in der Umgebung beteiligen.

Wer ist alles am Streik willkommen?

Alle Menschen, die unsere Forderungen mittragen, sind herzlich willkommen.

Zur Person: Laura Kieser (35) ist IT-Unternehmensberaterin und Teil des feministischen Streikkollektivs Wald.

Feministischer Streik im Oberland

Der Marsch in Wald beginnt um 14 Uhr mit Besammlung und Vorbereitung auf dem Spielplatz Windegg. Um 15.15 gibt es Wortmeldungen auf dem Schlipfplatz. Zirka um 15.30 ist Abmarsch in Richtung Bahnhof und später zum Schwertplatz. Um 18 Uhr beginnt das gemeinsame Ausklingen in der Villa Flora.

In Uster gibt es gleichentags von 10 bis 14 Uhr einen feministischen Markt. Im Anschluss wollen die Teilnehmenden gemeinsam zur grossen Demonstration nach Zürich anreisen. Diese beginnt um 18 Uhr beim Bürkliplatz.

Weitere Informationen findet man auf der Website www.14juni.ch.

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