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Ein letztes Mal backt Beatrice Almeida ihre Anisguetsli in Turbenthal

Im Bed and Breakfast Casa Almeida befindet sich auch die Backstube von Beatrice Almeida. Diesen Herbst ist sie aber zum letzten Mal für ihre Anisguetsli nach Turbenthal zurückgekehrt.

Bisher hat Beatrice Almeida ihre Anisguetsli in ihrer Backstube in Turbenthal hergestellt., Das ehemalige Bed and Breakfast wird bald abgerissen., Es weicht einer Überbauung.

Visualisierung: PD

Ein letztes Mal backt Beatrice Almeida ihre Anisguetsli in Turbenthal

Im Frühling 2019 ist Beatrice Almeida mit ihrem Mann Josef und den drei Kindern von Turbenthal nach Kanada ausgewandert. Seither führt die Familie dort ein Motel in der Atlantikprovinz Nova Scotia. Die Abenteuer der Almeidas wurden auch in der SRF-Sendung «Auf und davon» gezeigt.

Jeden Herbst ist Beatrice Almeida aber bisher in die Schweiz zurückgekehrt, um ihre Tösstaler Anisguetsli zu backen. Mehrere hundert Kilo pro Jahr.

Diese verkauft sie seit 20 Jahren jeweils im Herbst und Winter an Delikatessengeschäfte und – wenn keine Corona-Beschränkungen herrschen – auf Märkten. Ihre Mutter, die selber seit über 30 Jahren Anisguetsli herstellt, hat sie in die Kunst eingeführt.

Ein gutes Angebot

Heuer stammt die süsse Spezialität aber zum letzten Mal aus der Backstube in Turbenthal. «Wir haben unser Haus verkauft», sagt Beatrice Almeida. 

Im Tösstal haben die Almeidas bis zu ihrer Abreise nach Kanada ein Bed and Breakfast, das Casa Almeida, geführt. Danach haben die Mutter von Josef Almeida und ihr Ehemann die Unterkunft bis diesen Sommer weiterbetrieben. Mit etwas administrativer Unterstützung von Sohn und Schwiegertochter aus Übersee.

«Meine Schwiegermutter wollte aber mit ihrem Mann wieder zurück in ihre Heimat nach Portugal», sagt Beatrice Almeida. Schliesslich gehe sie gegen die 70 zu. «Und sie hat bereits vorher erwähnt, dass sie diese Aufgabe nicht noch drei weitere Jahre machen will.»

Als dann eine Immobilienfirma der Familie im letzten Herbst ein gutes Angebot machte, konnte man sich im Frühjahr einigen. «Es hat für alle Beteiligten perfekt gepasst.»

Backstube in Zürich 

Ab nächstem Frühling sollen auf dem Grundstück am Heerwiesweg zwei grössere Mehrfamilienhäuser mit je zehn Eigentumswohnungen entstehen. Diverse Wohnungen sind bereits reserviert.

Mit dem Rechtsstreit mit den Nachbarn vom vergangenen Jahr über die Zufahrt zum Grundstück habe dieser Verkaufsentscheid nichts zu tun, betont Almeida.

Im Sommer 2021 entzog das Verwaltungsgericht dem Casa Almeida die Bewilligung, weil das Grundstück mangelhaft erschlossen ist. Wie der «Landbote» kürzlich berichtete, konnte sich die Immobilienfirma mit den Nachbarn einigen.

«Das Angebot der Immobilienfirma kam für uns zur rechten Zeit.»
Beatrice Almeida, Anisguetsli-Bäckerin

Wenn das Casa Almeida abgerissen wird, verschwindet auch die Backstube von Beatrice Almeida. Sie will aber auch in Zukunft regelmässig in die Schweiz kommen, um ihre Anisguetsli zu backen. Herstellen kann sie diese im nächsten Herbst dann bei ihrer Mutter in Zürich. 

Ein geheimes Projekt 

«Natürlich ist der Verkauf auch mit etwas Wehmut verbunden», sagt Almeida. «Wir haben seit 2004 hier gewohnt und viele schöne Jahre mit unseren Kindern in Turbenthal verbracht.»

Doch es wären auch weitere Investitionen im Haus nötig gewesen. «Das Angebot der Immobilienfirma kam für uns deshalb zur rechten Zeit.»

Almeidas möchten sich nun auf ihre Abenteuer abseits von Turbenthal konzentrieren. Die Familie führt weiterhin das Motel in Kanada – und ist sehr zufrieden mit dem Geschäftsgang. «Wir haben dort auch vor Kurzem weitere grössere Investitionen vorgenommen», erklärt Almeida.

Doch Beatrice und ihr Mann Josef bleiben der Abenteuerlust treu. Sie haben bereits Pläne für neue Unternehmungen geschmiedet. Noch hüllt sich Beatrice Almeida aber in Schweigen: «Dazu kann ich im Moment noch nichts sagen.»

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