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«Die Krone ist kein 0815-Schuppen, sondern eine Institution»

Endlich ist klar, wer die neuen Pächter des Restaurants Krone sind. Es übernehmen Samet Rahmani und Peach Keller. Mit gutbürgerlicher Schweizer Küche wollen die beiden dazu beitragen, das Stadtleben neu zu entfachen.

Glückliche Partner: Peach Keller, Finanzvorstand Henri Vettiger (SVP) und Samet Rahmani vor dem Gasthaus Krone., Ab 1. November übernehmen die neuen Pächter., ,

Archivfoto: Markus Zürcher

«Die Krone ist kein 0815-Schuppen, sondern eine Institution»

«Wir freuen uns ausserordentlich, dass zwei so junge Männer, denen Wetzikon ausserordentlich am Herzen liegt, die hier gewohnt haben oder sogar hier aufgewachsen sind, ein solch mit Historie und Tradition verbundenes Lokal übernehmen», sagt Heinrich Vettiger.

Noch ist die Tinte unter dem Vertrag nicht ganz getrocknet, doch der Wetziker Stadtrat für Finanzen und Immobilien ist frohen Mutes. Frohen Mutes, dass die Stadt mit Peach Keller und Samet Rahmani die zwei richtigen neue Pächter für das geschichtsträchtige Restaurant Krone an der Bahnhofsstrasse 163 gefunden hat.

«Über Hörnli mit Ghacket bis zu Älplermagronen wird es bei uns kein Schickimicki geben»

Samet Rahmani

Unter neun Bewerben haben sich die beiden bärtigen Männer mit ihrem Betriebskonzept durchgesetzt. Ihr Pachtvertrag beginnt am 1. November und ist auf 5 Jahre datiert, mit der Möglichkeit, zweimal um 5 Jahre zu verlängern.

Schweizer Küche im Fokus

Ab der Eröffnung am 6. November wollen Rahmani und Keller eine volksnahe, gutbürgerliche, schweizerische Küche anbieten. «Über Hörnli mit Ghacket bis zu Älplermagronen wird es bei uns kein Schickimicki geben», sagt Rahmani, der Jüngere von den beiden.

Der 34-Jährige kommt aus dem Cateringbereich und verfügt über rund 10 Jahre Gastronomieerfahrung. Er wird es auch sein, der den Restaurationsbetrieb verantwortet, während Keller die Nutzung und Betrieb des Kronensaals betreut und bereits davon spricht, dass in Zukunft das von ihm ins Leben gerufene Bierfest in dem Saal steigen soll. Beteiligt sind beide zu 50 Prozent an der Krone.

Keine Angst vor Corona

Nachdem im März dieses Jahres der Pachtvertrag mit dem vorherigen langjährigen Mieter ausgelaufen war und der Vertrag nicht verlängert wurde, suchte die Stadt Wetzikon als Eigentümerin der Liegenschaft neue Mietende.

«Es kann nur besser werden»

sagen Rahmani und Keller über die Corona-Situation

Vettiger erzählt, wie schwierig es gewesen sei, in der jetzigen Pandemie-Situation, einen guten Gastwirt zu finden. «Es gab Leute, die haben uns zwar mitgeteilt, sie seien zwar interessiert, doch das Risiko sei ihnen zu gross.» Anders bei Keller und Rahmani, die angesichts der Corona-Lage sagen: «Es kann nur besser werden».

Neues Leben im Zentrum

Die beiden zeigen sich motiviert, wollen mit der Krone das Wetziker Stadtleben neu entfachen. Für Rahmani, der zum ersten Mal überhaupt ein Restaurant führen wird, geht gar «ein Traum in Erfüllung», wie er selber sagt. Schon seit längerer Zeit sei er auf der Suche gewesen nach einem geeigneten Lokal. «Die Krone ist kein 0815-Schuppen, sondern eine Institution. Hier kann ich arbeiten mit einer Terrasse, einem Saal, Sitzungsräumen, dem Restaurant».

Und gibt aber zu: «Alleine hätte ich mich nicht getraut, hier einzusteigen.» Doch weil Keller und er bereits zusammen im Gewerbeverein sowie im Stadtfest gearbeitet hätten, sich von gemeinsamen Projekten kennen würden, sei die Hemmschwelle kleiner gewesen, sich zu bewerben.

Frage der Konkurrenz

Ihre Bewerbung sei eine der letzten gewesen, die bei ihm auf dem Tisch gelandet sei, sagt Vettiger. Zuvor habe der Stadtrat das im Frühling eingereichte Postulat der Grünen geprüft, die Krone einem Arbeitsintegrationsprojekt analog dem Konter zu vermieten. «Wir haben sogar aktiv vier Projekte aus der Region angeschrieben. Doch diese wollten keine Konkurrenzsituation zum Konter schaffen», erklärt Vettiger.

«Wir wollen den Standort hier stärken, Synergien nutzen»

Peach Keller, Gründer des Molly Malone

Keine Konkurrenz soll die Krone zum Molly Malone werden, macht Keller deutlich. Das von ihm 2014 gegründete Irish Pub an der Ecke Bahnhofstrasse/Bachtelstrasse liegt nur einen Steinwurf von der Krone entfernt. «Wir wollen den Standort hier stärken, Synergien nutzen», sagt der 50-Jährige. Deshalb werde das Molly auch weiter wie gehabt fortgeführt werden, sagt Keller.

Wohlfühlatmossphäre schaffen

Was wird die Gäste im November in der Krone erwarten? Wie werden die Räumlichkeiten, wie Keller und vor allem die Küche, sich jetzt gerade noch im Umbau befinden, aussehen? Schwere, dunkle Holztische, rot-weiss karierte Vorhänge und weisse Tischdecken? Keller lacht und winkt ab. «Wir werden einen einfachen, hölzernen Vintage-Style fahren, es soll alles ganz unkompliziert sein. Wir setzen auf ein modulares 2er-Tisch Konzept. Bei uns sollen sich einfach alle wohl fühlen, sei es, ob sie morgens für einen Kaffee, nach einem strengen Morgen zum Zmittag oder nach der Arbeit für ein Feierabendbier oder zum gemütlichen Essen vorbeikommen.»

Bis zum 15. Oktober sollen die Umbauarbeiten zu Ende sein, die im Vorfeld bisweilen für Diskussionen im Stadtparlament gesorgt hatten. So stiegen die Kosten für die Sanierung der Küche von ursprünglich veranschlagten 400‘000 Franken auf 980‘000 Franken.

Lokal und saisonal

In ihrem Konzept versprechen die beiden neuen Pächter, dass, wenn es um die Kosten geht, bei ihnen kein High-Price-Segment herrschen werde. Die Preise für die Speisen ihrer Schweizer Küche sollen zwischen 20 und 30 Franken zu liegen kommen. Achten wollen sie vor allem auf Zutaten aus der Region und eine saisonale Küche.

«Ich habe nur Angst, dass wir zu wenig Bier brauen und nicht nachkommen»

Peach Keller

Und mit welchen Herausforderungen sehen sie sich bis zur Eröffnung noch konfrontiert? «Ich habe nur Angst, dass wir zu wenig  Bier brauen und nicht nachkommen», sagt Keller und lacht. Doch das werde nicht passieren, schiebt er unmittelbar nach. Es ist sein eigener mit der Brauerei Seebueb kreierter Gerstensaft, das Keller-Bier, das in den Offenausschank kommen wird.

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