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Das Oberland erhält den besten Sendeplatz

«SRF bi de Lüt» hat dieses Wochenende live aus Pfäffikon gesendet. Die Volksfeststimmung war während der Aufzeichnung kurzzeitig vorbei.

Viele Besucherinnen und Besucher waren schon vor Drehbeginn vor Ort., Einlass erhielt man nur mit einem Covid-Zertifikat. Es bildete sich vor dem Eingang eine Schlange., In den Anlass integriert war auch das Forellenfest des Verkehrsvereins., Dieser hatte ein eigenes Festzelt auf dem Gelände., Die Teller sind bereits vorbereitet., Die erste Forelle des Abends landet auf dem Teller., Geübt werden Gräten und Kopf entfernt..., ... entsorgt., Wer keinen Fisch mochte, durfte sich in den Restaurants oder am Grillstand verpflegen., Einlass gab es für maximal 1500 Personen., Letzte Vorkehrungen vor den Dreharbeiten.

Foto: Bettina Schnider

Das Oberland erhält den besten Sendeplatz

Eigentlich hätte schon letzten September die Live-Show des Schweizer Fernsehens «SRF Bi de Lüt» in Pfäffikon gedreht werden sollen. Dieser Anlass fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer. Am Samstagabend war es dann endlich so weit.

Die Seestrasse in Pfäffikon war der Schauplatz für die Samstagabendunterhaltung auf dem besten Sendeplatz. Doch schon bevor kurz nach 20 Uhr die Dreharbeiten begannen, war auf der Seestrasse reges Treiben.

Etwa zwei Stunden vor dem Start der Sendung trudelten die Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem abgesperrte Festgelände ein. Die Live-Show wurde als Grossanlass konzipiert. Einlass erhielt nur, wer ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen konnte.

Ein Stück Normalität

Eine kurze Schlange vor dem Einlass wurde in Kauf genommen. «Es gab keine Probleme bei der Kontrolle», bestätigt Peter Andenmatten, Polizist bei der Kommunalpolizei der Region Pfäffikon. Die Überprüfung des Zertifikats war zwar Aufgabe des privaten Sicherheitsdienstes, die Polizei war aber auf dem Gelände ebenfalls präsent.

Tanja Gubler und Kadi Rahmani aus Hittnau störten sich überhaupt nicht an der Zertifikatspflicht. «So können wir wieder grössere Anlässe besuchen. Ohne Masken und Abstand kehrt wieder ein Stück Normalität zurück.» Das Zertifikat hätten sie als Geimpfte ohnehin. Es sei schön, dass man nun auch davon profitieren könne.

Tanja, deren Heimatort Pfäffikon ist, liess es sich nicht nehmen, vor der Sendung eine Forelle zu geniessen. Das Forellenfest des Verkehrsvereins Pfäffikon wurde nämlich in den Anlass integriert, wenn auch in etwas kleinerem Umfang als normalerweise am Seequai.

Das System ist bekannt

Am oberen Ende des Festivalgeländes betrieb der Verein ein eigenes Zelt mit einer Fischsudpfanne. Während an einem normalen Forrellenfest rund 3000 Fische verkauft werden, plante der Verein dieses Mal nur 550 Stück ein.

Die Freude beim Verkehrsverein war trotzdem gross, betont Michael Pantschier, der für die Organisation mitverantwortlich war: «Mit den aktuellen Auflagen wäre es für uns sonst fast unmöglich gewesen, das Forellenfest durchzuführen.» Letztes Jahr musste die 50. Austragung gar gänzlich verschoben werden.

«Er betont das ‹on› bei Pfäffikon, das ist völlig falsch.»

Roman Kunz, Besucher von «SRF bi de Lüt»

Der Andrang für die erste Portion um 18.40 war gross. Wie bei jedem Forellenfest üblich, wurden die Fische wie am Förderband auf die vorbereiteten Teller gelegt. «So wie immer am Fest, die Leute kennen das System», bestätigt Helferin Ria Coretti.

