Das «Gyrenbad» will zur Event-Location werden
An einem Tisch sitzt ein Wanderer in ganzer Montur und isst ein «Schnipo» mit einer Apfelschorle, zwei Tische weiter gönnt sich ein Ehepaar einen Wasserbüffel-Schmorbraten und dazu einen wohltemperierten Wein.
Dieses Bild ist kein seltenes auf der Terrasse des Gasthofs Gyrenbad in Turbenthal. «Wir haben verschiedene Zielgruppen», erklärt Geschäftsführer Poly Papadopoulos. Dieser Mix aus « Währschaftem » und Spitzen-Küche habe das «Gyrenbad» schon immer ausgezeichnet.
Einbruch bei den Anlässen
Als drittes wichtiges Standbein kommt noch die Gastronomie für Veranstaltungen hinzu. Die verschiedenen Säle bieten genug Platz für grosse Gesellschaften – sei es ein runder Geburtstag, eine Konfirmation oder eine Hochzeit. Doch in den letzten beiden Jahren blieben die Reservationen in diesem Bereich aus. Für die Betreiber war es eine harte Zeit.
«Corona hat uns ohnehin stark getroffen, wie die gesamte Branche», meint Papadopoulos. Bei den Anlässen sei der Einbruch am grössten gewesen. Deswegen versucht man im Gasthof nun, diesen Geschäftsbereich wieder stärker in den Fokus zu rücken.
So prangt auf der der Website neu ein grosser schwarz-beiger Button. Er besagt, dass das «Gyrenbad» bei den Swiss Location Awards eine Auszeichnung erhalten hat. Mit 8.5 von 10 möglichen Punkten erreicht es die Stufe «ausgezeichnet».
Von der Genuss- zur Hochzeitslocation
Durchgeführt wird die Bewertung von der Plattform eventlokale.ch. Es gibt den Award seit 2016 und er zeichnet die besten Hotels, Restaurants, Kongress- und Eventlocations der Schweiz aus. Veranstalter, Besucher und eine Fachjury können die einzelnen Bewerber bewerten.
«Wir haben die Räume hier im Gasthof sowieso, wir sollten sie auch nutzen.»
Poly Papadopoulos, Geschäftsführer des «Gyrenbads»
Die Auszeichnung erhielt das «Gyrenbad» aber nicht wie 2021 als «Genusslocation» – sondern als «Hochzeitslocation». Das hat gemäss Papadopoulos jedoch einen einfachen Grund: «Wir haben dieses Jahr unsere Bewerbung in dieser Kategorie eingereicht.»
Nutzen schwer abzuschätzen
Für den Geschäftsführer ist das Teil des Konzepts, die Event-Gastronomie im «Gyrenbad» zu fördern. «Wir haben die Räume hier im Gasthof sowieso, wir sollten sie auch nutzen.»
Wie viel so eine Auszeichnung bringt, ist schwer zu beurteilen. Das gesteht auch Papadopoulos sofort ein. Doch er ist davon überzeugt, dass der Award seinen Nutzen hat.
Das «Gyrenbad» ist aus seiner Sicht in der Region bereits sehr gut etabliert. «Wir können aber etwas weiterdenken und sicher auch Personen aus dem ganzen Kanton ansprechen.» Dabei seien solche Labels sicher hilfreich.
«Im Idealfall haben wir bald durchgehend etwas zu tun.»
Poly Papadopoulos
Und dennoch: Paare aus Basel oder Bern werden wohl, Award zum Trotz, kaum ihre Hochzeit im «Gyrenbad» feiern. «Aber ein Paar aus Zürich, wieso nicht», meint Papadopoulos.
Bald mehr Gästezimmer?
Der Geschäftsführer hofft, dass die Event-Gastronomie langfristig ausgebaut werden kann. Denn bisher läuft das Geschäft vor allem saisonal: «Von Frühling bis Herbst haben wir unsere Hauptsaison», erklärt er. Am meisten sei jeweils im Sommer los.
Im Winter, selbst ohne Corona-Einschränkungen, war es immer schon ruhiger im «Gyrenbad». Papadopoulos ist aber guter Dinge, dass sich das ändern könnte: Er denkt dabei beispielsweise an Team-Anlässe oder Feste.
«Ich bin seit August 2020 hier – und seither war es ein ständiges Auf und Ab.»
Poly Papadopoulos
Zu diesen langfristigen Plänen gehört auch, das Hotellerie-Angebot sukzessive auszubauen. Bisher verfügt das «Gyrenbad» über sieben Gästezimmer.
Es sei durchaus möglich, dass weitere eröffnet würden. Zimmer und Platz habe man genug. Diese müssten gemäss dem Geschäftsführer aber zuerst saniert werden.
Mehr Flexibilität
Doch bevor sich Papadopoulos vertieft solchen Plänen widmet, denkt er zuerst an die kommende Zeit. Es sind Sommerferien, die Hauptsaison für den Gasthof. «Es ist immer schwer vorauszusagen, wie es laufen wird», sagt er. «Aber ich bin optimistisch.»
Er hofft, dass erneute Corona-Beschränkungen ihm nicht wieder ein Strich durch die Rechnung machen. «Ich bin seit August 2020 hier – und seither war es ein ständiges Auf und Ab.»
Die fehlende Planungssicherheit sei eine grosse Belastung gewesen. Doch sie habe ihm als Gastronomen auch einiges gelehrt: «Ich bin flexibler geworden und habe gemerkt, was möglich ist und was nicht.»
