Helfer suchen nun Hilfesuchende
Sei es für Begleitung auf einem Spaziergang, das Vorbeibringen einer warmen Mahlzeit oder für Hilfe beim Bedienen des Computers. Für solche und viele weitere Anliegen können sich die Fischenthalerinnen und Fischenthaler seit Januar bei Angela Gander melden.
Sie ist zuständig für das Freiwilligennetz Fischenthal. Mitte Januar hat die Gemeinde über ihren Newsletter nach freiwilligen Helfern gesucht: «In der Zwischenzeit haben wir rund 20 Personen zusammen, die sich für diverse Einsätze gemeldet haben», sagt Gander.
Sie freut sich sehr, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde aktiv werden wollen. «Schliesslich kam diese Idee überhaupt erst durch die Bevölkerung ins Rollen», betont sie.
Engagement für das Dorf
Im Rahmen des Projekts «Werkstatt Fischenthal» 2019 konnte die Bevölkerung bei der Entwicklung der Gemeinde mitreden. «Und bereits da hat sich gezeigt, dass viele Einwohner und Einwohnerinnen bereit sind, sich für ihr Dorf zu engagieren», erklärt Gander.
«Ich will nicht nur beim Aufbau dabei sein, sondern mich auch selber einbringen und helfen.»
Samuel Mischler, f reiwilliger Helfer
Mit der Umsetzung wurden sie und ihr Mann Urs beauftragt: Angela Gander für den Alters- und Freiwilligenbereich – er für die Jugendarbeit. «Wir haben beide eine Ausbildung im Sozialbereich. So lag es für die Gemeinde nahe, uns für diese Arbeit anzufragen», erklärt sie. Denn die beiden führen zusammen in den Sommermonaten das Schwimmbad in Steg.
Einbringen und helfen
An der Werkstatt Fischenthal beteiligt war auch Samuel Mischler. Er durfte kürzlich den ersten Einsatz im Frewilligennetz übernehmen: «Ich habe älteren Personen geholfen, ihr Handy mit allen wichtigen Sicherheitseinstellungen einzurichten.»
Für ihn war klar, dass er nicht nur an der Werkstatt mitarbeiten, sondern sich auch aktiv in der Gemeinde engagieren möchte. «Ich will nicht nur beim Aufbau dabei sein, sondern mich auch selber einbringen und helfen», erklärt der Gibswiler, der im IT-Bereich bei der Post arbeitet.
Für das Freiwilligennetz Fischenthal hat Gander ein eigenes Konzept erstellt. Hierfür hat sie unzählige Interviews mit Fachpersonen und Einwohnerinnen und Einwohnern geführt. Letzten Juni konnte sie es an der Gemeindeversammlung vorstellen.
Flyer im Wartezimmer
Bezahlt wird sie für diese Arbeit auf Stundenbasis: «Es ist also kein Vollzeitjob», erläutert sie. Die Finanzierung der Alters-, Jugend- und Freiwilligenarbeit ist im Rahmen des Budgets der Gemeinde von der Gemeindeversammlung angenommen worden.
Aktuell ist sie rege beschäftigt: «Wenn etwas Neues entsteht, dauert es immer ein bisschen, bis alles funktioniert.» Nachdem die Suche nach Freiwilligen erfolgreich war, ist es nun ihre Aufgabe, diejenigen zu finden, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen.
«Ich bin zudem als Leiterin der Badi im Dorf gut vernetzt.»
Angela Gander, Leiterin Freiwilligennetz
«Und diese erreichen wir sicher auf anderen Kanälen als unsere Freiwilligen», meint die ausgebildete Sozialpädagogin. So habe sie beispielsweise Flyer in Arztpraxen verteilt. «Ebenso arbeiten wir mit der Spitex und der Pro Senectute zusammen, die auf unser Angebot hinweisen.»
Ebenso besucht Gander Seniorennachmittage und bringt so das Angebot unter die Leute. «Ich bin zudem als Leiterin der Badi im Dorf gut vernetzt.»
Wieder ein Mahlzeitendienst
Neben ihrer Arbeit als Koordinatorin für das Freiwilligennetz ist sie auch für die Altersarbeit Fischenthal mit dem Titel «60plus» verantwortlich. Die Gemeinde ist durch das Pflegegesetz verpflichtet, eine Anlaufstelle anzubieten.
«Auch diese Arbeit mache ich auf Auftragsbasis. Das ist sicher besser, als wenn ich einfach an einem fixen Tag im Gemeindehaus sitze», betont Gander. Man werde bald einen Brief an alle Einwohnerinnen und Einwohner machen, die über 60 Jahre alt sind, und sie über die Anlaufstelle informieren.
«Es wurde im Rahmen der Interviews von vielen gewünscht.»
Angela Gander
Als Teil des neuen Angebotes konnte auch der Mahlzeitendienst in Fischenthal wiederbelebt werden. «Früher hat die Spitex ihn angeboten, dann gab es lange nichts mehr», erklärt die Leiterin. Nun konnte die Gemeinde mit dem Pflege- und Alterszentrum Geeren eine passende Lösung finden.
«Sie bereiten einige Menüs mehr zu, die unsere Freiwilligen ausliefern können.» Die Kosten pro Mahlzeit: 10.50, eine kleine Portion gibt es für acht Franken.
Gander ist überzeugt, dass dieses Angebot gefragt sein wird: «Es wurde im Rahmen der Interviews von vielen gewünscht.»
Wer in Fischenthal Hilfe vom Freiwilligennetz benötigt oder mehr Informationen wünscht, kann sich bei Angela Gander melden: Unter 055 265 60 22 oder per E-Mail an angela.gander@fischenthal.ch
