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Gesellschaft

Das unbeschwerte Chilbi-Vergnügen ist zurück

Die Wetziker Chilbi ist im gewohnten Format zurück. Der auf vier Tage ausgedehnte Anlass verzückt das Mehrgenerationen-Publikum mit allerlei Attraktionen.

Die Chilbi Wetzikon fand nach zwie Pandemie-Jahren wieder in der gewohnten Grösse statt., Das Treiben vor Ort zeigte, dass die Chilbi schmerzlich vermisst worden ist., Die Bahnen «gehörten» vor allem den jüngeren Besuchern., Hin und wieder hörte man Gekreische auf dem Gelände.

Marcel Vollenweider

Das unbeschwerte Chilbi-Vergnügen ist zurück

Die «grösste Landchilbi» des Kantons Zürich ist zurück: Seit Freitag haben Bahn- und Marktstandbetreiber wieder alle Hände zu tun.

Ein Augenschein offenbart viele glückliche und zufriedene Gesichter. Die Besuchenden scheinen das bunte Treiben, welches für alle Sinne etwas bereithält, vermisst zu haben – ganz egal, wie alt sie denn auch sind.

Hanspeter Stoller, 68, aus Wetzikon

Hanspeter Stoller an der Chilbi Wetzikon 2022.

«Ich gehe seit meiner Kindheit, die ich im Berner Oberland verbracht habe, sehr gerne an Chilbis, später auch mit der eigenen Familie. Da erinnere ich mich auch an Besuche im Europapark.  Ich bin vor zwei Jahren aus dem Tösstal nach Wetzikon gezogen. Schade, dass genau dann die Chilbi abgesagt wurde. Aber umso schöner, dass sie jetzt wieder stattfindet.  Ich gehe nicht mehr auf die Bahnen. Auch halte ich mich bei der Verpflegung zurück. Ich lasse mich kulinarisch nicht mehr gross verführen. Was mir aber sehr gefällt, ist, unter die Leute zu gehen. Da ergibt sich spontan die eine oder andere Begegnung. Das macht für mich Chilbi eben auch aus.»

Sascha Dürr, 30, aus Hinwil

Sascha Dürr aus Wetzikon an der Chilbi Wetzikon 2022.

«Ich besuche die Wetziker Chilbi regelmässig – aber leider nicht die letzten zwei Jahre. Jetzt ist dieses Erlebnis, welches im Jahreskalender ein eigentlicher Fixpunkt ist, glücklicherweise zurück – und ich kann es gleich mit meinem Kind geniessen.

Ich merke als junger Vater, dass sich meine Prioritäten beim Chilbi-Besuch geändert haben. Stand vor wenigen Jahren noch die Nutzung möglichst vieler Bahnen zuoberst auf der Liste, schätze ich heute eher die Möglichkeit, gemütlich durchs Areal zu schlendern, Leute anzutreffen und auch mal die eine oder andere Leckerei auszuprobieren.»

Lorina Aeppli und Sarah Eisenrieder, beide 13, aus Rüti

Lorina Aeppli und Sarah Eisenrieder an der Chilbi Wetzikon 2022.

«Ich bin zum ersten Mal an der Chilbi Wetzikon», erzählt Lorina. «Ich kann am heutigen Chilbitag 50 Franken ausgeben. Da spare ich aber lieber beim Essen und kann dafür mehr Bahnen besuchen.»

Ihre Klassenkameradin Sarah weiss noch nicht genau, ob sie nun noch den Turm, welcher das Freier-Fall-Erlebnis ermöglicht, besuchen sollen. «Eben sind wir aus der Geister-Villa gekommen, und das war doch echt gruselig. Immer mal wieder gab es Momente, in welchen ich mich fast zu Tode erschreckte.»

Die Bahnen «gehören» den Jungen

Unterstrichen wird diese Aussage durch das Kreischen, welches auf dem ganzen Gelände immer wieder zu hören ist. Eines ist klar: Die Bahnen «gehören» den Jungen.

Der Burner» mit Rotationen auf allen möglichen Achsen setzte schon etwas Wagemut voraus. Der «Lion Freefall Tower» war nichts für Ängstliche – der freie Fall aus 85 Metern Höhe und mit einer Fallgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern garantierte Nervenkitzel pur.

Andere vergnügten sich lieber auf dem Karussell «Kunterbunt», auf dem Riesenrad «Around the World», beim Büchsenwerfen oder Schiessen, auf der Achterbahn oder eben in der Geister-Villa.

Vier statt drei Tage

Die Erinnerung an zwei aufeinanderfolgende Jahre mit einem der Corona-Pandemie geschuldeten Chilbi-Treiben im Miniformat verblasst angesichts des reichen Angebots an Attraktionen und kulinarischen Leckereien schnell.

Auf dem Areal entlang der für den Verkehr gesperrten Rapperswilerstrasse und rund ums Eisstadion Wetzikon kamen die Schausteller und Marktstandbetreiber bereits am Freitagabend auf ihre Rechnung. Die vom Wetziker Stadtrat bewilligte versuchsweise Ausdehnung auf vier Chilbitage, dies auch noch im kommenden Jahr, erhielt viel Zuspruch.

Am Samstag und Sonntag ging das pulsierende Treiben auf dem Chilbigelände weiter – und selbst der kurzzeitig aufziehende Regen am frühen Samstagabend tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Während dieser kurzen Schlechtwetterphase rückten die Besucherinnen und Besucher näher zusammen, und zwar unter den Vordächern der Marktstände. Das breit gefächerte Duftspektrum von leckeren Speisen aller Art und aus vieler Herren Länder verführte dazu, sich den Leckereien hinzugeben und das Treiben um sich herum auf sich wirken zu lassen – ganz wie früher.

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