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Turbenthaler Synodenpräsident trifft Papst

Felix Caduff hat Papst Franziskus in Rom für eine Audienz getroffen – und ihm ein Geschenk überbracht.

Felix Caduff bei seiner Audienz bei Papst Franziskus.

Foto: Vatican Media

Turbenthaler Synodenpräsident trifft Papst

Spezielle Einladung

Felix Caduff hat Papst Franziskus in Rom für eine Audienz getroffen. Der Turbenthaler setzt in das Kirchenoberhaupt grosse Hoffnungen für Veränderungen.

Bettina Schnider

Wenn die Kantonsratspräsidentin die höchste Zürcherin ist, dann ist Felix Caduff der höchste Zürcher Katholik. Der 69-jährige Turbenthaler ist seit Sommer 2019 Präsident der katholischen Synode, also des Zürcher Kirchenparlaments.

Als Vertreter der Katholischen Kirche im Kanton ist ihm nun eine besondere Ehre zuteilworden. Er durfte Ende Januar nach Rom reisen – unter anderem zu einer Privataudienz mit Papst Franziskus.

Der Grund für die Einladung: «Die katholische Synode im Kanton Zürich hat 500’000 Franken für den Bau einer neuen Kaserne der Schweizergarde gesprochen», erzählt Caduff. 

Die Schweizergarde wurde 1506 gegründet und ist für die Sicherheit des Papsts zuständig. «Mit ihrem Dienst verkörpert sie wichtige Schweizer Werte und trägt zur positiven Wahrnehmung der Schweiz in der Welt bei», ist der Turbenthaler überzeugt.

Niemals erwartet

Die für den Neubau der Kaserne benötigten 50 Millionen Franken sind in der Zwischenzeit beisammen. Und so wurden rund 80 repräsentative Spenderinnen und Spender nach Rom eingeladen, aus Zürich eine vierköpfige Delegation.

Dass ich jemals den Papst treffen könnte, hätte ich natürlich nie erwartet.

Felix Caduff

Synodenpräsident aus Turbenthal

Fünf Tage verbrachte ein Teil der Gruppe in Rom, besuchte viele Sehenswürdigkeiten, wie die unter anderem von Michelangelo gestaltete sixtinische Kapelle und den beeindruckenden Untergrund des Peterdoms.

«Dort befinden sich Reste der ersten Kirche aus dem 4. Jahrhundert, wo mit hoher wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit auch das Grab des Apostels Petrus liegt», erklärt Caduff.

Man sieht den Petersplatz in Rom mit Brunnen und Petersdom.
Auch das kulturelle Programm kam bei der Reise nicht zu kurz.

Doch das Highlight der Reise war für ihn ohne Zweifel das Treffen mit Papst Franziskus. «Es war ein ganz besonderer Moment», sagt der Synodenpräsident.

«Dass ich jemals den Papst treffen könnte, hätte ich natürlich nie erwartet.» Umso grösser sei die Freude über die Einladung gewesen.

Ein Stein österlicher Hoffnung

Mit leeren Händen ist der Turbenthaler nicht in den Vatikan gereist. «Wir haben Papst Franziskus einen Bergkristall mitgebracht», erzählt er. «Diesen habe ich ihm im Namen der Zürcher Katholikinnen und Katholiken überreicht.»

Der Stein soll das Wunder der Schöpfung und die österliche Hoffnung symbolisieren. «Das haben wir auch auf Italienisch in die Karte geschrieben, die wir ihm ebenfalls gegeben haben.» Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sei sehr erfreut gewesen, erzählt Caduff.

Das Gespräch musste aber kurzgehalten werden, da noch andere Eingeladene dem Papst die Hand drücken wollten.

Viel Lob für den Papst

Nervös ist Caduff vor dem Treffen nicht gewesen. Wohl auch deshalb, weil er den Papst sehr schätzt. «Er setzt sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit, mehr Ökologie und Frieden ein», lobt der Synodenpräsident.

Caduff ist aber keiner, der mit Kritik an der Kirche spart. So forderte er im Herbst 2020 den Rücktritt des Churer Generalvikars Martin Grichting, nachdem es zu einer ersten Nichtwahl eines neuen Bischofs kam. Das sei für alle demokratisch denkenden Mitglieder «unserer Kirche ein inakzeptabler Affront», schrieb er damals.

Trotzdem ist er überzeugt, dass Papst Franziskus viele wichtige Veränderungen in der Kirche ins Rollen gebracht hat. So hat er beispielsweise einen weltweiten «Synodalen Prozess» initiiert.  In diesem Beratungsprozess sollen Anliegen von Katholikinnen und Katholiken aus der ganzen Welt einfliessen.

Frauen müssen sich endlich gleichberechtigt und gleichwürdig in der Katholischen Kirche beteiligen können.

Felix Caduff

Synodenpräsident aus Turbenthal

«Es ist natürlich äusserst schwierig, in eine von einem starren Kirchenrecht geprägten Kirche Veränderungen hineinzubringen», meint Caduff. Es gebe viele Klerikale, die Reformen verhindern wollen.

Trotzdem führe kein Weg daran vorbei. Ein Anliegen ist für Caduff dabei besonders wichtig: «Frauen müssen sich endlich gleichberechtigt und gleichwürdig in der Katholischen Kirche beteiligen können, so wie es in der Urkirche war.»

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