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Gesellschaft

In Aathal ist der T-Rex los

Das Sauriermuseum Aathal lockt Dino-Fans mit dieser neuen Sonderausstellung an.

Der Tyrannosaurus Rex ist seit über 60 Millionen Jahren ausgestorben. Dennoch, oder genau deshalb, begeistert er weltweit.

Talina Steinmetz

In Aathal ist der T-Rex los

Sonderausstellung im Sauriermuseum

Der T-Rex ist der beliebteste Dino der Welt. Das Sauriermuseum Aathal widmet ihm nun eine Sonderschau und stellt die berühmtesten T-Rex-Funde der Welt aus.

Talina Steinmetz

Redaktorin

Seine Zähne sind lang, spitz und tödlich. Sein Körper ist riesig – seine Arme im Vergleich dazu lächerlich kurz. Und doch gehört er zu den gefährlichsten Jägern, die je auf unserem Planeten gelebt haben: der Tyrannosaurus Rex.

Jetzt hat der Saurier, der seit über 60 Millionen Jahren ausgestorben ist, seinen Weg in die Schweiz gefunden. Einerseits wird am 18. April ein echtes T-Rex-Skelett namens Trinity in Zürich versteigert, andererseits widmet das Sauriermuseum Aathal dem Tyrannosaurus Rex eine Sonderausstellung. Denn: «Der T-Rex ist der beliebteste Dinosaurier der Welt.»

Das weiss Nils Knötschke, freiberuflicher geologischer Präparator. Er hat selbst schon Dinosaurier ausgegraben, half beim Aufbau des Trinity-Skeletts in Zürich und ist immer wieder für das Sauriermuseum in Aathal tätig; so auch für die Sonderausstellung zum Tyrannosaurus Rex.

Der teuerste T-Rex aller Zeiten

Nun steht der 45-Jährige, dessen rechter Arm voller Dinosaurier-Tattoos ist, in einem Raum des Sauriermuseums in Aathal. «Hier sind wir in der Hall of Fame des T-Rex», sagt er. In der Mitte steht ein vollständiges Skelett eines jungen T-Rex, rundherum sind zehn verschiedene Schädel aufgebaut. In Vitrinen liegen Zähne und Krallen.

Ein Mann sitzt vor einem T-Rex-Schädel.
Der Präparator Nils Knötschke arbeitet seit über 20 Jahren mit Dinosauriern.

Bei den ausgestellten Exponaten handelt es sich um Replikate der berühmtesten T-Rex-Funde, die jemals gemacht wurden. Einige Objekte sind original, zum Beispiel ein Zahn eines jungen T-Rex. Die Schädel sind Kopien.

Nils Knötschke zeigt auf einen der Schädel. «Das ist Stan, einer der vollständigsten und wertvollsten T-Rex aller Zeiten.» Das Original-Skelett wurde vor knapp drei Jahren für über 30 Millionen Franken an das Naturkundemuseum in Abu Dhabi versteigert. «Meiner Meinung nach gehören solche Funde immer in ein Museum», sagt Knötschke.

Lesen Sie hier, wie der Präparator zur Versteigerung des T-Rex-Skeletts Trinity steht  

Dort begeisterten solche aussergewöhnliche Funde nicht nur Einzelne, sondern dienten zur Aufklärung und Information über eine längst vergangene Zeit. So auch das in der Sonderausstellung gezeigte Skelett des T-Rex-Teenagers Rocky. «Es zeigt, wie gross und mächtig diese Kreaturen einst waren.»

Jurassic Park in Aathal

Die grosse Beliebtheit des T-Rex hat dieser sicherlich der Filmreihe Jurassic Park zu verdanken. Das Logo der ersten drei Teile zeigt unverkennbar den Kopf eines Tyrannosaurus Rex.

Ein Schädel eines T-Rex.
Dieser Schädel war die Vorlage für das Logo der alten Jurassic-Park-Filme.

Und zwar von einem, der auch im Sauriermuseum ausgestellt ist. Knötschke zeigt auf einen Schädel, unter dem ein ausgedruckter Stern, analog zu jenen auf dem bekannten «Walk of Fame» in Hollywood, liegt. Darauf steht der «Name» des Tieres: AMNH 5027. Er diente als Vorlage für das mittlerweile weltbekannte Logo der Filmreihe Jurassic Park.

Falsche Film-Fakten

Trotzdem wird in den Filmen das Verhalten eines Tyrannosaurus nicht ganz richtig dargestellt, weiss Knötschke.

So habe der T-Rex nicht nur auf Bewegung in seinem Umfeld reagiert. «Sein Gehirn war sehr gross, er war ein aktiver Jäger. Die Augenhöhlen sind nach vorne gerichtet und liegen nicht so tief, als dass er nicht alle Winkel beobachten konnte», erklärt der Präparator. Zudem sei der Geruchssinn des T-Rex ausgezeichnet gewesen; es habe kaum ein Versteck gegeben, wo er einen nicht gefunden hätte.

Wir wären nicht hier, wenn es die grossen Biester noch gäbe.

Nils Knötschke, Präparator im Sauriermuseum Aathal

Die Ausstellung zum Tyrannosaurus Rex soll dem Publikum Fakten wie diese vermitteln. Nebst den Knochen, Zähnen und Krallen werden mit Video- und Bildmaterial die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgezeigt.

Es sind jedoch noch viele Fragen offen, sagt Nils Knötschke. Das Thema Dinosaurier sterbe – im Gegensatz zu den Tieren selbst – nie aus. Trotzdem bedauert er es nicht, dass es heute keine Dinos mehr gibt. «Wir wären nicht hier, wenn es die grossen Biester noch gäbe.»  

Die Sonderschau zum Tyrannosaurus Rex läuft noch bis am 27. August im Sauriermuseum Aathal. Weitere Informationen sind unter sauriermuseum.ch zu finden.

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