Stadtentwickler Roman Zwicky
Stadtentwickler Roman Zwicky will dafür sorgen, dass in Wetzikon die Lebensqualität steigt. Dabei vertraut er auf Daten und Statistik.
Herr Zwicky, Sie sind seit zwei Jahren Stadtentwickler in Wetzikon. Studieren Sie also den ganzen Tag an der Zukunft von Wetzikon herum?
Roman Zwicky: Indirekt – im Vordergrund steht für mich, die Grundlagen zu erarbeiten für Themen, die man später auf die politische Agenda bringen möchte.
Und wie sieht das aus?
Ich bin Politologe und habe in meiner Ausbildung gelernt, wie man Daten zu verschiedenen Themen richtig erfassen kann. Somit sehe ich mich auch als Fachstelle Statistik für die Verwaltung. Ein Thema ist zum Beispiel der Wohnungsmarkt in Wetzikon. Ich habe Daten aus privaten Erhebungen, vom Kanton und vom Bund zusammengetragen, damit wir einen besseren Überblick haben.
Und was passiert jetzt mit diesen Daten?
Die Daten zum Wohnungsmarkt etwa erheben wir, damit die politischen Akteure eine bessere Entscheidungsgrundlage haben, wenn sie sich beispielsweise mit den Mietpreisen in Wetzikon auseinandersetzen.
Eine Stelle für die Stadtentwicklung
Seit Mai 2021 hat Wetzikon eine eigene Stelle für Stadtentwicklung. Zu deren Aufgaben gehören laut einem kürzlichen Beschluss des Stadtrats die Erarbeitung von Grundlagen wie Daten und Informationen sowie die Entwicklung von Quartieren oder die Begleitung von Projekten aus anderen Geschäftsbereichen. Diese Aufgaben obliegen seit gut zwei Jahren Stadtentwickler Roman Zwicky.
Das heisst, Sie bringen sich aktiv in die politische Debatte ein?
Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Aber meine Stelle ist im Ressort des Stadtpräsidenten angesiedelt und ich bin direkt der Stadtschreiberin unterstellt. Das gibt mir einen guten Einblick in die politischen Prozesse in der Stadt. Dabei geht es nicht nur um Politik. Die Verwaltung setzt Projekte um und wenn nötig kann ich da mein Wissen einbringen.
Wetzikon hat bereits einen Stadtplaner. Wie grenzt sich Ihre Stelle davon ab?
Die Stadtplanung setzt sich mit den baulichen und planerischen Veränderungen auseinander. Wir arbeiten natürlich eng zusammen. Aber ich habe einen anderen Fokus bei Projekten. Meine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass Angebote nach den Bedürfnissen von Bevölkerung und Politik geschaffen werden.
Das heisst konkret?
Es gibt verschiedene Standorte in Wetzikon, bei denen wir ansetzen könnten. Als gutes Beispiel dient das Projekt eines Gemeinschaftszentrums an der Farbstrasse, wo aktuell noch die Feuerwehr ist. Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und es geht nun um die Frage, welche Nutzungen in Zukunft einen Beitrag zur Schaffung eines attraktiven Begegnungsorts leisten können. Wichtig ist immer, die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Anliegen aus der Politik zu berücksichtigen.
Und wie findet man die heraus?
Partizipation ist auch ein Thema, das zu meinen Aufgaben gehört. Man hat in Wetzikon immer wieder die Bevölkerung einbezogen. Damit wird ein engagierter Teil der erreicht. Es kann ein direkter Austausch gepflegt werden. Ergänzend setzen wir nun vermehrt auch auf Online-Umfragen, so wie im Moment für die Gestaltung der neuen Stadthomepage. Damit verfolgen wir das Ziel, einen grösseren Teil der Bevölkerung zu erreichen.
Ist eine Umfrage immer das beste Mittel?
Nicht immer. Aber bei vielen Themen kann man damit mehr Leute erreichen. Und wenn man die Fragen richtigstellt, kann man daraus auch gute, verwertbare Schlüsse ziehen. So zum Beispiel bei den E-Trottinetten. Dort haben bei der Umfrage rund 1500 Personen mitgemacht. Das hat dem Stadtrat als Grundlage für seinen Entscheid gedient, die E-Trottinette nach dem Pilotversuch nicht weiterzuführen.
1500 Personen sind für eine Stadt wie Wetzikon mit rund 26’000 Einwohnern aber nicht besonders viele.
Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen. Es sollen sich mehr Leute aktiv einbringen. In Zukunft sind daher weitere Möglichkeiten zu prüfen, wie beispielsweise die Übersetzung der Umfragen in andere Sprachen.
Wo sehen Sie Wetzikon in fünf Jahren?
Ich bin nicht der, der das am Schluss entscheidet. Aber ich hoffe, dass wir in den nächsten fünf Jahren viele Projekte in den Quartieren umsetzen können und damit die Lebensqualität in Wetzikon noch mehr steigern. Und zwar so, wie sich die Bevölkerung und die Politik sich das wünscht.
Zur Person: Roman Zwicky (35) hat Politologie an der Universität Zürich studiert und arbeitet seit 2021 als Stadtentwickler in Wetzikon. Er wohnt in Rapperswil-Jona.
