Entspannt schlummern im Naturbett
Der Duft von verarbeitetem Holz schlägt einem entgegen, sobald man das Naturbett-Center in Jona betritt. Josef Dobler verkauft hier seine Betten, Schränke, Kommoden und vieles mehr aus den verschiedensten Holzarten aus der Region. Einzel- und Doppelbetten reihen sich im Ladenlokal aneinander. Vom dunklen Nussbaumholz bis zum hellen Arven-Holz ist alles vorhanden.
Ein Naturbett ist generell aus Massivholz. Ausserdem sollte es möglichst geölt und metallfrei sein, sagt Josef Dobler. Auch die kurzen Transportwege des Holzes sind ein wichtiges Kriterium für ein Naturbett. Schliesslich machen diese die Betten besonders ökologisch.
Das gute Gewissen
Das Holz für die Betten des Naturbett-Centers Jona kommt aus der Region. Einen Grossteil hat Josef Dobler aus Sägereien in der Umgebung sowie einer Wertholzversteigerung in Kaltbrunn. Dass Naturbetten ökologischer als konventionelle Betten sind, sorge bei den Käufern für ein gutes Gewissen. «Und das ist sicher eine gute Grundlage, um gut zu schlafen», sagt Dobler. Allerdings sei das nicht der einzige Grund, warum es sich in einem Naturbett besonders gut schläft.
Naturbetten haben eine Menge in petto, wenn es um einen gesunden Schlaf geht. Das Massivholz, das geölt statt lackiert ist, hat eine ausgleichende Wirkung auf das Raumklima. Es nimmt die Feuchtigkeit auf, wenn sie in der Umluft zu hoch ist und gibt umgekehrt wieder ab, wenn diese tief ist. Dasselbe gilt für Gerüche.
Neben dem Holz ist auch der richtige Bettinhalt entscheidend. Dieser ist ebenfalls feuchtigkeitsausgleichender, wenn er aus Naturmaterialien ist. «Das bedeutet weniger schwitzen, weniger frieren und sich weniger ab- und wieder zudecken», so Dobler. Es gibt allerdings auch Unterschiede zwischen den Naturmaterialien.
Eine Daunendecke ist zwar auch aus natürlichem Material, aber die Federn werden entweder den lebenden oder getöteten Gänsen ausgerissen. «Beides finde ich jetzt nicht so berauschend», sagt Josef Dobler. Ausserdem gleichen sie die Feuchtigkeit nicht gleich gut aus. «In einem Federduvet schwitzt man viel schneller, als bei einem mit Schur-, Kamel- oder Baumwolle.»
Zusammen mit der Decke ist die Auflage der wichtigste Teil für die Feuchtigkeitsaufnahme. Die Matratzenhülle ist schliesslich am nächsten am Körper. Eine Auflage als Schurwolle nimmt Dobler zufolge die Feuchtigkeit optimal auf. Weiter ist natürlich das Kissen sehr wichtig. Zur Feuchtigkeitsaufnahme und –Abgabe muss dieses auch eine gewisse Stützkraft aufweisen. «Das Federkissen zum Beispiel sackt einfach im Nichts zusammen», sagt Josef Dobler. Er empfiehlt eher Füllungen aus Schurwolle, Hirse, Naturlatex , Kamelhaar oder Biobaumwolle .
Öle und Wachse statt Lacke
Da für einen gesunden Schlaf alle Teile des Betts eine Rolle spielen, sind die Materialien rundum entscheidend. So wird das Massivholz für Naturbetten so pur wie möglich belassen. Bei vielen Möbeln im Handel werden Span- oder Mdf-Platten verwendet. Dazu werden diese furniert oder direkt lackiert.
Statt Nitro- und Wasserlacke, wird bei Naturbetten lieber auf Öle und Wachse zurückgegriffen. Dobler vergleicht das Holz mit der Haut. «Darauf machen wir ja auch keinen Lack. Wir sind ein Teil der Natur und wenn wir diese allzu sehr verändern, machen wir etwas, das nicht zu uns passt.» Ausserdem sorgt das geölte Massivholz für eine ganz andere Haptik als ein Lack. «Es ist sehr angenehm anzufassen», so Dobler. «Auch optisch finde ich es etwas Schönes. »
Eine grosse Vielfalt
Die meisten Betten im Naturbett-Center sind komplett metallfrei. Metall könne das natürliche Magnetfeld verändern und dadurch Irritationen beim Schläfer auslösen, erklärt Dobler. Hierauf sind zwar nicht alle gleich empfindlich, doch bedeutet es für Josef Dobler keinen Mehraufwand mehr, die Betten gleich metallfrei zu machen.
Konsequenterweise sollte dann auch sonst im Schlafzimmer nicht allzuviel Metall vorhanden sein. Kleinere Elemente aus Metall würden aber durchaus drinliegen, wie Josef Dobler meint. «Zum Beispiel ein Griff oder Scharnier am Schrank.»
Ausserdem sorgt die grosse Auswahl an Holzarten für eine farbliche Vielfalt. Josef Dobler weist auf eine Wand, an der kleine Plättchen aus verschiedenen Holzarten hängen. Darunter ganz gewöhnliche wie Tannen- Ahorn oder Buchenholz, aber auch ungewöhnlichere wie Vogelbeeren-Holz. Eine ganz seltene Sorte, wie Dobler anmerkt.
Besser kontrastierend als zusammengewürfelt
Oft werden verschiedene Holzarten kombiniert. Dies ist besonders hilfreich, wenn bereits Holzelemente im Raum bestehen. «Wenn man beispielsweise einen Schlafzimmerboden aus Eiche hat, aber gerne ein Arven-Bett möchte, kann man zum Beispiel den Fuss des Betts aus Eichenholz und den Rest aus Arven-Holz machen», sagt Dobler. Oft empfiehlt sich bei bestehenden Holzarten im Schlafzimmer allerdings, eine deutlich andere Holzart für das Bett zu wählen. Ansonsten würde schnell der Eindruck entstehen, dass die Möbel einfach zusammengewürfelt werden.
Die Raumatmosphäre habe aber nicht nur mit dem Möbel an sich zu tun. Vieles lebt von den Textilien und Dekorationen, die man auswählt. Bei den Betten ist das zum Beispiel die Bettwäsche. «Mit Dekoration kann man das Flair bei einem reinen Holz-Bett genauso beeinflussen wie bei einem anderen Bett», sagt Josef Dobler.
Holzbeschaffung
Eine Herausforderung für die Naturbett-Herstellung ist die Beschaffung von genügend Holz aus der Region. «Beim Birnbaum musste ich schon etwas herumtelefonieren, bis ich gutes Holz gefunden habe», meint er. Das liege daran, dass die Bauern ihre Hochstammbäume fällen und vermehrt auf Niederstammkulturen setzen. «Diese sind zum Ernten der Früchte praktisch. Um Bretter zu machen, ist das Holz allerdings nicht brauchbar.»
Bei anderen Bäumen wie Ulmen und Eschen könnten Pilz-Krankheiten zum Problem werden. «Das sagen zumindest die Förster», so Dobler. Mit einem Engpass rechnet er momentan allerdings noch nicht. «In 10 bis 15 Jahren sieht das vielleicht schwieriger aus. Momentan habe ich aber noch genug.»