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In Rikon werden Bubenträume wahr

Die 0n3 Trainbuffs bauen eine einzigartige Modelleisenbahn. Ihr Ziel: Die Anlage darf niemals fertig werden.

Die beiden Trainbuffs Andy Meier und Thury Schmidheiny überwachen den Fahrbetrieb auf ihrer grossen Anlage.

Foto: André Gutzwiller

In Rikon werden Bubenträume wahr

Historische Eisenbahn im Kleinformat

Seit bald 20 Jahren lassen die 0n3 Trainbuffs ein Stück US-Eisenbahngeschichte auferstehen. Am Tag der offenen Tür haben sie ihre Anlage der Öffentlichkeit gezeigt.

André Gutzwiller

Beim Betreten des alten Spinnereisaals in Rikon werden die Augen schon etwas grösser. Im ersten Obergeschoss breitet sich vor den Besuchern eine fremd anmutende Szenerie aus.

Dampfzüge aus einer längst vergangenen Zeit begegnen einem auf Augenhöhe und ziehen mit schwer beladenen Güterwagen schnaubend und stampfend an einem vorbei.

Auf verschlungenen Wegen folgen die Zuschauer den Zügen und verlieren sich in einer wilden, amerikanischen Landschaft. Von irgendwo ertönt ein Piano aus einem Western Saloon, den man aber nicht findet.

Eine Anlage, die nicht fertig werden darf

Die 0n3 Trainbuffs bestehen zurzeit aus sechs Mitgliedern und bauen seit 2004 an der Anlage in Rikon. Ihr Name ist abgeleitet von der Grösse und der Spurweite der Modelleisenbahn. «0n3» bezeichnet eine amerikanische Schmalspurbahn im Massstab 1:48 zum Original.

Tage der offenen Tür bei den 0n3 Trainbuffs in Rikon.
James Stapfer, Andy Meier, Thury Schmidheiny und Fredy Schmohl treffen sich jeden Freitag zum «Bauabend».

Die Modellanlage ist den amerikanischen Bahngesellschaften Denver and Rio Grande Western und Rio Grande Southern in Colorado nachempfunden.

Diese beiden verbanden mit ihrem Schienennetz in den 1940er Jahren bis in die 1960er Jahre verschiedene Minen und Ortschaften miteinander. Ein Teil der Strecke kann heute noch mit Museumsbahnen befahren werden.

Die Trainbuffs haben sich zwei grosse Ziele gesetzt: Die historischen Gebäude und auch der ganze Fuhrpark sollen möglichst den Originalen entsprechen. Und die Modellanlage darf niemals fertig werden. Jeden Freitag treffen sie sich zum «Bauabend» und frönen ihrem Hobby.

Mittlerweile sind alle im Pensionsalter. Das soll gemäss Mitglied James Stapfer aber keine Bedingung sein, um mitzumachen. Er würde es gerne sehen, wenn sich neun bis zwölf Mitglieder um die Anlage kümmern könnten.

Besucher reisen sogar aus Hamburg an

An die Anfangszeiten erinnert er sich gerne. Seit Stunde null werden alle Bauteile selber angefertigt. Sogar das Holz für die Schwellen haben die Trainbuffs eigens aus Amerika importiert. Schnell überschlägt Stapfer die 700 Meter Schienen und die 50 Schwellen pro Meter: Insgesamt 35'000 Schwellen wurden einzeln von Hand angefertigt.

Heute ist die Anlage komplett befahrbar. Das Schienennetz ist zu 95 Prozent fertiggestellt, die Elektronik voll installiert und funktionsfähig. Das Hauptaugenmerk liegt momentan auf dem Ausbau der Landschaft.

Wenn es Gelegenheiten für die Besichtigungen gibt, kommen viele Besucher nach Rikon, die selbst versierte Modellbauer sind. Sogar aus Frankfurt und Hamburg sind schon Leute angereist. Auch zählen die Fans aus der Region zu den regelmässigen Gästen.

Die nächste Möglichkeit, um die Anlage zu besichtigen, bietet sich diesen Herbst. Wenn in Bauma Mitte Oktober die Plattform der Kleinserie stattfindet, wird der Spinnereisaal auf Anfrage für Gruppen geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter on3trainbuffs.com.

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