Das Theaterstück, in dem Sardinen eine Hauptrolle spielen
«Der nackte Wahnsinn» in Turbenthal
Am Samstagabend hat das Theater Kanton Zürich auf Einladung der Kulturkommission in der Grosshalle Turbenthal gastiert.
Um es vorwegzunehmen – am Samstag gab es wohl in der Grosshalle in Turbenthal einiges an nackter Haut zu sehen, aber vor allem den wahrhaft nackten Wahnsinn. So heisst das Stück, welches das Theater Kanton Zürich auf die Tösstaler Bühne brachte.
Irgendwie an der eigentlichen Geschichte festzuhalten, machte im Verlauf des Abends wenig Sinn. Denn das Geschehen auf der Bühne war so komisch, dass man genug damit zu tun hatte, die Lachmuskeln im Griff zu behalten. Da ist die vom Wunsch beseelte Haushälterin, es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen, neben sich ein Tellerchen Sardinen.
Während rund zwei Stunden spielen diese denn auch eine Hauptrolle. Sie tauchen immer wieder in irgendeiner Art auf. Vergnüglich ist die Szene, als das Tellerchen dem Hausbesitzer an den Händen klebt, weil er zuvor einen starken Alleskleber verwendet hat.
Alles geht schief
Da beide Hände «besetzt» sind, kann er die nach unten rutschende Hose nicht auffangen. Das wiederum ist nicht sein grösstes Problem, denn er hat es nicht so mit den Steuern, weshalb er grundsätzlich lieber ortsabwesend ist und deshalb das Haus verkaufen möchte.
Nur eben jetzt hat er mit seiner Frau den Drang, noch einmal etwas da zu wohnen. Aber da ist die Haushälterin mit ihren Sardinen und obendrein noch der Makler, der mit seiner Geliebten ein Schäferstündchen geplant hat.

Weitere Akteure sind der Regisseur, der versucht in der Generalprobe endlich ein kompaktes Theater auf die Beine zu stellen. Was nicht einfach ist, denn die nervöse Dotty hat die Requisiten nicht im Griff und zu allem kommt ein alkoholsüchtiger Einbrecher.
Der nackte Wahnsinn
Der Techniker seinerseits hätte genug mit den zahlreichen Türen zu tun, damit sie funktionieren. Doch muss er daneben noch weitere Einsätze erledigen. Bei all dem Chaos ist man geradezu froh, dass die Sardinen nicht reden können. Und wenn die auf dem Boden landen, gibts zusätzlich Situationskomik. Aufgebaut ist das ganze Theaterstück in drei Teile und das ist dermassen gut, dass man dem Autor Michael Frayns für seine Idee wahrlich Respekt zollen muss.
Der erste Akt bietet Einblick in die turbulente Generalprobe, im zweiten Teil kann man die Truppe im Garderobenteil beobachten und in der dritten und letzten Szene findet dann die Aufführung statt. Und überall sind sie da; die Liebeswirren sowie die sich öffnenden und schliessenden Türen oder die Sardinen und eben «der nackte Wahnsinn».
Das Publikum dankte den realen Schauspielerinnen und Schauspielern denn auch mit einem langanhaltenden Applaus für die grandiose Leistung. Das Dreiergespann Theater Kanton Zürich, die Kulturkommission sowie der für die Verköstigung zuständige Museumsverein haben in Turbenthal für einen rundum gelungenen Samstagabend gesorgt.
