Sie bringen gutbürgerliche Küche und thailändisches Flair ins Tösstal
Neue Pächter in der «Blume» Fischenthal
Im Gasthaus Blume in Fischenthal haben die neuen Pächter den Betrieb aufgenommen. Um ein Haar wäre die Eröffnung ins Wasser gefallen.
Mathias Krähenmann hatte Glück im Unglück: «Anfang Mai hatte ich einen Herzinfarkt und einen schlimmen Sturz», erzählt der neue Pächter des Gasthauses Blume in Fischenthal. Dabei hat er sich Schultern, Rücken und Arm verletzt.
Trotzdem hat er vergangene Woche zusammen mit seiner Frau Lak das Fischenthaler Restaurant wiedereröffnet. «Ich kann ja auch mit rechts kochen», sagt der 53-Jährige trocken.
Seinen linken Arm stützt er nach wie vor in einer Schlinge in seiner Kochuniform. Die Ironie des Schicksals: Krähenmann ist Linkshänder.
Aufwendiges Auswahlverfahren
Über zwei Jahre lang stand das traditionsreiche Lokal neben der reformierten Kirche leer. Der letzte Pächter Silvan Busslinger hatte im Mai 2021 das Handtuch geworfen. Vor seinem Antritt im September 2019 war die «Blume» ebenfalls für über ein Jahr ohne Pächter.
Vielleicht gerade deshalb wollte die Gemeinde bei der Suche nach Busslingers Nachfolger auf Nummer sicher gehen. «So ein aufwendiges Auswahlverfahren habe ich noch nie erlebt», sagt Krähenmann.
Ich setze auf gutbürgerliche Küche mit Qualität.
Mathias Krähenmann, Koch
Doch der erfahrene Gastronom konnte mit seinen Ideen und dem Konzept die Fischenthaler Politiker überzeugen. Er hat in seiner Laufbahn in diversen Betrieben im In- und Ausland gearbeitet. Von 2006 bis 2021 war er Inhaber der Krähenmann GmbH in Gossau SG und belieferte diverse Gaststätten und Restaurants mit Speisen.
Jetzt erfüllt er sich in der «Blume» den lang ersehnten Traum eines eigenen Gasthofs. «Ich setze auf gutbürgerliche Küche mit Qualität», betont er. Eine gute, frische Zubereitung seiner Speisen ist ihm wichtig.
Thai nach Schweizer Art
Auf der Speisekarte findet man aber neben Schweinssteak oder paniertem Schnitzel auch Pouletwürfel in roter Thaicurry-Sauce oder Muh Pad King, ein thailändisches Schweinsgeschnetzeltes.
Krähenmann beherrscht nämlich auch die thailändische Küche, «aber nach Schweizer Art», wie seine Frau Lak mit einem Lachen betont.
Sie kommt ursprünglich aus Thailand und lebt seit fünf Jahren in der Schweiz. Und eine Hommage an ihr Herkunftsland findet man nicht nur auf der Speisekarte. So steht auf der Theke eine kleine, goldene Winkekatze, ein typisch thailändischer Glücksbringer.





Auch Lak Krähenmann arbeitet jetzt in der «Blume». Primär ist sie für den Service zuständig. Doch da ihr Mann gesundheitlich immer noch etwas angeschlagen ist, steht sie teilweise auch in der Küche. «Dann bereite ich vor allem Wurstsalat oder Glace zu.»
Ein kurzer Testlauf
Bevor die beiden am 1. Juni die «Blume» offiziell eröffnet haben, führten sie nach Auffahrt einen rund zweiwöchigen Testbetrieb durch. In dieser Zeit kamen vor allem Bekannte vorbei. «Das war wichtig, nachdem das Restaurant gut zwei Jahre geschlossen war», erklärt Mathias Krähenmann.
Die Gemeinde, so betont er, habe dem Gasthof auch während der Schliessung Sorge getragen. Die Zusammenarbeit gestalte sich gut.
«Aber es gibt halt nach so einer langen Pause immer die einen oder anderen Probleme, wenn ein Betrieb länger geschlossen war.» Beispielsweise bei den Kühlsystemen.
Das meiste konnte in der Zwischenzeit schon behoben werden. «Und der Rest gefährdet den Betrieb nicht.»
Wieder ein Treffpunkt
Auch wenn die Krähenmanns erst seit wenigen Wochen in Fischenthal arbeiten, gefällt es ihnen sehr im Tösstal. Sie fühlen sich akzeptiert und aufgenommen: «Letzte Woche waren schon zahlreiche Vereine hier. Genau das will ich», sagt der Wirt. Die «Blume» soll wieder ein Dorftreffpunkt werden.
Zusammen mit seiner Frau hat er sich auch dazu entschlossen, ins Tösstal zu ziehen. «Wir wohnen bald nur wenige Meter vom Restaurant entfernt.»
Allein können Lak und ich diese Aufgabe nicht stemmen.
Mathias Krähenmann, Koch
Trotzdem will er dafür sorgen, dass er an seinem neuen Arbeitsort eine gute Work-Life-Balance hat. «Ich muss auf mich achten.» Der Herzinfarkt Anfang Mai war ein wichtiges Alarmzeichen.
Aktuell ist Krähenmann noch daran, sein Team zusammenzustellen. «Allein können Lak und ich diese Aufgabe nicht stemmen.» Er hofft, dass er trotz Fachkräftemangel bald fündig wird. Er vertraut auf sein grosses Netzwerk, das er sich in vielen Berufsjahren zusammengestellt hat.
Im Moment ist die «Blume» noch am Dienstag und Mittwoch geschlossen. Das Ziel ist, dass sein Restaurant bald täglich geöffnet sein wird. «An zwei Tagen pro Woche bin ich dann einfach nicht hier, und meine Leute schauen nach dem Rechten.»
