Ehemaliger Wirt verkauft «Metzg» und alten Kornladen
Liegenschaft in Kempten
Mit 89 Jahren hat Max Schmid genug. Der ehemalige «Metzg»-Wirt verkauft seine Liegenschaft in Kempten – und hofft, dass alles beim Alten bleibt.
«Attraktive Rendite im Zentrum Wetzikons.» Mit diesen Worten preist die Properti AG zwei Mehrfamilienhäuser an der Bahnhofstrasse in Kempten an.
In den beiden Häusern, gleich neben der Volg-Filiale, befinden sich auch das Restaurant Metzg und der ehemalige Kornladen. Im Ladenlokal ist Anfang April das Berrylicious Café eingezogen, das sich auf Brunch und Schokofrüchte spezialisiert hat.
Im Moment heisst der Eigentümer der Häuser noch Max Schmid. Über 32 Jahre lang führte er zusammen mit seiner Frau das Restaurant Metzg. 2001 war dann «Ustrinkete». Seither führten diverse Pächter das Restaurant.
Doch wieso verkauft Schmid die Häuser jetzt? «Ich bin 89 Jahre alt, und meine Frau ist vor drei Jahren verstorben», sagt er. Von den Kindern habe keines Interesse an der Liegenschaft. So sei der Zeitpunkt gekommen, die Häuser abzustossen.
Währschaftes Essen soll bleiben
Was bedeutet der Hausverkauf für das Restaurant und das Café? «Ich hoffe sehr, dass alles bestehen bleibt», betont er.
Dem ehemaligen Wirt ist es ein grosses Anliegen, dass es weiterhin ein Restaurant mit währschaftem Essen in der Gegend gebe. «Die findet man heute ja kaum mehr.»
Seit Januar ist das Restaurant Metzg wieder in der Hand eines neuen Pächters: Jetzt kocht André Eichenberger im Quartierrestaurant für seine Gäste. Auch er setzt auf gutbürgerliche Küche.
Zuversicht und Schweigen
Die beiden Häuser sind inzwischen reserviert, aber noch nicht verkauft. Das bestätigt Luca Lauria von der Properti AG, der für den Verkauf zuständig ist.
Es wurde uns versichert, dass das Café hierbleiben kann.
Leonora Mazola, Inhaberin Berrylicious Café
Auch er glaubt, dass sich für das Restaurant und das Café vermutlich nichts ändern wird. «Der Plan ist, dass alles so bleibt, wie es ist.»
Leonora Mazola, die Inhaberin des Berrylicious Café, zeigt sich auf jeden Fall zuversichtlich. «Nur der Eigentümer wechselt», sagt sie beschwichtigend. «Es wurde uns versichert, dass das Café hierbleiben kann.»
Das «Berrylicious» hat sie erst an Ostern eröffnet. «Und es läuft absolut ‹crazy›.»
Und wie geht es im Restaurant Metzg weiter? Sieht Pächter André Eichenberger das ebenso gelassen? Er möchte dazu keine Stellung nehmen.
