Weit weg von der Norm. Dafür nahe bei seinen Schülerinnen und Schülern. So habe ich Dieter Schindler in den frühen 1990er-Jahren an der Kantonsschule Wetzikon als Geschichts- und Klassenlehrer erlebt.
In bunten Jeans – lila mochte er offensichtlich besonders – und gelb-schwarzen Shirts im Biene-Maya-Look stand er jeweils da. Ein verschmitztes Grinsen im Gesicht, als ob er das, was er gerade erzählt, selber nicht ganz ernst nimmt. Dabei war er stets top vorbereitet. Vor allem aber war er immer für eine Überraschung gut.
«Damit Ihr mich besser kennenlernt, möchte ich Euch einige meiner Lieblingsplatten vorspielen.»
Dieter Schindler, ehemaliger Rektor und Lehrer an der KZO.
Etwa, als im Unterricht die Römer an die Reihe kamen. «Die Römer, das war grosses Theater, deshalb gehen wir heute auf die Studiobühne.» So führte er in das Thema Römer ein. Auf der Bühne war dann Improvisationstheater angesagt. Das war typisch Schindler.
Ein wichtiges Anliegen war ihm das Zwischenmenschliche. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich wohl fühlen. Er war nahbar. Eine seiner ersten Lektionen mit meiner Klasse machte er zur Musikstunde. «Damit Ihr mich besser kennenlernt, möchte ich Euch einige meiner Lieblingsplatten vorspielen.» Oder er lud zur Fotosession: Jede Schülerin und jeden Schüler lichtete er zunächst einzeln ab, danach folgte das klassische Gruppenfoto. «Dasselbe machen wir vor der Matura dann nochmals.»

