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«Werkheim-Mitarbeitende sind jederzeit freundlich und humorvoll»

Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung finden in Volketswil in verschiedenen Unternehmen Arbeit. Ein wichtiges ist das Verteilzentrum der Migros, aber auch die Gemeinde bietet Hand.

Seit 2003 arbeiten Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung vom Werkheim Uster im Verteilzentrum der Migros in Volketswil., Im Gewerbezentrum im Ustermer Loorenquartier soll das «Mehrwerk» entstehen. Noch ist die Finanzierung allerdings nicht gesichert

Fotos: PD

«Werkheim-Mitarbeitende sind jederzeit freundlich und humorvoll»

Volketswil ist ein wichtiger Arbeitsort für Mitarbeitende des Werkheims Uster. Die Stiftung, die Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung Arbeit und Wohnung bietet, vermittelt nun schon seit vielen Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ans Verteilzentrum der Migros in Volketswil. Gemäss Patrick Stark, Geschäftsleiter des Werkheims Uster, hätten sie 2003 mit einer Gruppe von fünf betreuten Mitarbeitenden begonnen, im Verteilzentrum Aufträge zu erledigen.

Heute seien es je nach Arbeitsauslastung  bis zu 20 Personen, die dort arbeiten und durch das Werkheim begleitet werden. «Die Zusammenarbeit mit dem Migros Verteilbetrieb ist eine Win-Win-Situation: Der Verteilbetrieb gibt Menschen mit Beeinträchtigung eine tolle Arbeitsmöglichkeit in der Logistik und gleichzeitig leisten die Werkheim-Mitarbeitenden einen wertvollen Beitrag in den Volketswiler Gebäuden der Migros», sagt Stark.

«Werkheim-Mitarbeitende sind in der Privatwirtschaft am Puls des Geschehens.»

Markus Steiger, Leiter Textil des Migros-Verteilzentrums in Volketswil

Auch für den Gemeinderat Volketswil ist die Institution wichtig. Jüngst hat er einen Betrag in der Höhe von 20‘000 Franken für den Innenausbau des «Mehrwerks» gesprochen, und dies obwohl Volketswil keine Trägergemeinde ist (siehe Box). Laut einer Mitteilung der Gemeinde, seien eigentlich die Trägergemeinden zu einem Betrag von rund einem Franken pro eigenem Einwohner gebeten worden.

Humorvolle Mitarbeiter

Dennoch hat sich die beinahe 19‘000 Einwohner starke Gemeinde dazu entschieden, dass Inklusionsprojekt mitzufinanzieren. Sozialvorstand Daniel North (FDP) sagt dazu: «Der Gemeinderat unterstützt das Werkheim Uster finanziell und ideologisch seit vielen Jahren.» Positiv nimmt der Gemeinderat auch die Rolle des Verteilzentrums der Migros wahr. «Für ein sozialverträgliches Miteinander sind solche Angebote von grosser Bedeutung und ein Gewinn.»

«Es braucht noch weitere Anstrengungen, um die gewünschte Summe zu erreichen.»

Patrick Stark, Geschäftsleiter Werkheim Uster

Mit den Mitarbeitenden des Werkheim Uster ist auch die Migros offenbar sehr zufrieden. Markus Steiger, Leiter Textil des Verteilzentrums Volketswil sagt, dass diese ihre Arbeit endsprechend ihren Aufgaben kompetent erledigen. «Sie sind jederzeit freundlich und humorvoll.» Für die Werkheim-Mitarbeitenden biete die Arbeit im Verteilzentrum die Möglichkeit, die Arbeitswelt hautnah zu erleben. «Sie sind somit in der Privatwirtschaft am Puls des Geschehens.»

 

Werkheim sucht Geldgeber für Prestigeprojekt

Das Werkheim Uster hatte vor über eineinhalb Jahren die Liegenschaft im Gewerbezentrum im Loorenquartier gekauft. Dort  entsteht derzeit das «Mehrwerk», in dem künftig Menschen mit Beeinträchtigung und eingemietete Firmen unter einem Dach zusammenarbeiten sollen. Der verbindliche Kostenrahmen für den Innenausbau des «Mehrwerks» beträgt laut einer Mitteilung der Gemeinde Volketswil rund 3,24 Millionen Franken. Für diesen Betrag sucht das Werkheim noch Geldgeber.
Für das Grossprojekt «Mehrwerk» habe das Werkheim Uster bereits Zusagen für über eine Million Franken Unterstützung erhalten, sagt Geschäftsleiter Patrick Stark. Entscheide über weitere grössere Unterstützungsbeiträge seien ausstehend und werden in naher Zukunft erwartet. «Wir hoffen neben kantonalen Beiträgen, Beiträgen von Stiftungen und weiteren Gemeinden auch auf Spenden von Einzelpersonen. Es braucht noch weitere Anstrengungen, um die gewünschte Summe zu erreichen. Aber wir sind auf gutem Weg und zuversichtlich.»

 

Die Mitarbeitenden mit kognitiver Beeinträchtigung hätten auch die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. «Wenn Mitarbeitende sich in ihrem Aufgabengebiet bewähren, entscheidet die Fachperson vom Werkheim, ob sie anspruchsvollere Aufgaben übernehmen können», sagt Steiger.          

Lehre im Gemeindewerk

Für das Werkkeim Uster ist das Beispiel des Verteilzentrums nicht das einzige auf Gemeindegebiet, wo ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Arbeitsplatz gefunden haben. Derzeit seien gemäss Angaben von Patrick Stark zwei Personen für die Recylingfirma Schneider Umweltservice in Volketswil tätig.

Und auch bei den Gemeindewerken könne ein ehemaliger Lernender des Werkheims aktuell die EFZ-Lehre absolvieren. Im Werkheim Uster habe er im Betriebsunterhalt die Praktische Ausbildung nach Insos abgeschlossen. Diese dauert zwei Jahre und ist eine Vorbereitung auf einen geschützten Arbeitsplatz oder auf eine Stelle in einer Firma im ersten Arbeitsmarkt. «Das ist ein gutes Beispiel von gelungener Integration und Inklusion», sagt Stark.

Für Sozialvorstand Daniel North ist das kein Zufall. In der Gemeindeverwaltung Volketswil würden, wo möglich, auch Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen angeboten. Im Weiteren zahlt die Gemeinde jedes Jahr an verschiedene soziale Institutionen in der Region ebenfalls finanzielle Beiträge. Dazu gehören laut North etwa die Stiftung Wagerenhof in Uster, die Stiftung zur Palme in Pfäffikon, Insieme Zürcher Oberland in Uster oder der Behinderten Sportclub in Volketswil.

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