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Grösste Baumnussplantage der Region steht in Medikon

Die gute alte Walnuss ist roh, simpel und lange haltbar. Der ehemalige Wetziker Gemeindepräsident Max Homberger zeigt seine Baumnussplantage - die Grösste im Zürcher Oberland, wie er sagt.

Max Homberger bei der Arbeit auf der Plantage., Der ehemalige Wetziker Gemeindepräsident investiert in Walnüsse., Die jungen Bäume hat Homberger vor 20 Jahren angepflanzt., Mit diesem Rechen werden die Nüsse eingesammelt., Diese Baumnüsse sind fertig für den Verkauf., Homberger hat sogar selber einen Schrank zum Trocknen der Baumnüsse gebaut., Hombergers beide Baumsorten auf einen Blick

Eleanor Rutman

Grösste Baumnussplantage der Region steht in Medikon

Schon im Land Rover auf dem Weg zur Plantage schwärmt Max Homberger von seinen Baumnüssen. «Dieses Jahr ist ein Gutes.» Der ehemalige Gemeindepräsident von Wetzikon rechnet heuer mit einem Ertrag von 400 Kilogramm. Er sei schon seit zwei Wochen dran, die Nüsse einzusammeln. 

Reiche Ernte

«Die Walnüsse sind kleiner als sonst, vielleicht war das der trockene Sommer», vermutet er. Dafür sei die Ernte reich.

Es ist ein nebliger Herbstmorgen. Homberger lenkt das Auto auf einem Feldweg in Medikon an herbstlich-gelben Bäumen vorbei. Die Nüsse seien an diesem Ort früher gereift, als auf der anderen Seite des Ackers.

«Hier habe ich schon alles abgeerntet, diese Bäume kriegen mehr Sonne.» Vielleicht liege es aber auch an der Sorte. Zwei verschiedene Baumarten hat der 73-jährige vor zwanzig Jahren mit einem Kollegen angepflanzt: 10 Bäume «gelber Geisenheim» und 32 Bäume der Sorte «Franquette».

«Die Bäume sollte man keinesfalls schütteln, die Walnüsse fallen einfach herunter, wenn sie reif sind.»
Max Homberger, Baumnussplantagenbesitzer

Die «Franquette»-Bäume stehen auf der anderen Seite des Feldes — in vier geraden Reihen auf 40 Aare Land. Homberger steigt aus dem Auto, gut ausgerüstet mit schweren Schuhen, die dem nassen Gras trotzen. Stolz nimmt er ein Werkzeug aus dem Kofferraum. Ein runder schwingbesenartiger Roller aus Draht, der an einem Stiel befestigt ist.

Baumnuss-Sammler und Beine.

 «Das ist mein kleiner persönlicher ‹Vollernter›, der macht die ganze Arbeit», grinst Homberger. Das ist ironisch gemeint. Denn das Gerät ist klein und simpel. Damit rollt er über den feuchten Boden und sammelt so die Nüsse ein.

«Die Bäume sollte man keinesfalls schütteln, die Walnüsse fallen einfach herunter, wenn sie reif sind», sagt er. Der Wind und Regen würden da schon ausreichend mithelfen. Am Boden platzten die Nüsse auf und die grüne Hülle –  die aussieht wie ein Dinosaurier-Ei –  legte die holzig braune Schale frei.

«Wenn ich den ganzen Tag Nüsse sammle, dann tun mir abends schon die Knochen weh», gibt der 73-jährige zu. Normalerweise sei er deswegen täglich nur zwei Stunden hier draussen. Das reiche. Mittlerweile habe er schon geschätzte 300 Kilogramm geerntet. «Das geht jetzt etwa noch eine Woche so weiter, danach ist die Erntezeit vorbei.»

Baumnüsse als wertvolle Knabberei

Am Boden entdeckt Homberger eine Walnuss mit angefressener Schale und hebt sie vom Boden auf. «Hier sieht man, dass auch schon eine Krähe oder ein Eichhörnchen dran geknabbert hat.»

