Turbenthal erhält einen neuen Park mit Kaffee-Bar und Spielplatz
Das Bild einer vollen Kirche ist heutzutage etwas Ungewöhnliches «Als Kirche müssen wir deshalb neue Wege gehen, um die Leute zu erreichen», sagte Kirchenpflegerin Erna Brüngger an der Kirchgemeindeversammlung Turbenthal-Wila.
Ein solcher Weg ist der neue Kirchenpark, der zu einem Treffpunkt in der Gemeinde werden soll. Die Kirche will das Stück Land umgestalten – und zwar mit einem neuen Spielplatz samt Wasserstelle und einem Bistro-Häuschen, eine kleine Kaffee-Bar.
Der neue Park sei ein Projekt mit grossem Gemeinschaftsnutzen. Doch es hat seinen Preis: Fast eine halbe Million Franken kostet das Projekt. Dazu kommen jährliche Folgekosten von zirka 23’000 Franken. «Jetzt weiss ich auch, woher das Wort Kostenvoranschlag kommt: Man ist fast ein bisschen erschlagen, wenn man ihn sieht», meinte Brüngger dazu.
Diskussionen ums Bistro
Aber die Reformierte Kirche Turbenthal-Wila ist bereit, diesen neuen Weg zu gehen. Die grosse Mehrheit der 46 anwesenden Stimmberechtigten gaben ihrer Kirchenpflege den Segen, das Projekt zu realisieren.
Trotz des klaren Resultats wurde an der Versammlung länger diskutiert. Vor allem zur Debatte stand das Bistro-Häuschen.
Eine Stimmberechtigte stellte den Antrag, dieses zu streichen. «Man kann seinen Kaffee auch im Chiletreff holen», erklärte sie. Das Häuschen nehme den Kindern nur den Platz weg, um zu spielen.
«Das Projekt als Ganzes ist stimmig und dazu gehört das Bistro.»
Stimmbürger an der Kirchgemeindeversammlung
Erna Brüngger hielt dagegen. Das Bistro sei wichtig, um die Gastlichkeit im Park zu erhöhen. «Ausserdem bietet es Stauraum für Stühle und Bänke», ergänzte sie.
Sorgen wegen Abfall
Auch andere Anwesende stellten sich auf die Seite der Kirchenpflege. Viele lobten das Projekt und das Engagement der Behörde. «Das Projekt als Ganzes ist stimmig und dazu gehört das Bistro», meinte ein Stimmbürger.
Bei der Abstimmung war die Sache ohnehin klar. Nur gerade zwei Stimmberechtigte wollten das Bistro streichen.
«Littering ist kein neues Problem.»
Maya Clausen, Hauswartin
Ein Stimmbürger stellte noch seine Sorge in den Raum, dass der neue Park nicht sauber gehalten wird. Dazu meinte Hauswartin Maya Clausen, dass sie bereits jetzt oft rund um die Kirche putzen und aufräumen müsse.
«Littering ist kein neues Problem.» Doch es bestehe die Hoffnung, dass zu einem neuen, gepflegten Park mehr Sorge getragen werde.
Crowdfunding startet
Die Kirchgemeindeversammlung bewilligte zwar Ausgaben in der Höhe von 492’500 Franken. Doch bereits jetzt ist klar, dass die Gemeinde nicht alles davon tragen muss. Die Politische Gemeinde Turbenthal bezahlt rund 100’000 Franken für den Park, zwei Vereine werden insgesamt 60’000 Franken beisteuern.
Doch die Kirchenpflege versucht, noch mehr Geld zu sammeln. Es gibt ein Crowd-Funding, das bald starten soll. Darin kann jeder und jede Geld für das Projekt spenden.
Kirchenpflegerin Monika Di Benedetto, die bald das Präsidium der Behörde übernimmt, hofft, dass damit nochmals ein grösserer Betrag zusammenkommt: «Es sollen sich alle am Projekt beteiligen können, nicht nur Mitglieder der Kirche.»
Mehr Informationen zum Kirchenpark findet man auf der Website www.kirchenpark-turbenthal.ch.
Die weiteren Beschlüsse
Die Kirchgemeindeversammlung genehmigte die Jahresrechnung 2021. Diese schloss bei einem Ertrag von rund 1.15 Millionen Franken und Ausgaben von zirka 937’000 Franken mit einem Gewinn von 214’876 Franken.
Ebenso genehmigten sie den Jahresbericht und wählten die fünf Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission. (bes)
