Beim Haus der Stille entstehen 15 Alterswohnungen
Ende 2020 hat die Baselbieter Stiftung Good Samaritans das Haus der Stille und Einkehr in Wildberg vom Diakonissenhaus Riehen erworben. Mit dem Auftrag, das Haus als Ort der Spiritualität und des Rückzugs zu bewahren.
Damit der Betrieb nicht defizitär bleibt und unabhängig von Spenden wird, will die Stiftung nun ein Bauprojekt realisieren. Geplant sind ein Erweiterungsbau und ein Wohnblock mit 15 Alterswohnungen.
Über ihr Vorhaben informierten die Stiftungsleitung und der zuständige Architekt vergangene Woche an einer öffentlichen Veranstaltung, an der rund 40 Personen teilnahmen.
Waschen und Essen im Haus
Im Anbau zum Haus der Stille sollen neun rollstuhlgängige Zimmer mit Nasszellen entstehen. «Dies entspricht den heutigen Erwartungen», sagte Stiftungsrat Philippe Beyeler. Es hätten schon oft Gruppen auf einen Aufenthalt verzichtet, da es zu wenige Zimmer mit eigenem Badezimmer gebe.
Doch viel wichtiger für den Weiterbetrieb des Hauses ist der Bau von 15 Alterswohnungen. Geplant ist ein dreigeschossiges Haus mit Flachdach. «Das ist möglich, weil ein Teil des Grundstücks in einer Zone für öffentliche Bauten liegt», erklärte Architekt Pius Flury.
In dieser Zone sind die Vorschriften weniger streng und der Bau von Alterswohnungen ist im kantonalen Planungs- und Baugesetz ausdrücklich gestattet.
«Ein Flachdach erleichtert die Entwässerung.»
Pius Flury, Architekt
Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sollen im Neubau auch Leistungen aus dem Haus der Stille beziehen können. Über die Tiefgarage ist er mit dem Hauptgebäude verbunden. «Wir denken da zum Beispiel an Mahlzeiten oder die Wäscherei», meinte Stiftungsratspräsident Heiner Henny.
Kein Fremdkörper
An der Info-Veranstaltung gab unter anderem die Form des Neubaus zu reden. Ein Flachdach, so meinte ein Votant, passe doch gar nicht ins Ortsbild.
Architekt Flury widersprach und legte die Vorteile dar: «Ein Flachdach erleichtert die Entwässerung und ist auch praktischer für den Bau einer Photovoltaikanlage.»
Das Haus solle integriert ins Dorf gebaut werden, ergänzte der Stiftungsratspräsident. «Wir wollen keinen Fremdkörper erstellen.»
«Wir müssen beim Haus der Stille nur den Break-Even-Point, also die Gewinnschwelle, erreichen.»
Heiner Henny, Präsident des Stiftungsrats
Die Bauherren sind davon überzeugt, dass die Wohnungen problemlos vermietet werden können. Henny verwies auf die 50 Alterswohnungen im Zentrum Rämismühle, die sehr beliebt seien.
Gewinnschwelle erreichen
«Und hier oben ist es doch viel schöner als dort unten im Loch», sagte er lachend. Die Mietzinse in Wildberg würden sich ebenfalls in einem mit Rämismühle vergleichbaren Rahmen bewegen.
Die Stiftung bleibe ihrem gemeinnützigen Zweck treu, betonte er. «Wir müssen beim Haus der Stille nur den Break-Even-Point, also die Gewinnschwelle, erreichen.»
Die Baueingabe für die beiden Bauprojekte soll laut Architekt Flury bald erfolgen. Die Rede ist von den nächsten Wochen. Verläuft alles ohne Verzögerungen, wäre ein Baustart in rund einem Jahr denkbar. «Sobald wir loslegen können, rechnen wir mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr», erklärte Flury.
Mögliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde
Die Alterswohnungen beim Haus der Stille werden vollumfänglich durch die Stiftung Good Samaritans finanziert. Die Gemeinde ist daran nicht beteiligt. «Aber natürlich stehen wir im Austausch», betonte Henny.
Und er nannte gleichzeitig ein mögliches Projekt für die Zukunft. Auf einem Teil des Grundstücks könnten eines Tages weitere Alterswohnungen gebaut werden, allenfalls in Zusammenarbeit mit der Gemeinde.
Wildberg verfügt über Geld aus der Huldreich-Büchi-Stiftung, das sie dereinst für den Bau eins Altersheims oder von Alterswohnungen einsetzen muss.
Auf Anfrage bestätigte Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP), dass diese Möglichkeit im Raum stehe. «Es ist durchaus möglich, dass sich die Büchi-Stiftung und die Gemeinde irgendwann beim Haus der Stille an Wohnungen beteiligen.»
Es müsste sich dabei nicht um reine Alterswohnungen handeln. Denn der besagte Teil des Grundstücks befindet sich in einer Wohnzone.
Spruchreif sei aber noch nichts, betonte Conrad . «Das ganze hängt von verschiedenen Faktoren ab.»