Walnuss auf dem Salat.

Er selber möge die Baumnüsse vor allem roh auf dem Salat. «Einfach schälen und fertig. Ohne gross zu kochen.» Homberger ergänzt, dass man aus den Baumnüssen auch Öl herstellen kann.

«Baumnussöl auf dem Salat ist wunderbar, das reicht schon vollkommen aus als Sauce.»
Max Homberger, Walnussplantagenbesitzer

Da er persönlich keine Salatsaucen mag, kommt ihm das sehr gelegen. «Baumnussöl auf dem Salat ist wunderbar, das reicht schon vollkommen aus als Sauce.» Im Gegensatz zum Kürbisöl, welches meistens nur wenige Monate halte, sei Baumnussöl gut gelagert mindestens ein Jahr lang geniessbar. «Ich habe bei mir sogar ein drei Jahre altes Fläschchen stehen, das schmeckt noch immer gut.»

Lange haltbar und praktisch

Auch er lässt aus einem Teil seiner Baumnüssen Öl herstellen. Bislang musste er sie aber nach Bischofszell bringen, das sei immer etwas aufwendig gewesen. Jetzt sei er im Gespräch mit einer Ölpresse in Bauma. «Das wäre um Einiges praktischer», sagt er. Einen Teil der Ernte verkaufe er aber direkt an die Landi in Wetzikon. «Ich bekomme 6.50 Franken pro Kilogramm, reich werde ich damit sicher nicht.»

Der Hauptgrund für seine Entscheidung, Walnussbäume zu pflanzen sei vor allem ein Praktischer gewesen: «Die Nüsse fallen einmal im Jahr herunter und dann kann man sie ernten.» Das könne man von Kirschen zwar auch sagen, aber da müsse man zusätzlich halt doch noch auf eine Leiter steigen.

Walnuss geschält.

Ob Baumnüsse wirklich schlau machen, wie das oft behauptet wird, kann Homberger nicht sagen. «Sie sehen ja schon aus wie zwei kleine Gehirnhälften» schmunzelt er. Regelmässiger Verzehr senke den Cholesterinspiegel, da es wichtige Proteine und Omega-3-Fettsäuren enthalte. «Aber da kenne ich mich zu wenig genau aus.»

«Schon eine Woche nach der Ente kann man die Nüsse schnabulieren.»
Max Homberger, Baumnussplantagenbesitzer

Auf seinem kleinen Hof zeigt er lieber noch den Schrank, den er mit dem Nachbarn selber gebastelt hat. «Ein perfekter Trocknungsschrank». Auch dieser ist simpel und durchdacht: Ein Schrank aus Spanplatten, an der Decke ein Loch mit Ventilator. Nach dem Waschen würden die Baumnüsse in Plastikharassen in den Schrank geschoben. Der Ventilator winde kühle Aussenluft hinein und trockne so die Baumnüsse. «Schon eine Woche nach der Ente kann man die Nüsse schnabulieren.»

Was steckt in einer Baumnuss?

15 Gramm Baumnüsse (ungefähr 3-5 Kerne) liefern 100% unseres Tagesbedarfs an gesunder, ungesättigter Omega-3-Fettsäure.

Die pflanzliche Omega-3-Fett­säure helfe, schlechtes Cholesterin zu senken, Entzündungen zu hemmen, Hirn­leistung und Sehkraft zu stärken, schreibt die Stiftung Warentest und diverse Studien.

100 Gramm Walnüsse (ungefähr 25-30 Kerne) enthalten unter Anderem: 742 Kalorien, 7 Gramm Kohlenhydrate, 16 Gramm Proteine, 71 Gramm Fett, 6,7 Gramm Nahrungsfasern, 30 Miligramm Vitamin E, 420 Miligramm Kalium, 140 Miligramm Magnesium, 3 Miligramm Eisen und 4 Miligramm Zink.

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