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Gesellschaft

«Mehr Stille würde allen Menschen guttun»

Hannes Spirig übernimmt die Leitung vom Haus der Stille in Wildberg.

unbekannt

«Mehr Stille würde allen Menschen guttun»

Neuer Leiter im Wildberger Haus der Stille

Hannes Spirig will das Haus der Stille in die Zukunft führen und trotzdem weiterhin auf Bewährtes setzen.

Hannes Spirig hat in seiner beruflichen Laufbahn schon einiges erlebt: Er hatte eine Kaderstelle bei der Post, leitete später Alterszentren und arbeitete zuletzt in Projekten.

Nun hat der 61-Jährige eine neue Herausforderung gefunden. Am 1. Januar hat er die Leitung des Hauses der Stille in Wildberg übernommen. Seine Vorgänger Christoph und Karin Erb treten in den Ruhestand.

«Als ich die Ausschreibung gesehen habe, war ich sofort angetan», erinnert sich Spirig. «Das Haus als Ort der Stille und des Friedens hat mich fasziniert.»

Ausserdem habe er schon lange den Wunsch gehabt, eines Tages einen Hotelbetrieb zu führen. «Gastfreundschaft ist mir ein grosses Anliegen.»

Kommunität wird zur Oase

Das Haus der Stille blickt auf eine lange Geschichte zurück. Von 1973 bis 2013 haben Schwestern aus dem unabhängigen evangelischen Orden der Diakonissinnen aus Riehen dort gelebt und den Betrieb geführt.

Danach übernahm der Verein Kommunität Wildberg das Angebot des Hauses, welches 2020 von den Diakonissinnen an die Baselbieter Stiftung Good Samaritans verkauft wurde.

Die Leitung bleibt auch weiterhin beim Verein, der jedoch per 1. Januar einen neuen Namen erhält. Aus der Kommunität wird die Oase Wildberg.

Wasser in der Wüste

Für Spirig hat der Namenswechsel eine tiefere biblische Bedeutung: «Wer hierherkommt, der ist oft in einer wüstenähnlichen Situation und sucht Ruhe und Hoffnung», erklärt er. In Wildberg gebe es viele Quellen. «Und wenn das Wasser in der Wüste fliesst, dann entsteht eine Oase.»

Diese Haltung zeigt deutlich, dass auch Spirig die Grundwerte der christlichen Institution bewahren will. «Die biblische Grundausrichtung bleibt bestehen», betont er. «Und wir wollen natürlich für alle Menschen offen sein.»

In einer Welt, die teilweise aus den Fugen gerät, ist Hoffnung zentral.

Hannes Spirig

Neuer Leiter im Haus der Stille

Aber nicht nur der Verein ändert seinen Namen: Aus dem Haus der Stille und Einkehr wird das Haus der Stille und Hoffnung.

Wieso genau Hoffnung? «In einer Welt, die teilweise aus den Fugen gerät, ist Hoffnung zentral», sagt Spirig. Diese soll man in schwierigen Situationen in der Oase wiederfinden können.

Alterswohnungen für bessere Finanzen

Das Haus der Stille bietet unter der neuen Leitung weiterhin eine Unterkunft für Menschen, die Rückzug und Ruhe suchen. Auch das Kursangebot bleibt bestehen: von Exerzitien, das sind geistliche Übungen, bis zum Kreativ-Seminar oder begleiteten Schweige-Tagen.

Doch für Spirig ist klar, dass sich die Oase Wildberg weiterentwickeln soll. Einiges ist in Planung in Bezug auf die Angebotserweiterung.

So will die Eigentümerin, die Stiftung Good Samaritans, einen Neubau mit 15 Alterswohnungen auf dem Grundstück erstellen.

Beim Haus der Stille entstehen 15 Alterswohnungen.
Beim Haus der Stille entstehen 15 Alterswohnungen (rot, links) und ein Anbau (rot, rechts).

Gleichzeitig ist auch ein Anbau geplant, der neun moderne Doppelzimmer bietet. «Damit können wir sicherlich ein weiteres Segment an Personen ansprechen, die eine etwas komfortablere Unterkunft suchen.»

Aktuell läuft das Bewilligungsverfahren noch. Spirig hofft, dass die Bewilligung bald erteilt und der Anbau bis Mitte 2024 bezugsbereit sein wird.

Etwas mehr Stille würde allen Menschen guttun.

Hannes Spirig

Die Stiftung will mit den Wohnungen den Betrieb des Hauses mitfinanzieren. Dazu sollen Synergien gesucht werden: «Beispielsweise bei den Mahlzeiten oder der Wäscherei und Reinigung», sagt Spirig. «Oder auch beim seelsorgerischen Angebot.»

Besser verankert im Dorf

Das Ziel ist, dass die Oase langfristig auf stabilen finanziellen Beinen steht und nicht mehr auf Geld der Stiftung angewiesen ist. «Dabei zählen wir nicht nur auf die Alterswohnungen, sondern wollen mit neuen Angeboten ein neues Gästesegment ansprechen», sagt Spirig. «Wir wollen mit einem göttlichen Dreiklang erfolgreich sein: auf biblischen Grundlagen, mit unternehmerischem Denken und sozialem Handeln.»

Er ist davon überzeugt, dass ein Ort wie die Oase Wildberg auch in Zukunft seinen Wert hat. «Etwas mehr Stille würde allen Menschen guttun.»

Und Spirig will, dass auch die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde das Haus besser kennenlernen. «Am 12. Februar findet ein Tag der offenen Türe statt, damit wir die Bevölkerung in unsere Oase einladen können.»

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