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«Ein Jahr später wird nichts mehr vom Eingriff sichtbar sein»

Der Bachtelweiher muss saniert werden. Die Entleerung des Weihers hat bereits stattgefunden – noch bevor eine Baubewilligung für das ganze Projekt vorliegt.

So sieht der Bachtelweiher nach der Entleerung und Abfischung aus., So sah der Weiher vor der Entleerung aus.

Foto: PD

«Ein Jahr später wird nichts mehr vom Eingriff sichtbar sein»

Wer aktuell am Bachtelweiher oberhalb von Wald vorbeiläuft, den erwartet eine Überraschung. Der Weiher ist leer. Anstatt eines Gewässers sieht man nur noch ein braunes Loch gefüllt mit Schlamm.

Im September wurde der Weiher, der Eigentum des Kantons ist, abgefischt und entleert. Die gefangenen Fische und Krebse wurden in andere, geeignete Lebensräume gebracht. Dies teilte die Baudirektion kürzlich in einer Medienmitteilung mit.

Der Grund für diese Massnahme: Der Weiher, der vor rund 150 Jahren als Industrieweiher für die Weberei Hueb angelegt wurde, ist in die Jahre gekommen. Er muss dringend saniert werden.

Der Stauweiher entspreche nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen: «Um die Hochwassergefährdung im Unterlauf des Huebbachs zu entschärfen sind Umbauarbeiten am Damm und am Auslauf notwendig», steht weiter in der Mitteilung. 

Denn bei einem Dammbruch wären im Unterlauf das Huebbachs, insbesondere im Bereich der ehemaligen Weberei Hueb, Wohnhäuser und deren Bewohner gefährdet.  Dieses Gefährdungspotential ist schon länger bekannt. Seit 2016 ist der Weiher deshalb  bereits dem eidgenössischen Stauanlagengesetz unterstellt.

Fast eine halbe Million

Mit der Abfischung und der Entleerung im September begann nun der erste Schritt für die Sanierung. Ein fertiges Bauprojekt liegt jedoch noch nicht vor, wie Wolfgang Bollack von der Medienstelle der Baudirektion erläutert. Das sei allerdings kein Widerspruch.

«Das Ziel ist es, bis Anfang 2022 die Baubewilligung zu erhalten.»

Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion

Das Sanierungsprojekt sei indes ausgearbeitet, das Baugesuch jedoch noch nicht eingereicht und bewilligt: «Es sind also immer noch Änderungen beziehungsweise Anpassungen am Projekt im Rahmen des Bewilligungsverfahren möglich», so Bollack.

Die Lage des Weihers und des Huebbachs. Quelle: Google Maps

Das Gesuch soll aber noch dieses Jahr eingereicht werden. «Das Ziel ist es, bis Anfang 2022 die Baubewilligung zu erhalten», so Bollack. Der Kanton rechnet damit, dass die Sanierung rund 400’000 bis 450’000 Franken kosten wird.

Im nächsten Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Da der Weihergrund vorher längere Zeit abtrocknen muss, entleerte man der Weiher bereits jetzt.

Mehr Flachufer

Wegen der fehlenden Bewilligung wollte der Kanton bei einer ersten Nachfrage auch keine weiteren Informationen zu den geplanten baulichen Massnahmen am Weiher liefern. Die Eckdaten der Projekt sind jedoch aus der Medienmitteilung bekannt: Das Ziel der Sanierung sei es, dass keine besondere Gefahr mehr für die Anwohner besteht und andererseits der ökologische Wert des Weihers erhalten bleibt.

Ein zentraler Punkt dabei ist, dass das Stauvolumen verkleinert und die Stabilität des Erddamms verbessert wird. So wird der Weiher um 70 Zentimeter abgesenkt und der Damm durch Anschüttungen verstärkt. Ebenso wird der Weiherauslauf erneuert.

«Diese Veränderungen passen sich aber problemlos in das Landschaftsbild des Stauweihers ein.»

Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion

Das werde das Bild des Stauweihers leicht verändern, bestätigt Wolfang Bollack. « Aufgrund der Absenkung des Wasserspiegels und der Vorschüttung werden mehr Flachufer entstehen.»

Auf diesen werde sich ein breiterer Streifen an Ufervegetation entwickeln als dies heute der Fall ist. «Diese Veränderungen passen sich aber problemlos in das Landschaftsbild des Stauweihers ein», betont er gleichzeitig.

Fische kehren zurück

Geht der Plan des Kantons auf, wird sich der Bachtelweiher nach der Sanierung schnell erholen und erneut zu einem Lebensraum von Pflanzen und Tieren werden. «Wie lange das dauert, ist abhängig davon, wie vollständig Weihersohle und das Ufer bei der Sanierung entfernt und wieder frisch aufgebaut werden», erläutert Bollack.

Beim Bachtelweiher sei vorgesehen, die Sanierung möglichst gering zu halten: Am Nord und Westufers werde man gar nicht eingegriffen und aus der Weihersole werde lediglich Material für die Vorschüttung entnommen.

«Es ist daher zu erwarten, dass sich bereits im Frühling 2023 die Vegetation im Weiher sowie im Uferbereich wieder grösstenteils entwickelt und ein Jahr später nichts mehr vom Eingriff sichtbar sein wird», meint der Mediensprecher.

Ist die Sanierung abgeschlossen, werden auch Krebse und Fische wieder in den Weiher zurückkehren. Diese werden dort erneut angesiedelt, bestätigt Bollack: «Der Bachtelweiher ist nämlich ein äusserst wichtiges Gewässer für Edelkrebse und Forellen.»

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