Bauma und Weisslingen setzen mit Budget-Ablehnung ein Zeichen
Zweckverband Soziales Bezirk Pfäffikon
Zwei Gemeinden haben das Budget des Zweckverband Soziales des Bezirks Pfäffikon abgelehnt – wegen steigender Kosten. Nun fordern die Gemeinden griffige Massnahmen.
Der Baumer Gemeinderat hat vergangene Woche mitgeteilt, dass er das Budget des Zweckverbands Soziales des Bezirks Pfäffikon abgelehnt hatte. Laut dem Verhandlungsbericht des Gemeinderates hat der Entscheid mit den stetig steigenden Kosten zu tun.
«Angesichts der in verschiedenen Feldern weiterhin ungebremsten Kostenentwicklung hat der Gemeinderat Bauma das Budget kritisch durchleuchtet», schreibt er in der Mitteilung.
Nach Ansicht des Gemeinderates sind solche Kostenentwicklungen nicht mehr alleine durch steigende Fallzahlen zu erklären. Ausserdem sei die hohe Fluktuation des Personals zu hinterfragen.
Deshalb habe er das Budget abgelehnt. Denn dieses sieht einen Aufwandüberschuss von 6,09 Millionen Franken vor. Der Anteil der Gemeinde Bauma beläuft sich auf 668’270 Franken. Bereits in den Vorjahren war der Aufwand stets grösser als der Ertrag.
Langfristige Überlegungen gefragt
Das Budget 2023 des Zweckverbands ist trotzdem angenommen. Denn dafür braucht es nur eine Mehrheit der Zweckverbandsgemeinden, also allen Gemeinden des Bezirks Pfäffikon.
Gemäss der zuständigen Baumer Gemeinderätin Karin Götz (parteilos) wollte der Gemeinderat mit der Ablehnung vor allem ein Zeichen setzen. «Die Kosten gehen in den letzten Jahren einfach ins Uferlose», sagt sie.
Es wäre deshalb wünschenswert, wenn man sich innerhalb des Zweckverbands langfristige Überlegungen macht, wie man die Kosten in den Griff kriegen kann. «Den gesetzlichen Auftrag, welche der Sozialdienst erfüllt, stellen wir nicht infrage.»
Bauma denkt über eigene Lösung nach
Im Zweckverband werden der Sozialdienst Bezirk Pfäffikon sowie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) betrieben. Der Sozialdienst führt die Beistandschaften im Erwachsenenschutz und bietet freiwillige Beratung und Betreuung für Erwachsene an. Ebenso führt er die Fachstelle Sucht.
Der Verband wurde bereits 1960 gegründet. Götz räumt ein, dass es in Bauma Überlegungen gibt, ob man diese Dienstleistungen auch selber – und günstiger – erbringen kann. «Aber es gibt noch keine konkreten Pläne», sagt sie.
Austritt keine Option für Weisslingen
Bauma ist indes nicht die einzige Gemeinde, die das Budget 2023 des Zweckverbands abgelehnt hat. Auch Weisslingen wollte dieses nicht annehmen. Aus vergleichbaren Gründen: «Die Kosten steigen einfach überdurchschnittlich an», erklärt Gemeindeschreiber Silvano Castioni.
«Mit der Ablehnung wollte der Gemeinderat aufzeigen, dass es dringend griffige Massnahmen braucht.» In verschiedenen Bereichen sei deshalb eine vertiefte Analyse notwendig.
Ein möglicher Austritt aus dem Zweckverband sei für Weisslingen aber keine Option. «Die Vorteile überwiegen weiterhin.»
Beratungsleistungen sollen Kosten senken
Lukas Weiss (Grüne) betont, dass die Führung der Beistandstandschaften und der Kesb ein gesetzlicher Auftrag ist. Weiss ist Gemeinderat in Pfäffikon und Präsident des geschäftsleitenden Ausschusses des Zweckverbands.
«Der Zweckverband ermutigt die Gemeinden dazu, durch den Ausbau von persönlicher Hilfe und durch weitere Beratungsleistungen Beistandschaften zu verhindern oder abzulösen», sagt Weiss. «Das ist unseres Erachtens die wirksamste Massnahme, um dem Kostenanstieg im Zweckverband entgegenzuwirken.»
