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Zu Besuch auf der «Halli»-Baustelle

In Bauma wird fleissig am neuen Hallenbad gebaut.

Hallenbadleiter Nardo Gramatica und Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich vor dem Becken im Hallenbad Bauma.

Foto: Bettina Schnider

Zu Besuch auf der «Halli»-Baustelle

Verzögerungen in Bauma

In etwas mehr als einem Jahr öffnet das Hallenbad Bauma wieder seine Türen. Momentan braucht es aber noch viel Vorstellungsvermögen, um die künftigen Dimensionen zu erahnen.

Bettina Schnider

Tösstal

Roher Beton statt blanker Plättli, Staub statt Wasser – das Hallenbad in Bauma ist eine grosse Baustelle. Überall stehen Gerüste und Absperrungen. Der zukünftige Grundriss ist nur knapp zu erkennen. Seit vergangenem Februar ist das Bad geschlossen. 

Doch in etwas mehr als einem Jahr sollen hier wieder Badegäste ein- und ausgehen. «Wir rechnen damit, dass wir im Februar 2024 die Türen zum neuen ‹Halli› öffnen können», sagt Hallenbadleiter Nardo Gramatica.

Das ist etwas später als ursprünglich geplant. Eigentlich hätte das Hallenbad bereits im Herbst 2023 die grosse Wiedereröffnung feiern sollen.

Kredit wird eingehalten

Doch während der Bauarbeiten habe man feststellen müssen, dass gewisse Armierungseisen tragender Betonbauteile am verbleibenden Gebäudeteil stark korrodiert sind sowie wesentlich mehr Schadstoffe entsorgt werden mussten, als anzunehmen war. Das führte zu einem beträchtlichen Mehraufwand.

«Natürlich haben wir das vorgängig sauber abgeklärt, aber gewisse Dinge entdeckt man trotzdem erst, wenn man baut», sagt Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich. «Ausserdem haben wir festgestellt, dass 1973, als das Hallenbad erstellt wurde, manchmal nicht ganz so sorgfältig gearbeitet wurde.»

Der teuerungsbereinigte Kredit in der Höhe von 10,98 Millionen Franken sollte aber trotzdem nicht überschritten werden, schätzt der Gemeindeschreiber. «Genau für solche Fälle hat man im Kredit einige Reserven eingeplant.»

Eine interne Lösung

Wenn man durch die Baustelle läuft, erkennt man nur noch die beiden Becken, die nun einer Beton-Wüste gleichen. Doch Hallenbadleiter Nardo Gramatica weiss genau, was in welchen Ecken der grossen Baustelle entstehen wird.

Man sieht die Baustelle des Hallenbads Bauma von aussen.
Das Hallenbad Bauma soll im Februar 2024 fertig umgebaut sein.

Er begleitet das Projekt und arbeitet mit dem Bauleiter des Architekturbüros eng zusammen. Er arbeitet deshalb immer noch teilzeitlich für die Gemeinde.

Gramatica ist ursprünglich gelernter Forstwart und seit 28 Jahren Badfachmann. Während des Bauprojekts durfte er sein Wissen nochmals erweitern.

Für ihn ist das eine neue Erfahrung: «Bisher habe ich jeweils beim Hallenbadbudget mitgearbeitet, jetzt geht es um ein Elf-Millionen-Projekt. Ich habe viel dazugelernt.» Dabei geht es nicht nur um den Bau selber, sondern auch um die Neuorganisation des Betriebs.

Man sieht eine Visualisierung eines Hallenbads.
So soll das Hallenbad nach der Sanierung aussehen.

Denn bereits während des Baus muss der Hallenbadausschuss an die Zukunft denken. So hat er bereits vergangenen Herbst verkündet, dass das «Halli» ab der Neueröffnung längere Öffnungszeiten haben wird. Ebenso sollen dann Kurse und Eintritte online gebucht und bezahlt werden können.

Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich ist froh, dass die Gemeinde auf das Wissen und die Erfahrung von Nardo Gramatica zählen kann. «Bei einem so grossen Projekt ist es immer gut, wenn man intern jemanden hat, der die Sache versteht.»

Ist das Becken dicht?

Der Abbruch ist in der Zwischenzeit beendet und auch die Altlasten saniert. «Jetzt kann man dann beginnen, das Bad von neuem aufzubauen», sagt der Hallenbadleiter.

Bis im Herbst können dann auch die technischen Anlagen wieder stehen und die Becken fertig gebaut sein. Dann befüllt man sie das erste Mal mit Wasser.

Für einen Schwumm ist das Bad dann aber noch nicht bereit. «Wir müssen zuerst die Dichtigkeit des Beckens testen und schauen, dass alle technischen Prozesse funktionieren.»

Man sieht durch eine runde Luke in die Baustelle des Hallenbadbeckens.
Wo man jetzt noch ins Becken schauen kann, wird später eine Unterwasserkamera angebracht.

Ein neues Bad bringt auch in dieser Hinsicht neue Aufgaben mit sich. «Die neuen Anlagen sind digitaler als bisher», sagt Gramatica.

Es werde dadurch aber nicht unbedingt einfacher. «Meine Mitarbeitenden und ich müssen wieder bei Null anfangen und die neuen Anlagen kennenlernen.» Nur so kann sichergestellt werden, dass das Bad zu jeder Zeit sauberes Wasser in der richtigen Temperatur hat.

Geheizt wird mit Holz

Das Schwimmbecken wird voraussichtlich auf 29 Grad geheizt, das Nichtschwimmerbecken auf 31 Grad. «Das ist Teil des Betriebskonzepts», sagt Roberto Fröhlich.

Geplant ist, dass das Hallenbad an den Holz-Wärmeverbund angeschlossen wird. Die Heizzentrale beim Kindergarten Altlandenberg ist aber noch nicht gebaut – ein Rekurs blockiert das Projekt.

Die Inbetriebnahme des Hallenbads ist dadurch aber nicht gefährdet. «Allenfalls muss der Wärmeverbund für eine Überbrückungszeit eine mobile Holzschnitzelheizung einsetzen», sagt Fröhlich.

Im Exil in Wald

Nardo Gramatica kann es kaum erwarten, bis das Hallenbad wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. «Ich freue mich auf die Gäste, die hoffentlich wieder zahlreich erscheinen werden.»

Doch auch auf etwas andere freut er sich: Dass er bald wieder seine Längen in «seinem Halli» schwimmen kann. «Wasser, das ist mein Leben», sagt er.

Bis es so weit ist, weicht Gramatica für Schwimmtraining aufs Hallenbad in Wald aus. «So kann ich mich fit halten.»

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