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In Wetzikon ist ein mannshohes Lebkuchenhaus entstanden

Für die Adventszeit hat der Steiner Beck ein rund 1,60 Meter hohes Lebkuchenhaus gebacken. Die Vorbereitungen dafür starteten bereits im September.

In Wetzikon ist ein mannshohes Lebkuchenhaus entstanden

Einen Eimer voller Eier, 25 Kilogramm warmen, geschmolzenen Honig aus einem riesigen Metalltopf, anderthalb Säcke Mehl, einige Liter Milch, 12 Kilogramm Zucker und natürlich Lebkuchengewürz: All das schüttet Fritz Mahler in einen grossen Rührtopf.

Nach einem Knopfdruck senkt sich der geschwungene Stab der Teigknetmaschine und beginnt, seine Arbeit zu verrichten und die Zutaten zu einem Lebkuchenteig zu vermengen. Er ist der so wichtige Rohstoff, den Mahler für den Bau seines über 1,60 Meter grossen Lebkuchenhauses braucht.

Den ersten Teig für das fast mannshohe Häuschen hat der 64-jährige Bäcker schon vor einigen Wochen angerührt. Bereits im September gingen beim Steiner Beck in Wetzikon die Vorbereitungen für das Weihnachtsprojekt los.

Endlich wieder ruhige Nächte

«Wir wurden vom Manor Hinwil angefragt, ob wir Lust hätten, ein gemeinsames Projekt vor Weihnachten umzusetzen und in ihrer Filiale auszustellen», sagt Francesca Decurtins, die Verantwortliche für Marketing bei der Steiner Beck AG. Sie ist an diesem Dienstagmorgen zugegen, als das Haus für die letzten Arbeiten im Besucherraum der Bäckerei weilt.

Nach dem Abtransport am Mittwoch wird es am Samstag in der Manor-Filiale vor Ort abschliessend dekoriert werden. Dann können Besucherinnen und Besucher die wochenlange Arbeit bewundern, bevor sie am 20. Dezember voraussichtlich wieder abgeholt wird.

Auf der linken Seite steht der 64-jährige Bäcker Fritz Mahler, der für den Steiner Beck ein rund 1,60 Meter hohes Lebkuchenhaus gebacken hat.

«Wenn es dann endlich im Manor steht, werde auch ich wieder ruhig schlafen können», sagt Fritz Mahler. Der Baumeister habe bis dahin so manchen bangen Moment überstehen müssen, wie er sagt. Lange habe er nicht gewusst, wie er das Haus bauen sollte, schaute Videos, liess sich inspirieren.

Geholfen habe letztendlich der Betriebsschreiner, der ein Holzgerüst errichtete.

220 Dachziegel verbaut

Und so wird bei näherer Betrachtung des noch nicht ganz fertigen Häuschens ersichtlich, dass die Lebkuchenplatten und Ziegel nicht etwa mit Zuckerguss verklebt, sondern ins Holz genagelt oder sogar geschraubt sind.

Neben dem Schreiner und dem Bäckermeister haben vier weitere Personen aus der Produktion beim Bau und Backen der Elemente geholfen. Wie viel Material dafür verwendet worden ist, lässt sich Mahler nicht entlocken. Schliesslich ist das auch eine Wettbewerbsfrage. Was er allerdings weiss, ist, wie viele Ziegel verbaut wurden: «220 Stück», sagt er voller Stolz.

Anschauen erlaubt – Essen nicht

Nur wird wohl keiner dieser Ziegel gegessen werden. «Am 20. Dezember ist zu viel Zeit nach dem Backen vergangen, das ganze Haus ausgetrocknet. Essen nur auf eigene Gefahr», sagt die Marketingverantwortliche.

«Wir wissen noch nicht sicher, ob wir das Lebkuchenhaus am Ende entsorgen werden.»

Francesca Decurtins, Verantwortliche Marketing Steiner Beck

Angesprochen auf den Foodwaste-Aspekt, der in der Gesellschaft heutzutage immer häufiger thematisiert wird, sagt Decurtins: «Wir wissen noch nicht sicher, ob wir das Lebkuchenhaus am Ende entsorgen werden.»

Im Vorfeld habe man jedoch durchaus die Möglichkeit diskutiert, das Haus allenfalls bei einem grösseren Anlass im Manor zu verspeisen. «Nur wäre es auch schade gewesen, dass nach all der vielen Arbeit das Haus nur so kurz zu sehen gewesen wäre. Zudem hat uns auch die Corona-Situation bewogen, davon abzusehen», so Decurtins.

Die Grösse ist entscheidend

Fritz Mahler hat sich derweil mit einem Luftgebläse das Mehl von den Kleidern beseitigt. Kann er überhaupt noch Lebkuchen essen, jetzt, wo er so viel davon gebacken hat? «Natürlich», sagt er sofort und strahlt dabei über beide Ohren. «Lebkuchen geht immer.»

Und für all jene, die sich in der Adventszeit selber beim Bau eines Lebkuchenhauses versuchen wollen, hat der erfahrene Bäcker noch einen entscheidenden Tipp: «Man muss sich überlegen, ob das Lebkuchenhaus gegessen werden oder nur Dekoration sein soll. Wenn es verspeist werden soll, darf man es nicht zu gross bauen. Und es empfiehlt sich, die Platten nicht nur von aussen mit Zuckergruss zu verkleben, sondern sie für mehr Feuchtigkeit auf der Rückseite mit geschmolzener Schokolade zu bepinseln.»

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