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Wenn die Klausur des Gemeinderats völlig aus dem Ruder läuft

Im Pirg ist einiges los. Vor allem, wenn der Gemeinderat im «Freihof» tagt. So zumindest präsentiert es die Theatergruppe Pirg.

Der Gemeinderat Pirg tagt zur Klausur. Rechts: Gemeindepräsident und Möchtegern-Dorfkönig Jean-Jacques Oberli.

Foto: Bettina Schnider

Wenn die Klausur des Gemeinderats völlig aus dem Ruder läuft

Theater in Schmidrüti

Eine Seilbahn von Auli nach Schmidrüti oder gar der ein neues Unternehmen im Dorf? All das war Thema an der Klausur des Gemeinderats Pirg im Stück «La Cucaracha im Gmeindrat» der Theatergruppe Pirg.

Normalerweise sind Gemeinderatsklausuren geheim. Doch am Wochenende durften die Besucherinnen und Besucher in der prall gefüllten Turnhalle des Schulhauses Schmidrüti für einmal an einer beiwohnen.

Denn der Gemeinderat Pirg tagte im «Freihof» – oder eben auf der Bühne in der Turnhalle. Und im Pirg, da scheint einiges los zu sein.

Schon vor der eigentlichen Sitzung passiert das erste Malheur. Barmaid Säm Keller, gespielt von Marlis Rüegg, mischt aus Versehen dem Gemeindechreiber Martin Müller (Michi Lauener) einen Drink mit Nusslikör. Dieser ist auf Nüsse allergisch.

«So gaht das nöd»

Und so muss die Sitzung ohne den gut vorbereiteten Gemeindeschreiber stattfinden. Bahn frei für Gemeindepräsident Jean-Jacques Oberli, gespielt von Fredi Gadient.

Er stellte schon vor der Sitzung klar, dass er hier die Entscheide fällt: «Abstimme tue sowieso ich».

Nur hat er die Rechnung ohne Simone Gantenbein «ohne Bindestrich» Bissig (Patrizia Furrer) gemacht. Die ökologisch angehauchte Gemeinderätin, die mit Velohelm und gelber Warnleuchte zur Sitzung erscheint, hält nämlich vehement dagegen.

Zusammen mit Monja Schön, die aus Zürich ins Pirg kam, stellt sie auch einmal die kritischen Fragen. Nicht nur, wenn es um Parkgebühren und Gülle geht. «Schaggi, so gaht das nöd.»

Das ominöse Traktandum vier

Die Sitzung kommt ohnehin nur schleppend voran. Denn im «Freihof» ist auch noch Fasnacht.

Und Wirtin Evi Keller (Yvonne Meier) weiss immer gerne, was an der Sitzung passiert. Auch aus Eigeninteresse: Eine Seilbahn von Auli nach Schmidrüti würde ihr die Hütte füllen. Und schliesslich war das ein Wahlkampfversprechen von Oberli.

Dieser hat aber andere Pläne mit Karl Heinz Dottenmeier, gespielt von Röbi Wild. Dottenmeier ist Professor Doktor Doktor der inneren und äusseren angewandten biotechnologischen Physe und Psyche von Mensch und Tier. Er träumt von einem Mittel für ewiges Leben.

Und er hat Pläne im Pirg. Pläne, die Jean Jacques Oberli ganz gut in die Hände spielen.

Doch hält der Doktor überhaupt, was er verspricht? Die anderen Gemeinderäte, darunter Bauer Fritz Huber (Fabian Romer), haben ihre Zweifel. Und Huber würde sowieso lieber ein Parfüm für Gülle sehen.

Der Tanz geht weiter

Das Stück «La Cucaracha im Gmeindrat» bietet also einiges an Irrungen und Wirrungen in der Dorfpolitik. Geschrieben hat es Yvonne Meier, die bisher in der Theatergruppe als Schauspielerin gewirkt hat. Sie selbst spielt im Stück Wirtin Evi Keller.

«Ich habe mir überlegt, wie das Leben sein könnte», sagt sie. Vor allem in der Corona-Zeit habe sie viele Ideen gesammelt und am Stück geschrieben.

Mit dem ersten Auftritt am Samstag war sie sehr zufrieden. Und mit ihr das Publikum. Es gab tosenden Applaus zum Schluss.

Und wie beim Theater in Schmidrüti üblich, war der Abend dann noch nicht vorbei. Es war Zeit für das gesellige Beisammensein und Zeit, das Tanzbein zu schwingen. «La Cucaracha» geht im Pirg auch im echten Leben weiter.

Weitere Vorführungen

Am Mittwoch, 22. März, spielt die Theatergruppe Pirg eine Zusatzvorstellung im Schulhaus Schmidrüti. Es hat noch wenige freie Plätze.

Platzreservationen jeweils zwischen 18 und 20 Uhr bei Caro Wild, 079 399 43 57, oder wild.schuerli1@gmail.com.

Am Freitag, 24. März, und Samtag, 25. März, finden ebenfalls um 20 Uhr zwei weitere Vorstellungen statt. Es können kurzfristig Plätze frei werden.

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