Seelmättler wundern sich über späte Post-Zustellung
Schneckenpost in Turbenthal
Im Turbenthaler Weiler Seelmatten kommen Briefe teils erst Mitte Nachmittag an. Die Post spricht von Einzelfällen – und entschuldigt sich.
Bis vor gut drei Jahren konnte Albert Büchi vor dem Mittag an den Briefkasten und seine Post abholen. «Irgendwann kamen die Briefe dann immer erst am frühen Nachmittag», erinnert sich der Pensionär aus Seelmatten.
Doch in letzter Zeit kommt es ihm so vor, als müssten die Einwohner des Turbenthaler Weilers immer länger auf ihre Briefe warten. «Ende Februar kam die Post sogar erst um 15.30 Uhr», ärgert sich Büchi.
An den meisten Tagen liegen die Briefe rund eine Stunde früher im Briefkasten. Aber es sei in letzter Zeit immer wieder vorgekommen, dass die Post erst später ankam.
«Ich bin nicht der einzige, dem das aufgefallen ist.» Laut Büchi wundern sich viele Seelmättler, wieso die Post teils erst so spät zugestellt wird.
Klagen auch aus Oberhofen und Neubrunn
Büchi wohnt in Seelmatten, einem Weiler unweit des Bichelsees, etwas mehr als fünf Kilometer vom Zentrum von Turbenthal entfernt.
Der Rentner lebt in einem Mehrfamilienhaus im ersten Stock – und er hat eine Gehbehinderung. «Wenn ich dann unnötig zum Briefkasten gehe und mit leeren Händen zurückgehen muss, ist das eine zusätzliche Belastung.»
Und Seelmatten sei nicht der einzige betroffene Weiler. «Ich habe auch schon aus Neubrunn und Oberhofen gehört, dass sie dort die Post relativ spät erhalten», sagt Büchi. Diese beiden Weiler liegen auf dem Weg von Turbenthal nach Seelmatten entlang der St. Gallerstrasse.
Den Postbotinnen und Postboten will er wegen der verspäteten Briefe aber keinen Vorwurf machen. «Sie sind ja nicht für die unternehmerischen Entscheidungen verantwortlich», betont er.
Neu stellen die Briefpöstlerinnen und Briefpöstler auf ihren Touren immer öfter auch Pakete zu.
Markus Werner
Mediensprecher der Post
Trotzdem wundert er sich, wieso die Bewohner nicht über Änderungen in der Zustellung informiert werden. Das sorge für Verwirrung – und unnötige negative Stimmung. «Vielleicht hat die Post ja Personalsorgen oder sie muss mehr Päckli verteilen, wir wissen es einfach nicht.»
Umstellung bereits 2022
Eine Erklärung für die veränderte Zustellung hat Markus Werner von der Medienstelle der Post. Er bestätigt Büchis Vermutung. «Seit vielen Jahren nimmt die Zahl der verschickten Briefe ab, während die Paketmengen stetig steigen.»
Aus diesem Grund habe die Post auch in Turbenthal und Umgebung die sogenannte gemischte Zustellung ausgeweitet: «Neu stellen die Briefpöstlerinnen und Briefpöstler auf ihren Touren immer öfter auch Pakete zu.»
Deshalb hat die Post die Zustelltouren in der Region Turbenthal bereits per März 2022 neu organisiert. «Wegen der neu definierten Routen und der veränderten Wege kann es sein, dass die Pöstlerin oder der Pöstler deutlich früher oder später vorbeikommt als zuvor», erklärt Werner.
Für Seelmatten ist der Fall aber klar: Der Weiler wird gegen Ende der Zustelltour bedient.
Entschuldigung für Verspätung
Doch wieso kommt die Post in Seelmatten teilweise noch später an als ohnehin schon? «Neben der erwähnten Neuorganisation kommt es auch vor, dass Touren kurzfristig neu organisiert oder zusammengelegt werden müssen», sagt Werner.
Aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen war dies in der Region zuletzt vereinzelt der Fall. «Dies führte dazu, dass es an diesen Tagen zu Verspätungen bei der Zustellung in Seelmatten kam. Wir möchten uns bei den betroffenen Kundinnen und Kunden dafür entschuldigen.»
Eine gesetzliche Vorschrift, bis wann die Post im Briefkasten sein muss, gebe es aber nicht. Nur in Gebieten, in denen es keine Frühzustellung von Tageszeitungen gibt, müssen diese bis spätestens 12.30 Uhr zugestellt sein.