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Sozial engagierter Gastrobetrieb darf sich und das eigene Überleben feiern

Während der Pandemie stand ihre Existenz noch auf der Kippe. Nun ist das Programm bis zum Jahresende schon definiert.

Das Restaurant zur Traube in Ottikon feiert am kommenden Wochenende sein 25-Jahr-Jubiläum.

Bild: PD

Sozial engagierter Gastrobetrieb darf sich und das eigene Überleben feiern

25-Jahr-Jubiläum der «Traube» Ottikon

Die «Traube» in Ottikon ist Gastronomiebetrieb und Sozialprojekt in einem. Während der Corona-Pandemie kämpften die Betreiber um ihre Existenz. Nun feiern sie am 31. März und am 1. April ihr 25-jähriges Bestehen mit Livemusik und weiteren Attraktionen im Festzelt.

Während der Corona-Pandemie machte sich das Betreiberpaar Boesch des Restaurants zur Traube in Ottikon noch grosse Sorgen um seine Existenz. Nun darf es das 25-Jahr-Jubiläum feiern.

Wie viele Gastrobetriebe war auch die «Traube» stark von den Lockdowns betroffen. Das gesamte Team wurde kreativ und bot innert kürzester Zeit einen Kurier- und Take-away-Service an. Das Konzept war so erfolgreich, dass der Service weiterhin besteht. «Wir gewinnen sogar laufend neue Kunden dazu», sagt Angelika Boesch.

Dennoch war es lange Zeit unklar, ob es möglich sein würde, die 32 Lernenden weiter zu beschäftigen. Mittels eines Crowdfundings musste der Betrieb mindestens 40’000 Franken zusammenbekommen, damit die Rettung in letzter Minute noch gelingen konnte.

Ansonsten hätten acht Lernende, die keine Unterstützung der Invalidenversicherung erhalten, ihre Stelle verloren und mangels sozialer Sicherheit und wegen der geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt ihre Ausbildung wohl in keinem anderen Betrieb abschliessen können. Dies wäre auch deshalb dramatisch gewesen, da mittlerweile allesamt ihre Lehrabschlussprüfungen bestanden haben.

Crowdfunding sei Dank

«Zum Glück erhielten wir rechtzeitig unzählige Spenden», sagt Angelika Boesch. Letztlich seien sogar 30’000 Franken mehr gespendet worden, als nötig gewesen wäre. «Die 70’000 Franken waren für uns eine grosse Hilfe und haben gezeigt, dass unser Betrieb vielen Leuten am Herzen liegt», sagt Boesch.

Frau mittleren Alters mit einem braunen Pullover und einem bunten Schal.
«Für unser Jubiläum erwarten wir viele Gäste und ehemalige Lernende», so Betreiberin Angelika Boesch.

Derzeit beschäftigt ihr Betrieb 28 Lernende in den Bereichen Gastronomie, Betriebsunterhalt und Administration. Für viele von ihnen war die «Traube» die letzte Hoffnung, doch noch einen Ausbildungsplatz zu finden. «Die meisten haben uns über Lehrstellenplattformen gefunden. Andere werden über die Gemeinde oder die Invalidenversicherung an uns vermittelt», erklärt Boesch.

Künftig wohl weniger Lernende

Was die Anzahl an Auszubildenden betrifft, macht sich Boesch mit Blick in die Zukunft hingegen gewisse Sorgen. «Für das neue Lehrjahr gibt es kaum Bewerbungen.» Wie viele Gastronomiebetriebe während und nach der Corona-Pandemie erkennen mussten, sind Berufe in der Gastrobranche anscheinend immer weniger beliebt. «Derzeit haben wir nur zwei Köche und drei Lernende im Service», sagt Boesch.

Dies erstaune deshalb, da die «Traube» keine gewöhnliche Ausbildungsstätte sei. «Man müsste meinen, dass wir als Arbeitgeber attraktiv sind, da wir viele praktisch begabte und schulisch weniger begabte Lernende ausbilden.» Boesch glaubt, dass es immer mehr Jugendliche in die KV-Branche zieht.

Startschuss für Spezialprogramm

Weg von der ungewissen Zukunft in die erfreuliche Gegenwart. «Für unser Jubiläum erwarten wir viele Gäste, wobei auch viele ehemalige Lernende unter ihnen sein werden.» Obwohl der Wetterbericht nicht gerade Gutes verspricht, ist Boesch «gespannt wie ein Pfeilbogen». Im Vorfeld seien bereits unzählige positive Reaktionen eingegangen.

Für den Freitag, 31. März, steht eine «Irish Night» mit Livemusik auf dem Programm. Am Samstag, 1. April, gibt es einen «Swiss Day», ebenfalls mit Livemusik und einem speziellen Programm für Kinder. Am Samstag stehen auf dem Gelände Stände zum Päcklifischen, Schiessstände und ein Tattoostand. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich schminken zu lassen oder verschiedenste Frisuren auszuprobieren.

Die beiden Abende sind ein Startprogramm für mehrere Anlässe, die bis Ende des Jahrs stattfinden werden. So wird beispielsweise am 11. Mai ein Gönnerabend stattfinden. Am 24. Juni leiten die Lernenden den ganzen Betrieb allein und stellen ein Menü zusammen.

Im September findet während einer ganzen Woche ein Revival-Programm statt. Dabei steht eine Ausstellung im Mittelpunkt, welche die Betriebsgeschichte der letzten 25 Jahre darstellt. Im November kommen ein Märchenabend sowie eine grosse Metzgete dazu. Die Menü-Pläne bleiben derweil geheim. Fest steht nur der Preis von 25 Franken.

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