Katholische Kirche Zell nimmt Budget knapp an
Mit Ach und Krach
Die Katholische Kirchgemeinde Zell hat das Budget fürs laufende Jahr verabschiedet. Aber das Ergebnis war denkbar knapp – und es brauchte zwei Anläufe.
Am Sonntag hat die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung der Katholischen Kirche Zell stattgefunden. Diese war nötig, weil die Versammlung das Budget 2023 im November abgelehnt hatte.
Gemäss einer Mitteilung der Kirchenpflege haben rund 40 Katholikinnen und Katholiken aus Kollbrunn, Rikon, Schlatt, Weisslingen und Kyburg teilgenommen.
«Nachdem der Pfarrer Anfang Januar gegenüber der Kirchenpflege bekundet hat, dass vorerst keine Renovationen in der Kirche notwendig seien, werden für 2023 keine Investitionen vorgesehen», schreibt die Kirchenpflege. Das Budget 2023 sieht neu nur noch Unterhaltsarbeiten vor und schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 21'300 Franken.
Erst im zweiten Anlauf
In einer ersten Abstimmung wurde das Budget 2023 mit 17 Ja-Stimmen zu 22 Nein-Stimmen erneut abgelehnt. Erst nach einer Diskussion über die möglichen Konsequenzen einer erneuten Ablehnung und einem Rückkommensantrag hat man erneut darüber abgestimmt.
Mit einer knappen Entscheidung durch die Stimme des Präsidenten nahm die Versammlung am Ende das Budget mit 16 Ja-Stimmen zu 15 Nein-Stimmen an.
Wie weiter mit Rämismühle und Zell?
Neben dem Budget wurde auch über zwei Konsultativabstimmungen verhandelt. Diese ergaben sich aus dem Umstand, dass die pastorale Betreuung der Gemeindeteile Zell und Rämismühle nicht vertraglich geregelt ist.
Katholikinnen und Katholiken von dort besuchen nämlich die Kirche in Turbenthal, gehören aber rechtlich zur Katholischen Gemeinde Zell.
Es war der Kirchenpflege Zell wichtig, das Votum der Kirchgemeinde zu den möglichen Veränderungen einzuholen.»
Kirchenpflege Zell
Es hat deshalb bereits ein Gespräch zwischen den beiden Kirchgemeinden und dem Synodalrat stattgefunden. Dabei zeigte sich, dass der Synodalrat ohne Einigung auch Einteilungen der Kirchgemeinden anordnen kann.
Ausserdem ist bei sehr kleinen Kirchgemeinden auch über das Thema Fusion nachzudenken. «Vor diesem Hintergrund war es der Kirchenpflege Zell wichtig, das Votum der Kirchgemeinde zu den möglichen Veränderungen einzuholen», schreibt sie in der Mitteilung.
Bei den Abstimmungen zur Frage, ob die Gemeindeteile Zell und Rämismühle an die Kirchgemeinde Turbenthal abgetreten werden sollen, gab es ein klares Votum. Mit 3 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen sprachen sich die Kirchbürger vehement gegen ein solches Vorhaben aus.
Gottesdienste an ÖV anpassen
Weniger eindeutig votierte die Kirchgemeinde beim Antrag, den Gemeindeteil Kyburg an die Kirchgemeinde Illnau-Effretikon abzutreten: hier ergab die Konsultativabstimmung 7 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen.
Mit grosser Mehrheit stimmte die Versammlung aber dem Vorschlag zu, die Gottesdienstzeiten an den Fahrplan des öffentlichen Verkehrs anzupassen.
Noch immer ist die Kirchenpflege mit drei Mitgliedern unterbesetzt. «Trotz vorhergehender intensiver Diskussionen war erneut kein Teilnehmer bereit, aktiv in der Kirchgemeinde mitzuarbeiten.» Freiwillige seien daher herzlich willkommen, sich bei der Kirchenpflege zu informieren.
