« Verborgene Welten im Greifensee » : Unter diesem Titel haben die Organisatoren von « Die Pfahlbauer*in » am Freitagabend zu einer kulinarischen Fahrt geladen. Gemeint war mit der Überschrift aber nicht etwa das Leben der Fische, auch wenn solche im Laufe des Abends auf den Teller kamen. Im Zentrum standen zehn Fundstellen von Seeufersiedlungen, von denen Kantonsarchäologe Beat Eberschweiler viel zu erzählen wusste.
Der kantonale Denkmalpfleger und oberste Zürcher Archäologe war zuvor fast 20 Jahre lang als Unterwasserarchäologe tätig. Der heute 59-Jährige aus Binz verbrachte in dieser Zeit zehn Jahre bis 1996 in der Siedlung Böschen, dem am besten untersuchten Pfahlbauerdorf am Greifensee. Bei der Fundstelle, die zwischen Greifensee und Schwerzenbach liegt, hätten sie sich häuslich eingerichtet. « Sogar Strom hatten wir dort, den wir aus einem Kilometer Entfernung von Schwerzenbach her holten » , erzählte Eberschweiler.
Das plötzliche Ende eines Dorfes
Den hatten die Bewohner des Dorfes vor 3070 Jahren definitiv nicht. Dafür verfügten sie schon über Werkzeuge aus Bronze. « Doch wir haben dort auch zwei Tonnen Keramik gefunden » , meinte der langjährige Berufstaucher. Und dank der Dendrochronologie hat sich über die Jahrringe der verwendeten Pfähle exakt bestimmen lassen, in welchem Jahr welches Haus erstellt worden ist.

