Schweizerhof wird wieder rege besucht
«Es könnte nicht besser sein. Das Wetter ist perfekt, die Sonne scheint und wir sind beinahe ausgebucht», sagt Nurtene Nuredini. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie das Hotel Schweizerhof am Bahnhof Wetzikon, das an diesem Freitag nach gut anderthalb Jahren komplettem Umbau und Renovation seine Wiederöffnung feiert.
Wobei feiern ist zu viel gesagt. Denn mit der Wiedereröffnung hat der Stress begonnen. «Es ist ein guter Stress», bekräftigt allerdings Nuredini. Sie seien froh, nach über zwei Jahren Absenz und der Schliessung des Schweizerhofs wieder ihren Familienbetrieb führen zu können.
Neues System
Dabei erwies sich die Corona-Pandemie für Nuredinis letztlich als Glücksfall, fiel die Renovation doch genau in die Zeit zweier Lockdowns. Diese Zeit haben sie genutzt, um ihr Hotel, dessen Pächter sie seit nunmehr 20 Jahren sind, zu modernisieren und auf den neusten Stand zu bringen.
«Das neue System erlaubt uns einfach, dass wir vielleicht wieder etwas mehr von unserem Familienleben haben.»
Artan Nuredini, Pächter Hotel Schweizerhof
Das zeigt sich bereits am Eingang. Dort wartet auf alte und neue Gäste ein Self-Check-In-System. Über einen grossen Touchbildschirm kann das Einchecken und mittels Kartenterminal auch gleich die Bezahlung für den Aufenthalt erledigt werden. Haben die Gäste ihre Meldebestätigung bereits vorgängig online ausgefüllt, so dauere der Check-In noch maximal 30 Sekunden, sagt Nuredini. Zur Bestätigung erhalten die Besucherinnen und Besucher eine Quittung ausgedruckt, auf der sich ein Code befindet. Mittels diesem erhalten sie für die Dauer ihres Aufenthalts Zugang ins Hotel und ins Zimmer.
Persönlich und familiär bleiben
Gleichzeitig betont Nuredini, wie wichtig ihr und ihrem Mann dennoch der persönliche Kontakt sei. Deshalb sei ihre Rezeption im ersten Stock auch unter der Woche bis circa 18 Uhr abends besetzt. «Wir haben zwei Kinder zu Hause. Und das neue System erlaubt uns einfach, dass wir vielleicht wieder etwas mehr von unserem Familienleben haben», sagt Artan Nuredini. Denn die Führung eines Hotels nehme schon viel Zeit in Anspruch.
«Wir wurden hier gerade absolut freundlich empfangen und beraten.»
Gäste aus Deutschland am Tag der Wiedereröffnung
Seine Frau ergänzt: «Viele Gäste kommen abends, nach einem strengen Arbeitstag. Die wollen einfach nur schnell auf ihr Zimmer und nicht noch stundenlang an der Rezeption warten. Für sie ist das Self-Check-In ideal.»
Zentrale Lage macht sich bezahlt
Ideal ist für viele auch die zentrale Lage, wie zum Beispiel jene Gäste, die an diesem Freitag beim Check-In noch etwas Hilfe brauchen. «Ich weiss nicht, ob wir es ohne Hilfe geschafft hätten. Aber wir wurden hier gerade absolut freundlich empfangen und beraten», sagt eine Frau, die mit ihrem Mann aus Deutschland angereist ist. Beide tragen schwarze Hosen, schwarze Jacken, schwere Stiefel mit grossen Schnallen.
Sie sind nicht alleine mit ihrem Kleidungsstil, vor dem Eingang des weiss gestrichenen und in der Sonne fast schon blendenden Hotels tummeln sich weitere Gäste des Hotels. Schwarze Jacken und Kapuzen tragend haben sie sich im bereits vor einem Monat eröffneten Coop Pronto mit Bier eingedeckt. Grund ihres Besuchs? Ein Heavy-Metal-Festival in der Hall of Fame in Wetzikon, die nur knapp einen Kilometer entfernt vom Schweizerhof liegt.
Kein Frühstückszimmer, kein Corona-Zertifikat
16 von 18 Zimmern sind am Freitag belegt. Blickt man in eines der noch freien Zimmer, wird man von stillvollen Möbeln und vielen Holzelementen empfangen. An der Decke noch immer sichtbar und erneuert sind die Holzbalken des über 100-jährigen Riegelhauses. Fernseher, Kaffeemaschine, Föhn – alles da. Auch eine digitale Gästemappe, mittels der Defekte wie zum Beispiel eine kaputte Glühbirne gemeldet werden können.
Frühstück können Gäste via Voranmeldung in der Bäckerei Steiner beziehen, entweder im Lokal oder per Take-Away. So ist Nuredinis Hotel eines der wenigen, in dem Besucher kein Covid-Zertifikat vorzeigen müssen.
Emsig zeigt sich Nurtene Nuredini, die es sich an diesem Freitag nicht nehmen lässt, jeden Gast persönlich zu begrüssen. Und sei es nur, um doch noch schnell beim Check-In zu helfen.
