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Gesellschaft

«Der Kick auf der Bühne ist das Schönste»

Mit dem 11. November beginnt die Fasnacht, auch die fünfte Jahreszeit genannt. Für die Hinwiler Gugge «Note-Furzer» bedeutet das: Neue Gwändli, unzählige Probestunden und das Auswendiglernen von Liedern. Zwei Mitglieder geben einen Einblick in das Guggen-Treiben. Dieses Interview entstand im Rahmen des Zukunftstages.

Die «Note-Furzer» aus Hinwil sind diese Saison feurig unterwegs., Die jungen Reporterinnen Christina, Alexandra und Andrina (v.l.) führen das Interview mit Tamara und Marc Hauser.

Foto: Talina Steinmetz

«Der Kick auf der Bühne ist das Schönste»

Laute Musik, lustige Kostüme und Schminke: Endlich steht mit dem 11.11. die Fasnacht wieder vor der Tür. Teil davon ist auch die Hinwiler Gugge «Note-Furzer» mit Präsidentin Tamara Hauser und ihr Mann Marc Hauser.

Die 31-Jährige ist mit ihrer Posaune schon seit 15 Jahren dabei, der ebenfalls 31-Jährige mit dem Schlagzeug seit 9 Jahren. Im Interview verraten sie, was sie nach wie vor motiviert, Teil einer Gugge zu sein und wie sie die beiden Pandemiejahre erlebt haben. 

Jetzt mal ehrlich: Guggenmusik ist jetzt ja wirklich nicht mehr das Modernste. Wie macht Ihr es, dass die Leute noch zuhören?
Tamara Hauser: (lacht). Wir wollen Musik spielen, die über mehrere Jahre hinweg bekannt ist – nicht nur die neusten Charts. Insgesamt spielen wir jetzt momentan 20 Lieder. Die bekanntesten von allen sind ‹ Über den Wolken › und ‹ Weiss der Geier › .

Wie kamt ihr dazu, Guggenmusik zu machen?
Marc Hauser: Ich habe schon vorher Schlagzeug gespielt, wollte aber unbedingt einem Verein beitreten. Dabei habe ich Tamara kennengelernt, die mich dann zur Guggenmusik gebracht hat.

Tamara Hauser: Ich wurde von einem Arbeitskollegen dazu überredet, in die Guggenmusik zu gehen. Ich war vorher unmusikalisch, doch dann kam ich nicht mehr weg.

Was ist das Schönste am Musik machen und was ist manchmal auch nicht so toll?
Marc Hauser: Ich finde den Zusammenhalt und die Leidenschaft beim Spielen sehr wichtig. Mühsam ist es manchmal, dass ich das ganze Schlagzeug mit mir tragen muss.

Tamara Hauser: Das Auswendiglernen finde ich sehr mühsam, dafür ist dann der Kick auf der Bühne und das Spielen vor so vielen Menschen das Schönste.

Wie lange dauert es, ein Lied auswendig zu lernen?
Marc Hauser: Das ist ganz unterschiedlich. Für ein Lied, das sehr viele verschiedene Tonlagen beinhaltet, hat man länger als bei anderen Liedern. Es kommt auch darauf an, wie komplex das Stück ist. Es kann sein, dass man für ein kurzes, dafür komplexes Lied länger zum Auswendig lernen hat als für ein langes, dafür einfaches Stück.

Wie wählt ihr eure Kostüme aus?
Tamara Hauser: Alle zwei Jahren gibt es ein neues Kostüm, oder wie wir auch sagen: ‹ Gwändli › . Mitglieder können Vorschläge bringen. Dann werden in einem Auswahlverfahren die einzelnen Kostüme aussortiert, bis das definitive feststeht. Dieses soll ein erkennbares Motto haben. Es soll nicht immer dunkel sein, sondern auch mal bunt oder leuchtend. Ausserdem warm, weil es geht nicht, dass wir bei 0 Grad kurzärmelig rumlaufen. Unser diesjähriges Kostüm heisst: ‹ The burning furzers › und hat brennende Farben.

Wie lange dauert es, um die einzelnen Leute zu schminken?
Tamara Hauser: Für das Schminken rechnen wir zwei Stunden für alle ein. Pro Person hat das Schminkteam etwa zehn Minuten.

Wo spielt Ihr dieses Jahr überall?
Tamara Hauser: Wir sind in der ganzen Schweiz unterwegs. Am 11.11 in Wetzikon, später dann noch in Thun, Schaffhausen und Savognin. Und im April geht es dann nach Bern an die Schweizer-Meisterschaft.

«Existenzangst hatten wir zu keinem Zeitpunkt.»
Tamara Hauser, Präsidentin «Note-Furzer»

Jetzt dürft ihr wieder spielen, während Corona war das nicht der Fall: Ihr konntet in dieser Zeit kaum auftreten und Geld verdienen. Wie habt ihr diese Zeit erlebt?
Tamara Hauser: Das war herausfordernd. Finanziell war es auch nicht einfach. Die Chilbi in Hinwil fiel leider zweimal wegen Corona aus. Das war sehr blöd, da sie unsere Haupteinnahmequelle ist. Wir haben einen Spendenaufruf gemacht und einen Backtag veranstaltet, wo wir  Bretzel und Zöpfe gebacken und anschliessend verkauft haben.  Existenzangst hatten wir aber zu keinem Zeitpunkt.

Und wie geht es euch jetzt?
Tamara Hauser: Alle freuen sich natürlich riesig darauf, wieder zu spielen. Das ist sehr schön. Alle Mitglieder, die während der Corona-Zeit neu dazukamen und die Fasnacht so noch nicht kennen, sind mega nervös. Wir haben vor drei Wochen in Langenthal das erste Mal wieder gespielt und uns ist aufgefallen, dass alles noch wie vor Corona ist  – niemand hat Berührungsängste. 

Jetzt noch zum Abschluss: Der Name «Note-Furzer» ist schon ein spezieller Name für eine Musikgruppe. Wie seid ihr darauf gekommen?
Tamara Hauser: Die Gründungsmitglieder, die den Verein gegründet haben, sind zusammengesessen und haben sich viele Namen überlegt, doch keiner passte. Da sagte einer mal: «Das ist ja wie ein Furz in die Küche», und so ist man dann auf den Namen ‹ Notenfurzer ›  gekommen. Bei unseren ersten Aufkleber ging dann das das zweite ‹ N» von ‹ Notenfurzer › vergessen und so wurden wir dann zu den ‹ Note-Furzer › .

Interview: Andrina Largiadèr , Christina Akinsuyi, Alexandra Gebert

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