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Gesellschaft

Das neue Schindel-Kleid hält für drei Generationen

Bis zu 80 Jahre soll die neue Holzfassade des Restaurants Bachtel-Kulm halten. Bald ist die Hälfte der benötigten Schindeln produziert.

Kaspar Mändli zeigt einen Schindelschirm. Nach der Sanierung werden die Fassaden des Restaurants Bachtel-Kulm einen solchen tragen.

Foto: Christian Brändli

Das neue Schindel-Kleid hält für drei Generationen

Werbung für Bachtel-Genossenschaft wirkt

Das Bauprojekt «Bachtel 2025» liegt im Zeitplan. Und auch bei der Finanzierung geht es vorwärts, wie es an der Generalversammlung der Genossenschaft hiess.

Ein Fünftel der knapp 600 Mitglieder der Genossenschaft Bachtel-Kulm machte sich am Samstag auf die Spitze «ihres» Berges auf, um das Neuste zum grössten Vorhaben in der 102-jährigen Geschichte der Vereinigung zu erfahren, dem Projekt «Bachtel 2025».

«Wir sind weiterhin im Zeitplan», stellte Martin Vögeli fest. Er ist im Genossenschaftsvorstand für den Bereich Liegenschaften verantwortlich. Fortschritte vermeldete der Vorstand auch bei der Finanzierung des knapp sechs Millionen Franken teuren Projekts.

Viele Anteilscheine gezeichnet

Mittlerweile seien gut 700'000 Franken an Spenden, neuen Anteilsscheinen und Zahlungsversprechungen zusammengekommen, meinte Präsident Ralph Köchli. Dank der Berichterstattung in den regionalen Medien und dem Werbeflyer seien in jüngster Zeit viele neue Anteilscheine gezeichnet worden und neue Genossenschafter hinzugekommen.

Der Vorstand möchte allerdings noch mehr: «Wenn 500 Genossenschafter je zwei Spender finden, die ihrerseits je 1000 Franken zahlen, hätten wir eine weitere Million beisammen.» Dabei ziehen die Verantwortlichen einen Vergleich mit der Stockhornbahn im Berner Oberland, wo innert neun Monaten viele Kleinaktionäre aus der Umgebung zwei Millionen Franken zeichneten.

Spielplatz auf dem Bachtel an einem Sonntag.
Mit den Pachteinnahmen aus dem Restaurant finanziert die Genossenschaft den Unterhalt aller Anlagen auf der Bachtelkuppe.

Bei einigen angeschriebenen Vergabestiftungen gebe es das Problem, dass diese das Restaurant als kommerziellen Betrieb sähen. «Das entspricht aber nicht ganz der Wahrheit, dient das Restaurant der Genossenschaft doch als Einnahmequelle für den Unterhalt der ganzen Bachtelkuppe und damit der Erfüllung unseres gemeinnützigen Zwecks», hielt der Präsident fest.

Baufreigabe in acht Monaten

Martin Vögeli rechnet mit einer Baufreigabe im Januar 2024. Das bedeutet, dass das Restaurant rund einen Monat darauf geschlossen und ein Provisorium in Betrieb genommen würde.

Peter Moor, Architekt des Bachtel-Kulm-Sanierungsprojekts, gibt im Video Auskunft zur geplanten Schindelfassade.
Video: Genossenschaft Bachtel-Kulm

Dieses sieht laut Vögeli so aus, dass abgesetzt von der Baustelle in einer Scheune eine Besenbeiz eröffnet wird. Während sich dort Gäste und Handwerker verpflegen können, wird nebenan das Restaurant Bachtel-Kulm komplett saniert. Äusserlich wird es ein Aussehen wie vor 100 Jahren erhalten.

Schon 14’000 Schindeln produziert

Dazu gehört, dass das Gebäude komplett eingeschindelt wird. Die hölzerne Fassade weist eine hohe Haltbarkeit auf. «Sie wird 60 bis 80 Jahre überdauern und wenig Unterhalt benötigen», betonte Vögeli. Auch in drei Generationen dürfte es damit noch zu sehen sein.

Von den rund 36'000 benötigten Schindeln, jede von ihnen vier bis fünf Millimeter dick, sieben bis acht Zentimeter breit und etwa 35 Zentimeter lang, hat Kaspar Mändli bereits 14'000 hergestellt. Der Hinwiler Zimmermann produziert die Schindeln, die von zehn Fichten stammen, die auf dem Bachtel oben gefällt worden sind.

Kaspar Mändli zeigt im Video, wie er die Schindeln für die Fassade des Restaurants Bachtel-Kulm herstellt.
Video: Genossenschaft Bachtel-Kulm

Zu Fleischkäse und Kartoffelsalat konnten die Genossenschafter dann den neusten Film über die Schindelproduktion sehen. Und dazu erhielten sie Rotwein, den der neue Wirt Aco Rastoder offerierte.

Pächterwechsel gab zu reden

Und dieser stand im Mittelpunkt der mit teils giftigen Voten geführten Diskussion um den Pächterwechsel. So kritisierten insbesondere zwei Anwesende, dass sie sich als Wanderer nicht mehr willkommen fühlten.

Dem hielten nicht nur der Vorstand, sondern auch einige Genossenschafter entgegen. Gemahnt wurde vor allem, dass die Polemik über die Art der Führung des Restaurants dem Bauprojekt schade.

Fokus aufs Bauprojekt

«Das Projekt und der Pächter sind zweierlei. Wir müssen uns für das Bauvorhaben einsetzen, denn dieses ist ein Projekt für die Zukunft, für die nächste Generation», hielt der Unternehmer Theo Schaub fest.      

Und Genossenschaftspräsident Ralph Köchli rief alle dazu auf, das neue Team, das Aco Rastoder trotz Fachkräftemangel vor Kurzem auf die Beine gestellt habe, doch zu testen.

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