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Käufer des Idewe-Areals kein Unbekannter

Das Areal der einstigen Nähseiden- und Strumpffabrik J. Dürsteler & Co. AG in Wetzikon ist von historischer Bedeutung für die Stadt. Nun wurde das Gelände veräussert. Eine Spurensuche nach dem neuen Besitzer.

Markantes Gebäude-Ensemble wechselt den Besitzer: das Idewe-Areal an der Zürcherstrasse in Wetzikon.

Foto: Manuel Reimann

Käufer des Idewe-Areals kein Unbekannter

Idewe – wer sich in Wetzikon umhört und auskennt, der weiss wofür die Abkürzung steht: für das Areal der ehemaligen Nähseiden- und Strumpffabrik der J. Dürsteler & Co. AG. Fährt man mit dem Zug von Zürich gen Wetzikon und richtet den Blick aus dem Fenster, kann man linker Hand das imposante, alte Industrie-Areal erspähen.

Der früher zu einem Gasofen gehörende Hochkamin aus dunkelrotem Backstein ist unverkennbar aus der Ferne zu sehen. Nun wechselt das in etwa 12‘000 m2 grosse Landstück an der Zürcherstrasse  den Besitzer.

Alles beginnt mit einer Interpellation

Noch im August wollte die Gemeinderätin Bigi Obrist (AW) mit einer Interpellation wissen, ob denn der Wetziker Stadtrat bereit sei, das Areal zu erstehen. So befinde sich das Gebiet an einer Schlüsselstelle im städtischen Gefüge von Medikon, sei historisch gewachsen und ein Ort mit hohem Identitätspotential. Nur, zum Zeitpunkt der Begründung der Interpellation in der Sitzung des Gemeindeparlaments vom 6. September hatte Obrist von den Besitzern des Idewe-Areals erfahren, dass der Verkauf praktisch abgeschlossen sei. Ein Verkauf, der vollends privat und nicht öffentlich abgewickelt wurde.

Doch wer kauft ein Gelände mit mehreren denkmalgeschützten Industriebauten und belastetem Boden? Eine Spurensuch in der Region zeigt, dass eigentlich nur drei mögliche Akteure für den Kauf in Frage kommen: die Agensa AG, Egolf Immobilien oder die Hiag Immobilien Holding AG. Alle drei Unternehmen haben sich auf die Entwicklung und Aufwertung von Immobilien spezialisiert und verfügen als wenige Firmen in der Region sowohl über das Wissen und Know-How als auch das Kapital, um ein Areal wie das Idewe aufwerten zu können.

Weder Egolf Immobilien, noch Hiag

Weitere Recherchen machen jedoch rasch deutlich, dass das von Mirco Egolf geführte, gleichnamige Unternehmen wie auch die Hiag nicht die Käufer sind. Ersterer erklärt auf Anfrage: «Wir wussten vom Idewe-Verkauf. Und wir haben auch ein Angebot für das Areal unterbreitet. Jedoch haben wir uns vor der zweiten Runde zurückgezogen, aus finanziellen Gründen.» Über den Kaufpreis haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Wie aber aus mehreren Kreisen zu vernehmen ist, soll dieser zwischen 10 und 15 Millionen Franken betragen.

«Es handelt sich um kein einfaches Objekt.»

Mirco Egolf, Geschäftsführer Egolf Immobilien

Die Hiag, die in Wetzikon bereits hinter dem Projekt auf dem Schönau-Areal steht, lässt mehrere Anfragen nach einem möglichen Kaufinteresse unbeantwortet. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass die schweizweit tätige Arealentwicklungfirma das Idewe hätte kaufen wollen. Erst im Juni dieses Jahres war bekannt geworden, dass die Hiag plant, mehrere unattraktive Liegenschaften im Aatal abzustossen, um sich auf bestehende Projekte zu konzentrieren.

Von einer «attraktiven Lage» spricht Egolf, als er nach den Gründen für einen möglichen Kauf des Idewe-Areal gefragt wird. «Allerdings handelt es sich um kein einfaches Objekt, was unter anderem auch mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden zu tun hat», sagt der 43-Jährige.

Ein letzter Akteur

Bleibt letztlich einzig die Agensa AG, an deren Spitze Hans-Ulrich Kobelt und Rolf Schawalder stehen. Die Immobilienentwicklungsfirma, die ihren Sitz in Wangen hat, weiss mit dem Hotel Swiss Star am Bahnhof Wetzikon und dem Landgasthof Hasenstrick in Dürnten zwei bekannte regionale Institutionen in ihrem Portfolio, auch wenn diese von der Swiss Star Familia GmbH geführt werden. Allerdings sind Kobelt und sein Geschäftspartner Schawalder auch hier die Männer am Steuer.

Ein Anruf und der Verdacht bestätigt sich: Ja, die Agensa hat das Idewe-Areal gekauft. «Wir sind eine Firma, die Land kauft und Immobilien baut. Deshalb haben wir das Gelände erstanden», sagt Hans-Ulrich Kobelt.

Er spricht davon, wie leer stehende Flächen renoviert werden und der Status quo für die bisherigen Mieter der gleiche bleiben soll. «Wir möchten das wie im bisherigen Rahmen weiterführen, auch die Verwaltung bleibt die gleiche.» Angesprochen auf zukünftige Pläne, kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viel sagen, da der Kaufprozess erst seit kurzem abgeschlossen sei. Eine Auslegeordnung würde als nächstes erarbeitet werden.

«Das Idewe-Areal ist ein alter Teil der Stadt und von historischer Bedeutung.»

Hans-Ulrich Kobelt, Geschäftsführer Agensa Familia AG

«Die nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sollen umgebaut und entwickelt werden.» Dabei wolle man aber das Gespräch mit Beteiligten und allen voran der Stadt suchen, denn Ueli Kobelt weiss: «Das Idewe-Areal ist ein alter Teil der Stadt und von historischer Bedeutung.»

Wo sieht er denn das Potential des Areals? «Das liegt sicher an dem historischen Objekt als solchem. Dazu kommt die spezielle Lage am Wasser und wie sich das Areal baulich über mehrere Jahrzehnte entwickeln kann. Die lichtdurchfluteten, leerstehenden und grossflächigen Räume bieten zahlreiche Möglichkeiten für eine gute Durchmischung von KMUs. Ich sage nur, neue Räume für neue Ideen.»

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