Pfäffik-on oder Pfäffik-ä

Dass es sich aber bei «SRF bi de Lüt» nicht primär um ein Volksfest handelt, sondern um die Aufzeichnung einer Fernsehshow, wurde einigen Anwesenden wohl rund eine halbe Stunde vor Drehbeginn bewusst. Dann wurde eine kurze Sequenz aufgezeichnet, die kurz vor Sendebeginn ausgestrahlt wurde.

Vier Anläufe brauchten die beiden Moderatoren Fabienne Bamert und Salar Bahrampoori, bis alles stimmte. Einige haderten jedoch mit Bahrampooris Aussprache: «Er betont das ‹on› bei Pfäffikon, das ist völlig falsch», bemerkte Roman Kunz und schüttelte den Kopf.

Er war zusammen mit einigen Kollegen an die Aufzeichnung gekommen. «Es läuft nicht viel hier in der Region, aber wenn etwas ist, dann kommen wir sicher», meinten seine Kollegen Luca Kriech und Chiara Moceri. Sie freuten sich zwar vor allem auf die angekündigte Party danach: «Aber es ist cool, dass auch Bligg einen Auftritt hat oder Manuel Burkart von Divertimento.»

Nicht zum Gespött werden

Kurz vor 20 Uhr galt es dann ernst. Das Publikum wurde zum letzten Mal instruiert. Die leitende Produzentin warnte davor, sich noch viel auf dem Platz zu bewegen. «Wir möchten nicht, dass jemand an einer Kamera den Kopf anschlägt.» Ebenso riet sie davon ab, in die Kameras zu winken. «Oder sie sind für den Rest ihres Lebens das Gespött ihrer Familie und Arbeitskolleginnen.»

Dann konnte es losgehen. Fabienne Bamert und Salar Bahrampoori begrüssten nach einem langen Applaus die Anwesenden und die Zuschauerinnen und Zuschauer vor dem Bildschirm. Es sei schön, endlich wieder eine Sendung vor Publikum zu bestreiten.

Und Bahrampoori gestand sich seinen kleinen Lapsus ein: «Der Gemeindepräsident hat mir gesagt, dass man Pfäffik-ä sägt, und nicht Pfäffik-on.» Die Aussprache sei halt seinem Büdner Dialekt geschuldet gewesen.

Speeddating mit dem Gemeindepräsidenten

Die Sendung selber war ein Mix aus Live-Elementen und vorher aufgezeichneten Einspielern. Diese konnten die Gäste in Päffikon auf Bildschirmen sehen, die überall auf dem Festgeländer verteilt waren.

Quelle: Play SRF

Dort sah man, wie Komiker Manuel Burkart das tibetische Kloster in Rikon besuchte oder wie Salar Bahrampoori mit Walter Andreas Müller auf eine Wanderung ging. Ebenso gab es Sequenzen über die Region und auch das Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland wurde vorgestellt.

Noch Fische im Sud

Zu Wort vor Ort kam auch Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP). Im Speeddating durfte er in 90 Sekunden die Region vorstellen. Auf die Frage, was das beste an der Stadt Zürich sei, antwortete er sec: «Dass man in 25 Minuten in Päffikon ist.»

Fast zweieinhalb Stunden dauerten die Aufzeichnungen. Danach strömten viele Besucherinnen und Besucher rasch zum Aufgang. «Es wurde mir langsam etwas kalt», bemerkte eine Teilnehmerin. Einige blieben sitzen: «Wir schauen mal, wie sich das ganze nun entwickelt», meinte Heidi Grimm. Vielleicht gebe es ja noch einen geselligen Abend.

Im Treiben versuchten Helferinnen und Helfer des Verkehrsvereins noch die letzten Fische unter die Menschen zu bringen. «Ganz alle sind nämlich heute nicht weg», meinte eine der Verkäuferinnen.

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