Bergrestaurant Rosinli wechselt seine Pächter
Vorerst gibt es keinen Wurst-Käse-Salat mit Ausblick auf den Pfäffikersee mehr: Die Pächter des «Rosinli» öffnen das Restaurant am Sonntag, dem 20. November, das letzte Mal.
Nach knapp neun Jahren geben die Familien Pfeiffer und Houdek die Pacht mit einem weinenden Auge ab. Das Restaurant wurde von Stephan und Margrit Pfeiffer, ihrer Tochter und deren Ehemann Mathias Houdek geleitet.
Spannungen in der Leitung
«Wir wissen nicht, was nach uns hier passiert», sagt Mathias Houdek. Spannungen zwischen den Pächtern und der Vermieterin des Grundstücks würden die Kommunikation schwierig machen.
Die Vermieterin habe den Mietvertrag ein Jahr vor Auslauf nicht verlängern wollen. «Da haben wir entschieden, dass wir Nägel mit Köpfen machen», sagt der Pächter.
Die Familie gibt die Pacht deshalb schon Ende dieses Jahres ab. Es habe am Schluss einfach an Motivation gefehlt. «Wenn man weiss, dass das Gasthaus sowieso keine Zukunft mit uns hat, dann ist es schwierig, weiterzumachen», meint der Gastronom enttäuscht.
Man trenne sich auf dem Rosinli deshalb nicht unbedingt im Guten. Auf die Frage, warum sich Pächter und Vermieterin zerstritten haben, weicht Houdek aus. «Wir möchten keine Schlammschlacht in den Medien.»
Anders klingt es bei der Besitzerin des Restaurants, Ursula Strickler. Man gehe im Guten auseinander, erklärt sie am Telefon. Gleichzeit gibt sie schon den Nachfolger bekannt. Im Januar wird Paul Buchs den Betrieb übernehmen.
Personalmangel nach Corona
Für die bisherigen Pächter sind jedoch nicht nur mögliche Streitigkeiten der Grund für das Aus. Auch die Corona-Zeit ist nicht schmerzlos an ihnen vorbeigegangen. «Die finanziellen Nachwehen spürten auch wir.» Während der Pandemie hätte das Restaurant zwar niemand entlassen müssen, Mitte 2021 sei es aber eng geworden.
Vor allem die Personalsuche sorgte für Schwierigkeiten. «Es lässt sich kaum geeignetes Personal finden.» Die aktuellen Pächter hätten lange gesucht, haben zum Schluss aber resigniert.
Um das Restaurant zu retten, habe die Familie Pfeiffer und Houdek einfach ihren eigenen Einsatz erhöht. «Es wurde wirklich anstrengend.»
Harter Abschied
Bei den langjährigen Kunden des «Rosinli» kommt das Aus der Pächter nicht gut an. «Natürlich, viele sind enttäuscht. Über die Jahre haben wir auch viele persönliche Beziehungen aufgebaut», schaut Houdek zurück. Dass die Frustration so gut spürbar sei, würde den Abschied nicht leichter machen.
«Als letzte Amtshandlung veranstalten wir aber noch einen Inventarsverkauf.» Am 21. Und 22. November können Gastronomen und Private das Inventar des «Rosinli» kaufen: Gläser, Teller, aber auch grössere Geräte wie Kaffeemaschinen.
«Sichern Sie sich ein Andenken an das legendäre Rosinli», schreibt das Bergrestaurant in einem Inserat.
Es würde jedoch nicht ganz alles verkauft. «Ein Teil behalten wir auch.» Die Familie sei bereits dabei, etwas Neues für die Zukunft zu suchen. «In der aktuellen Situation möchten wir am liebsten etwas Kleineres übernehmen.» Eine Beiz in gleicher Grösse will die Familie nicht mehr. Ganz kann sie die Gastronomie aber noch nicht vergessen.