Das passierte auf der Wetziker Färberwiese am Wochenende
Es war ein demonstrationsreiches Wochenende im Zürcher Oberland. Während am Samstagnachmittag praktisch die gesamte Schweiz nach Uster blickte, wo 2000 bis 3000 Teilnehmende gegen die Corona-Massnahmen auf die Strasse gingen, zog zur gleichen Zeit ein deutlich kleiner Demonstrationszug durch Wetzikon. Anliegen der Demonstranten? «Klimagerechtigkeit jetzt», wie auf einem grossen Banner zu lesen war.
Die Klimademo bildete das Ende der Klimawoche im Zürcher Oberland, die am Freitag, dem 17. September in Uster mit dem Park(ing) Day begonnen hatte. An jenem Tag «besetzten» der Klimastreik ZO wie auch diverse andere Organisationen Ustermer Parkplätze in Uster um aufzuzeigen, wie schön autofreie Innenstädte sein könnten.
«Die Veranstaltung war sehr cool, friedlich und angenehm.»
Flurin Tippmann, Mitorganisator der Klimademo in Wetzikon
Vier Filmabende im Frjz, dem Freizeit- und Jugendzentrum der Stadt, gehörten ebenfalls zur Aktionswoche, welche Mitorganisator Flurin Tippmann als «mega bereichernd» empfand. So hätten sie durchaus viele neue Gesichter auf den Veranstaltungen und auch während der Demo am Samstag gesehen, die allerdings mit einer Teilnehmendenzahl von 170 Personen überschaubar ausfiel.
Schwierig zu mobilisieren
«Natürlich ist es schwieriger Leute zu mobilisieren als noch vor der Pandemie, welche die Klimabewegung mitten auf ihrem Höhepunkt unterbrochen hat», sagt Tippmann. Der ehemalige Schüler der KZO findet es zudem sehr schade, dass ihre wochenlang im Voraus geplante Demonstration deutlich weniger Aufmerksamkeit erhalten hätte als die Massnahmen-Demo in Uster.
Hadern möchte er dennoch nicht. «Nach längerer Zeit hatten wir uns entschieden, wieder einmal eine Demo als klassische Aktionsform durchzuführen. Und das Feedback, das wir erhalten haben, war sehr ermutigend. Überhaupt war der Anlass sehr cool, friedlich und angenehm», bilanziert der 20-Jährige den Demonstrationszug, für den die Organisatoren übrigens eine Maskenpflicht ausgerufen hatten. Ihren Anfang genommen hatte die Demo auf der Färberwiese.
Jubiläum auf der Färberwiese
Der Stadtgarten zwischen Bahndamm und Elisabethenstrasse feierte am Sonntag zugleich sein fünfjähriges Bestehen mit Kinderprogramm, Kaffee und Kuchen sowie Musik. Seit 2017 wird auf der zuvor als Buntbrache genutzten Fläche nun schon gegärtnert, gespielt und grilliert. Entstanden war die Idee aufgrund eines Parlamentarischen Vorstosses, zunächst befristet auf drei Jahre. Momentan laufen im Wetziker Stadtrat Abklärungen, was mit dem Quartiertreffpunkt auf städtischem Bauland geschehen soll. Während dieser soll der Betrieb auf der Färberwiese zumindest bis Ende 2023 weitergehen.
Mit dem Areal verbindet Tippmann gute Erinnerungen. Dort fand bereits vor zwei Jahren im August eine Landdemo statt. «Mit den Betreibern ist es ein Geben und Nehmen. Wir durften am Samstag das Areal für unsere Klimademo nutzen, am Sonntag haben einige von uns beim Herbst- und Jubiläumsfest geholfen.»
